Aug 20

Gestern Abend haben wir etwas bemerkenswertes getan – wir sind nach San Jose gefahren um dort in ein deutsches Restaurant zu gehen. Jaja, das klingt jetzt erst einmal merkwürdig, isses auch :-)

Also, Teske´s Germania Restaurant war der Treffpunkt des monatlichen Stammtisches der Deutsch Amerikanischen Business Association (kurz GABA). So fern der Heimat hatte insbesondere ich das Bedürfnis schnellstmöglich Kontakte zu knüpfen und da erschien mir die GABA genau der richtige Anlaufpunkt.

So machten wir uns also gestern auf, Deutsche zu treffen. Und es war tatsächlich sehr nett und interessant. Bei leckerem Bitburger Bier und für Dirk Schnitzel mit Kartoffelsalat haben wir uns den ganzen Abend mit sehr netten deutschen Auswanderern unterhalten. Einige sind schon seit Jahren hier, andere, so wie wir, erst seit kurzem. Nach anfänglichem Beschnuppern kamen wir dann auch immer besser ins Gespräch und so stellte sich heraus, dass ich unter anderem zufällig neben einem deutschen Juristen saß, der sich vor einigen Jahren mit einer Kanzlei in San Francisco selbständig gemacht hatte und welcher auch gleich nützliche Tipps für eine weitere juristische Karriere zu erzählen wusste.

Dazu bekamen wir jede Menge Tipps zu Führerscheinprüfung, Credit Score, Schecks und Social Security Number, Business Cards und eine Einladung zum Sommerfest der GABA am kommenden Samstag.

Darauf freuen wir uns jetzt schon und hoffen, dass es genauso nett und interessant wird, wie der Stammtisch. Netzwerkeln kann ja nie schaden :-)

Ach ja, und das Bitburger hat nach so langer Zeit auch mal wieder ganz lecker geschmeckt ;-)

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Aug 16

So, das echte Leben hat uns eingeholt. Nach fast zwei Wochen Urlaub und Touri-Programm startet jetzt also der Ernst des Lebens – oder wie man so schön sagt.

Natürlich hatten wir bereits während der letzten zwei Wochen schon heftig House Hunting betrieben und diverse Objekte in Sunnyvale, Mountain View, Santa Clara und San Jose besichtigt. Schnell konnten wir feststellen, dass wir für unser Budget tatsächlich eine 90 bis 100 qm große Drei-Zimmer-Wohnung bekommen würden in einer Anlage mit Pool, Fitness Raum, Hot Tub und sonstigem Schnickschnack.  Allerdings hatten wir immer irgendetwas an den Wohnungen auszusetzen. Entweder war sie zu dunkel, zu doof geschnitten, zu klein, etwas zu teuer, ohne Pool, an den Zuggeleisen, am Freeway oder sonst irgend etwas.

Aber passend zu Dirks erstem Arbeitstag habe ich etwas besichtigt, was mir sehr gut gefällt. Dirk begutachtete meine Entscheidung gestern und war ebenfalls begeistert. Nun gilt es noch ein paar Hürden zu meistern (hier muss man erst einmal eine Bewerbung abgeben und diverse Angaben machen, bevor entschieden wird, ob man überhaupt mieten darf, dann müssen wir noch eine Art Kaution hinterlegen, damit sie zunächst einmal das Apartment nicht anderweitig vermieten bis wir einziehen und und und). Jetzt heißt es also Daumen drücken, dass wir die Wohnung bekommen und tatsächlich Ende August bereits unser neues Heim beziehen können. Dann gibt es natürlich Fotos, mehr Informationen über unsere Wohnanlage und eine genaue Adresse.

Dann haben wir noch etwas sehr aufregendes hinter uns gebracht: wir haben ein Konto eröffnet. Juchhuh! Nachdem uns unsere Londoner HSBC, die uns versprochen hatte unser Konto nach USA umzuziehen, bisher ziemlich hängen gelassen hat, haben wir uns nun zur Bank of America aufgemacht und innerhalb einer Stunde ein Konto eröffnet. Das ging erschreckend einfach und ohne weitere Komplikationen.

Erst einmal gibt es für uns Ausländer natürlich nur Debit Cards (also EC-Karten) und die Kreditkarten gibt es dann halt erst, wenn sie sehen, dass wir ordentliche Kunden sind. Aber das ist ja auch ok so. Lustigerweise, kann man hier in USA seine EC- und Kreditkarten im Design etwas an die persönlichen Vorlieben anpassen und auch die Schecks kann man gestalten. So hätten wir zum Beispiel die Karte mit dem Logo unseres Lieblings Football-, Basketball-, Baseball- oder was weiß ich Team gestalten können. Das Praktische dabei ist, das man bei manchen mit jeder Transaktion die mit der Karte getätigt wird Punkte sammeln kann um sich damit dann am Ende z.B. ein Trikot zu kaufen. Oder man wählt eine wohltätige Organisation, die dann von der Bank of America Spenden erhält wenn man die Karte ordentlich benutzt. Da wir hier noch kein Lieblings-Sport-Team haben, haben wir uns nun für WWF entschieden und unsere EC-Karten zieren dann demnächst nette Panda Bären. Für die Schecks (ja hier zahlt man unter anderem seine Miete meist noch per Scheck) sind wir uns im Design noch nicht einig. Wir denken aber ernsthaft über ein Spongebob Design nach (haha).

Wir sind also am Laufenden Band beschäftigt und kommen gar nicht richtig dazu den Pool vor dem Haus zu nutzen.

Dirk hatte Freitag dann auch schon seinen ersten Arbeitstag bei Yahoo! Sunnyvale – dem Mutterschiff. Zum Glück war er ja bereits im Februar schon einmal dort gewesen, so dass er ja bereits seine engsten Kollegen kennen lernen durfte. Natürlich war der erste Arbeitstag von Bürokratie geprägt und so verbrachte er seine Zeit hauptsächlich damit seinen Namen in irgendwelche Formulare einzutragen, seinen Schreibtisch zu beziehen, einen neuen Computer zu organisieren und sich mit dem Office vertraut zu machen. Also eher eine ruhige Angelegenheit.

Nach all den Aufregungen der letzten Tage werden wir es uns heute allerdings gut gehen lassen und einen faulen Pool Tag einlegen. Muss ja auch mal sein. Wir wollen ja möglichst bald diesen blassen London Teint los werden.

AUF IN DEN POOL………..

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Aug 14

Frisch ausgeruht ging es für uns am Dienstag von Carmel aus zunächst auf die Monterey Peninsula um den legendären 17-Miles-Drive zu befahren.

17-Miles-DriveEs gibt mehrere Eingänge zu dieser sehr exklusiven Wohn-und Golfanlage auf der Monterey Peninsula welche man auf dem 17-Miles-Drive für $ 9.20 pro Auto umrunden und bestaunen kann. Unter anderem findet sich hier der berühmte Pebble Beach Golf Course und zwei Buchten, in welchen die Harbor Seals jedes Jahr zwischen April und Juni ihre Jungen zur Welt bringen (diese Buchten sind dann übrigens 17-Miles-Drivefür den Besucherverkehr gesperrt).

Ich war schon vor einigen Jahren einmal hier und war schon damals von dieser unglaublichen Wohnanlage, den Stränden und den coolen Golfplätzen begeistert und darum musste ich Dirk dies alles auch noch einmal zeigen.

Leider hatten wir mit dem Wetter etwas Pech, da der berühmte Pazifik Nebel sich hartnäckig festgesetzt hatte und einfach nicht der Sonne Platz machen wollte. Aber selbst der Nebel ist ein echtes Erlebnis. Ich habe wirklich noch nie in meinem Leben einen solchen Nebel gesehen. Hier im Silicon wpid124-Carmel.jpgValley werden wir von ihm verschont, aber manchmal können wir ihn über die Santa Cruz Mountains vom Pazifik her kriechen sehen. Der Nebel ist unheimlich zäh und dicht. Fast wie Rauchschwaden zieht er durch die Bäume und taucht alles in eine sehr gespenstische Atmosphäre. Meist bedeckt er die Küste am Morgen und verzieht sich dann im Laufe des Tages, bis er am Abend wieder zurück kommt. Manchmal, bleibt er aber auch den ganzen Tag, so wie in unserem Fall. Aber davon lässt man sich die Laune nicht verderben und meinem Big SurSonnenstich tat die bedeckte Sonne ohnehin gut.

Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit, den 17-Miles-Drive zu befahren. Wir hielten immer mal wieder an, um die schöne Aussicht zu genießen, Fotos zu schießen oder auch den Rehen auf dem Golfplatz beim Balzverhalten zuzusehen. Ja, Rehe auf dem Golfplatz! Das sieht vielleicht lustig aus, wenn sich diese Tiere noch nicht mal von einem laufenden Golfspiel aus der Ruhe bringen lassen. Sehr sehenswert!

Im Anschluss an den 17-Miles-Drive machten wir uns auf den Highway No. 1 in Richtung Süden auf den Weg. Gerade in der Gegend um Big Sur kann man die unglaubliche Schönheit der Californischen Pazifikküste bewundern. Steile Klippen, einsame Buchten, Briefkästen die nur erahnen lassen, dass dort Highway No.1irgendwo auch Häuser sein müssen und der kilometerlange Highway No.1 – einfach traumhaft. Und auf einem unserer unzähligen Stopps an einem der “Vista Points” haben wir in der Ferne sogar einen Wal gesehen! Juchhuh! Er war zwar ziemlich weit weg, aber die Fontäne konnte man deutlich sehen und für einen Delphin war das Tier auch wirklich zu groß.

Eigentlich wollten wir kurz hinter Lucia über eine kleinere Straße durch die Berge zurück auf die US 101 fahren, welche uns bis fast vor die Haustür bringen sollte. Da diese aber wegen Waldbränden gesperrt war, mussten wir unseren Weg weiter ´gen Süden fortsetzen. Wir wurden etwas unruhig, da wir ja noch am selben Tag wieder zurück in Sunnyvale sein wollte und es bereits Nachmittag war, und wir immer noch in Richtung Süden, statt nach Norden ins Silicon Valley fuhren. Die nächste Möglichkeit über die Berge zu gelangen lag überdies auch noch einige Meilen weiter und so überlegten wir schon, ob wir einfach alle Termine für Mittwoch absagen sollten, aber noch war alles im Rahmen.

Elephant SealsUnd was für ein Glück, dass diese Straße gesperrt war! Unfassbar, dass wir fast ein echtes Highlight verpasst hätten! Durch diese ungewollte Verzögerung unserer Heimreise kamen wir noch an Point Piedras Blancas vorbei. In dieser Bucht lagen duzende von Elephant Seals (See-Elefanten) faul in der Sonne. Wir kamen bis auf ca. 3m an diese riesigen Viecher heran und konnten sie so intensiv bestaunen und riechen. Man, die müffeln vielleicht! Aber es war ein Elephant Sealsechtes Erlebnis. Harmlos sind die ja nicht gerade und ich war froh, dass wir auf einem kleinen Hügel standen, und so schnell zum Auto hätten laufen können (für den Fall der Fälle). Auch wenn die (echt hässlichen) riesigen männlichen See-Elefanten faul in der Sonne lagen, so haben sich ein paar von ihnen (ich glaube nur uns Touristen zu liebe) eine kleine Rauferei geliefert. Allein dieses “Hey, ich bin der Boss! Nein ich bin der Boss! Ich zeig Dir gleich wer den größeren Rüssel hat” – Gehabe hat und schon gezeigt, wie ungemütlich die werden können, wenn es darum geht, wer die heißeste See-Elefanten-Kuh Elephant Sealsbekommt.

Für uns war es jedenfalls das Highlight unseres Roadtrips, da wir beide noch nie See-Elefanten in freier Wildbahn gesehen haben. Es ist schon unglaublich, was die Natur so zu bieten hat und toll, dass man so etwas erleben darf.Elephant Seals

Ach ja, nach einer 3 1/2 stündigen Fahrt durch Weinanbaugebiete kamen wir dann auch um kurz nach 21Uhr wieder in Sunnyvale an und sahen zum ersten Mal einen Sonnenuntergang über dem Silicon Valley (davor waren wir wegen des Jetlags einfach immer schon früher im Bett ;-) )

Ach ja, bevor ich es wieder vergesse, Dirk hat ebenfalls einen Flickr Account und es lohnt sich sehr, sich auch seine Fotos an zu schauen: http://www.flickr.com/photos/weboutput/

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Aug 13

Um unser Touristen Programm noch etwas zu vervollständigen, machten wir uns Montag auf den Weg nach Monterey. Nach nur 1 1/2 stündiger Fahrt kamen wir auch schon an unserem ersten Ziel an.The Boss

Monterey ist ein ehemaliger Fischerot, der kurzzeitig sogar einmal amerikanische Hauptstadt war, und heute hauptsächlich vom Tourismus lebt (was man leider auch sehr deutlich spürt).

Von hier aus kann man das ganze Jahr über zu Whale Watching Touren aufbrechen, die je nach Saison, Anbieter und Dauer zwischen 35 und 45 Dollar pro Person kosten. Eine solche Tour haben wir dieses Mal noch nicht gemacht, aber es kann nicht mehr lange dauern, bis wir uns auch einmal diesen Riesen des Pazifiks nähern werden.  Von April bis Dezember kann man wohl Buckelwal, Blauwale, Killerwale, Delphine und natürlich die obligatorischen Seelöwen und Robben bewundern. Von Dezember bis April gibt es dann die Grauwale zu bestaunen.

Ansonsten bietet Monterey noch das in ganz USA berühmte Monterey Aquarium. Das Aquarium soll wohl ein echter Knüller sein, und jeder, wirklich jeder hier hat uns bereits davon vorgeschwärmt und eine Mitgliedschaft ans Herz gelegt. Alles klingt wirklich toll, aber so lange wir es selbst noch nicht bewundert haben, können wir darüber natürlich auch noch nichts berichten. ;-)

Nachdem ich mir auf auf unserer zweistündigen Rundwanderung auf der Cannery Row einen Sonnenstrich zu gezogen habe (aber das habe ich natürlich erst Harbor Seal and Cormorantsam Abend bemerkt), sind wir weiter nach Carmel aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin haben wir doch tatsächlich noch ein paar Harbor Seals sehen können, was mich persönlich sehr gefreut hat. Diese Tiere sind nämlich etwas seltener als die allgegenwärtigen Seelöwen und auch etwas scheuer.  Dazu gab es so zu sagen noch jede Menge Kormorane obendrauf ;-) .Und so ging es also auf nach Carmel.

Carmel ist wirklich wunderschön. Reizend – wie ich nicht müde wurde Dirk mitzuteilen.

CarmelDieser kleine Ort liegt an einem fantastischen weißen Sandstrand in einer unheimlich schönen Bucht. Es gibt keine Hochhäuser, dafür aber umso mehr uralte Pinien, welche die eine oder andere Straße fast schon in einen Tunnel verwandelt. In Carmel gibt es keine Reklametafeln, Parkuhren, Hausnummern oder Briefkästen.  Erst seit kurzem ist es auf Wunsch möglich, die Post ausgeliefert zu bekommen, üblich ist jedoch sie selbst vom Postamt abzuholen. Kurios ist ebenfalls, dass neue Häuser und Geschäfte nunmehr um die alten Bäume herumgebaut werden müssen.

Clint Eastwood war übrigens vor einigen Jahren Bürgermeister von Carmel und viele Prominente leben/lebten in Carmel.

Ich kann nur jedem Kalifornien-Besucher dieses Juwel am Highway No. 1 empfehlen.

Hier angekommen bezogen wir ein nettes kleines Hotel, das Cobblestone Inn, welches uns von Ilona empfohlen wurde.  Nachdem Einchecken gab es auch foggy Carmeldie Nachmittags Häppchen und ein Gläschen Wein auf Kosten des Hauses (hihi, ist das nicht nett). Frisch gestärkt machten wir uns dann Sun behind Fogzu Fuß auf, Carmel zu besichtigen. Einmal abgesehen davon, dass man, wenn man vom Strand zurück will, bergauf laufen muss, ist es wirklich sehr schön, diesen Ort zu Fuß zu erkunden. Es gibt kleine Geschäftchen, Anitiquitäten-Läden, Designer-Shops und nette Restaurants.

Nach einem leckeren Abendessen und einem ausgedehnten Spaziergang am Strand, der faszinierend unter dem dicken Nebel (über welchen in noch ausführlicher berichten werde) lag, fielen wir auch müde (und ich mit heftigen Sonnenstich-Kopfschmerzen) in unser Bett. Am nächsten Tag sollte es ja weiter gehen auf unserem Roadtrip.

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