Mar 19

Auf ins Nirgendwo

Freitag fuhr ich bei grauenvollem Regenwetter gemeinsam mit meinen Eltern in Richtung Norden. Quer durch San Francisco über die Golden Gate Bridge an Sausalito vorbei auf den Highway No. 1 in Richtung Norden.

Schnell haben wir die Zivilisation verlassen und kurvten uns am Pazifik entlang auf dem Highway 1 in Richtung Norden. Vorbei an Muir Beach, Stinson Beach, Point Reyes National Sea Shore nach Bodega Bay.

Hier gab es erst einmal Lunch in einem netten Lokal direkt an der Bay, die sicherlich total schön gewesen wäre, wäre es denn ein sonniger Tag gewesen. Aber es regnete in Bindfäden, so dass selbst die Möwen missmutig auf ihren Pfosten saßen.

Missmutige Möwen? Ja, und das war insbesondere in Bodega Bay kein schöner Anblick, denn Bodega Bay war einst der Drehort des Alfred Hitchcock Klassikers “The Birds” also “Die Vögel”.

Wir wurden zum Glück von Vogel- Angriffen verschont und konnten unbehelligt, aber nass, unseren Weg in Richtung Norden fortsetzen.

Der Highway 1 wurde irgendwie immer kurviger, die Gegend immer einsamer und die wenigen Ortschaften, die wir passierten, immer kleiner.

Handy Emfpang gab es schon lange nicht mehr, dafür aber Rehe direkt am Straßenrand, knörtzelige Bäume die verwunschene Alleen säumten und atemberaubende Blicke auf den Pazifik.

Trotz Regen konnten wir die Schönheit der Landschaft erkennen und wie zum Beweis sollte am späten Nachmittag die Sonne herauskommen und uns den restlichen Weg bis zur ersten Herberge in Elk begleiten.

In dem mehr als übersichtlichen Örtchen Elk sollten wir die erste Nacht unserer Reise im Griffin House Inn verbringen. Das Griffin House Inn ist ein altes uriges Bed and Breakfast, welches kleine Cottages (also Hütten) besitzt, welche man eben mieten kann. Drei der Hütten haben einen fantastischen Blick auf den Pazifik, da sie direkt auf dem Rand einer Klippe stehen.

Sehr romantisch, sehr kostspielig (man zahlt hier den Blick) und ziemlich kalt.

Da die Hütten über wenig Heizmöglichkeiten verfügen, keine Isolierung besitzen und die nächtlichen Temperaturen den Gefrierpunkt erreichten, hatten wir alle eine mehr als frostige Temperatur in unseren Schlafgemächern.

Ich muss dazu noch erwähnen, dass Dirk nach getaner Arbeit sich ebenfalls in Richtung Norden machte um uns in Elk zu treffen. Er wählte zunächst den schnelleren aber weniger sehenswerten Weg über den Highway 101, wobei er in stockfinsterer Nacht quer durch die Redwood Wälder auf der CA- 128 in Richtung Elk fahren musste. Serpentienen versteht sich und keine Menschenseele auf der Straße. Wahrscheinlich, so vermute ich, wurde er auf diesem Weg von Bigfoot beobachtet oder von Reinhold Messner, wer weiß das schon so genau.

Er kam jedenfalls gut in Elk an und durfte dann gemeinsam mit dem Rest von uns, sich durch die Nacht frieren.

Etwas bläulich machten wir uns dann Samstag früh auf, zum nächsten Teil der Reise…

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