Mar 22

Nach einer frostigen Nacht wachten wir mit der aufgehenden Sonne am Samstag (ziemlich) früh auf. Kein Wölkchen am Himmel, dafür aber jede Menge Sonnenschein – so muss Urlaub sein!

Kurz nach dem Frühstück machten Dirk, meine Mutter und ich uns dann auf nach Point Arena. Hier hatten wir am Vortag einen Leuchtturm gesehen, welchen wir nun unbedingt besichtigen wollten.

Mein Vater fuhr in Richtung Norden voraus, um für die zweite Nacht eine Unterkunft für uns zu suchen.

Das Point Arena Lighthouse wurde bereits im Jahr 1870 errichtet. Im großen Erdbeben 1906 wurden die umliegenden Gebäude komplett zerstört, der Leuchtturm selbst blieb stehen, hatte jedoch so gravierende Risse im Fundament, dass er abgerissen werden musste. Heute steht der neue Turm an der selben Stelle wie der Alte und beherrbergt im Inneren die alte Treppe.

Während des Erdbebens war damals sogar ein Leuchtturmwärter auf dem Turm und funkte, dass er ein Erdbeben kommen hören konnte. Die San Andreas Falte ist hier in Point Arena ca. 10km vom Leuchtturm entfernt im Landesinneren. Dem Mann ist zum Glück nichts passiert.

Wir kletterten die unendlich vielen Stufen bis nach Oben und hatten von hier einen wundervollen Blick auf die Küste. Der dort auf Touristen wartende Voluntier erzählte uns, dass der bereits den ganzen Morgen über die nach Norden ziehenden Grauwale beobachten konnte.

Angestrengt blickten wir also auf das Wasser und sahen….nichts. War ja klar ;-)

Aber es war dennoch wirklich toll und der Blick einfach unbezahlbar. Ach ja, noch so am Rande, hier wurde übrigens ein Teil des Filmes: Forever Young mit Mel Gibson gedreht. Für die, die es interessiert :-)

Nach unserem Abstecher zum Point Arena Lighthouse ging es für uns wieder in Richtung Norden auf der CA-1 bis nach Mendocino.

Auf der Fahrt sangen wir dann auch dem entsprechend immer wieder diesen sch#@* Schlager. Eigentlich sangen wir ununterbrochen schon die ganze Zeit und auch jetzt wo ich das hier schreibe windet sich dieser Wurm wieder in mein Ohr. Na toll! Aber zum Glück lenkte uns das Gesinge nicht allzu sehr ab, denn sonst hätten wir vielleicht den Mountain Lion verpasst. Jaha, hier gibt es Löwen, oder auch Puma oder Panther. Genau! Echte Berglöwen. Und wir haben einen gesehen! Zum Glück war er ziemlich weit weg und an uns nur wenig interessiert, aber nach heftiger Diskussion, ob es nun ein echter Mountain Lion war oder nur eine mutierte Katze, haben wir uns dann darauf geinigt, doch einen solchen gesehen zu haben. Diese These wurde Tage später von meiner Mutter bestätigt, als sie erneut einen Mountain Lion sah und sich über diese Tiere auch in einer Ranger Station erkundigte. Also Mountain Lion gesehen: Häckchen – done that! :-)

Meinen Vater hatten wir übrigens unterwegs wieder eingesammelt und so konnten wir diese sehr niedlich Stadt, Mendocino, welche dem County ihren Namen gab, zu viert genießen.

Mendocino ist nicht nur ein ausnehmend niedliches Örtchen, nein es ist auch das erste ernst zu nehmende Örtchen seit einer Ewigkeit.

Der Ort liegt hauptsächlich auf einer hohen Klippe über dem Pazifik. Man hat hier wieder fantastische Ausblicke auf die Küste Nordkaliforniens und, wie uns berichtete wieder auf duzende Grauwale die just in diesem Moment an uns vorbeizogen – angeblich. Ich jedenfalls habe wie immer nichts gesehen.

Dafür aber Rehe! Ja Rehe die einfach so in den Vorgärten der Mendocinianer (so nenn ich die hier einfach mal) grasten. Einfach so. Direkt am Haus, an der Straße, zwischen all den Leuten. Sehr cool!

Mendocino County ist übrigens nicht nur Heimat vieler alter Hippies (ja wier haben tatsächlich ein paar von ihnen mit Zottelhaaren, bunten Stirnbändern, Regenbogenfarbe und Peace-Zeichen am Straßenrand stehen sehen) und ist auch, oder gerade deshalb eines der liberalsten Counties der USA (auch im Hinblick auf den Umgang mit Marijuana). Darüber hinaus ist Mendocino Schauplatz und/oder Kulisse diverser Filme und TV Serien. So wurde Mendocino unter anderem zum Örtchen Cabet Cove in Mord ist ihr Hobby und bot Julia Roberts und Elijah Wood Herberge für jeweils einen ihrer Filme (hab aber leider Vergessen welche :-( ). Man kann sich also vorstellen, wie viel Mendocino und sein County in Hinblick auf Natur zu bieten hat.

Dafür hingegen gibt es kaum Handy-Empfang und Internet. Ja, wer im Paradies leben will muss halt auf ein paar Dinge verzichten können.

Anschließend besuchten wir dann das zweite Lighthouse des Tages, in Point Cabrillo. Ganz anders als das Erste, viel kleiner, aber dafür sehr sehr hübsch. Da es ebenfalls so praktisch direkt auf einer Klippe am Pazifik stand, gingen wir auch sofort unserem neuen Hobby nach, dem Whalewatching.

Nach angestrengtem “auf-das-Meer-starren” um Wale zu sehen und doch nichts zu finden ging es dann zum Augenausruhen in die Redwood Wälder des Jackson State Forest.

Ui, das war vielleicht urig und unheimlich. Obwohl die Sonne schien und es gerade einmal kurz nach 15 Uhr am Nachmittag war, fuhren wir auf der sehr, sehr, sehr schmalen kurvigen Straße manchmal fast schon in der Dunkelheit. Sooooooo groß sind die Redwoods hier und sooooooo Viele! Diese Giganten können bis zu 2.000 Jahre alt werden und gehört zur Gruppe der Sequioas. Die eher an der Küste vorkommende Art der herkömmlich als Redwoods bezeichneten Bäume sind anders als ihre eher innländisch und in großen Höhen befindlichen Verwandten schmaler, dafür Höher und besitzen einen rötlichen Stamm.

Während wir also zwischen diesen Bäumen herumgurkten, hätte mich ein Besuch von Big Foot nicht sehr verwundert. Besonders gruselig waren die langen Flechten, die von den Bäumen herab hingen und fast wie moosige Spinnweben aussahen.

Wir waren ziemlich froh, als wir wieder aus dem Wald heraus waren, aber lohnenswert war es allemal.

Die Nacht verbrachten wir dann in Little River etwas südlich von Mendocino im Little River Inn. Eines der wenigen größeren Hotels auf unserer Reise.

Dazu gab es auch ausreichend Heizmöglichkeiten, so dass wir diese Nacht warm und kuschelig verbringen durften.

Ziemlich k.o. von den vielen Eindrücken des Tages fielen wir dann auch ziemlich früh in die Betten.

Leave a Reply