Jun 11

Jetzt geht’s los! Jetzt geht’s los!

Die ganze Welt ist mal wieder im Fußball Fieber und auch hier, wo Fußball eigentlich eher ein Mädchensport ist und nach American Football, Ice Hockey, Baseball und Basketball weit abgeschlagen in der Beliebtheitsskala der Sportbegeisterten rangiert, wird der Soccer! World Cup mit viel Aufmerksamkeit bedacht.

Anders als bei den Olympischen Spielen ist es mir tatsächlich möglich alle Spiele live im TV zu verfolgen, denn der Sportsender ESPN überträgt gemeinsam mit ABC (welche sich die Sahnestückchen gesichert haben) live aus Südafrika. Ach ja, natürlich kann man auch auf den spanisch sprachigen Sendern Fußball schauen, was für jemanden der kein Wort Spanisch spricht ziemlich lustig anzuhören ist.

Tatsächlich gibt es hier überdies jede Menge Sports Bars, in welchen man ebenfalls der WM folgen kann und viele öffnen tatsächlich bereits in den frühen Morgenstunden ihre Türen für die vielen Fußballbegeisterten, die es hier im Silicon Valley wohl mehr als anderswo in den USA gibt.

Und da wären wir auch schon beim dem größten Problem dieser WM, die Spielzeit!

Es ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig morgens Fußball zu schauen. Statt Bierchen und Grillen gibt es Müsli und Kaffee. Die Spiele finden hier (einigermaßen ok) um 11:30 Uhr morgens, um (schon etwas schwieriger) um 7:00 Uhr und um (absolut grausam) 4:30 Uhr in der Nacht statt.

4:30Uhr!!! Ich liebe es ja so viele Spiele wie irgendwie möglich bei einer solchen WM zu schauen, aber 4:30 Uhr?

Sorry, aber da werden wohl einige Mannschaften auf mich verzichten müssen. Schlimm genug, dass ich so früh für das zweite Spiel des deutschen Teams aufstehen muss, aber jeden Tag schaff ich das nun wirklich nicht.

Nein, geht gar nicht!

Aber immerhin habe ich es heute doch tatsächlich geschafft das erste Spiel zu sehen (war ja auch erst! um 7:00 Uhr morgens) und freue mich auf einen Monat voller Fußball. Ich werde weiterhin meine Augen und Ohren offen halten und versuchen ab und an über die Stimmung hier, wo man das Spiel Soccer nennt, zu berichten.

But for now, have fun and celebrate.

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Jun 08

Es gab mal wieder einen Feiertag, den Memorial Day.

Feiertage werden in den USA übrigens “Holiday” genannt und grenzen sich hierdurch sprachlich von den Ferien ab, welche “Vacation” genannt werden.

Solch ein “public holiday” bedeutet generell, dass Banken und öffentliche Einrichtungen geschlossen sind. Viele Firmen gewähren ihren Mitarbeitern ebenfalls diese offiziellen Feiertage, wohingegend der Einzelhandel und die Gastronomie an diesen Tagen (außer dem 25. Dezember) besonders in Anspruch genommen werden. Die meisten Feiertage sind übrigens hier in den USA nicht an ein festes Datum gebunden und finden daher meist “Am ersten Montag”/”Am letzten Donnerstag”/ “Am ersten Freitag” eines jeweiligen Monats statt. Diejenigen Tage welche hingegen an ein festes Datum gebunden sind, wie z.B. der 4.Juli bescheren dann dem Arbeitnehmer nicht selten einen freien Montag oder Freitag, selbst wenn der Tag auf einen Samstag oder Sonntag fällt. Das ist hier so Praxis und ich muss sagen, keine Schlechte. :-)

Also Memorial Day sollte es sein, welcher uns letzte Woche einmal wieder ein langes Wochenende bescherte (danke Y!).

Was ist also ein Memorial Day? Der Memorial Day ist grundsätzlich der 30. Mai, wird aber (wie ich oben schon erwähnte) am letzten Montag im Mai durchgeführt.

Ursprünglich hieß der Tag einmal Decoration Day und dient dem Gedenken und zur Ehre der U.S. Soldaten, welche bei Ausübung ihres Dienstes ums Leben kamen.

Der Tag wurde anfangs zu Ehren der gefallenen Unions- Soldaten nach dem amerikanischen Bürgerkrieg ins Leben gerufen und nach dem ersten Weltkrieg auf alle U.S. Kriegsgefallenen ausgeweitet.

Traditionell werden an diesem Tag Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten besucht, die U.S. Flagge wird bis Mittags an allen öffentlichen Gebäude auf Halbmast gehisst,  Freiwillige dekorieren die Gräber auf den großen Soldatenfriedhöfen mit Fahnen (daher auch der ältere Name Decoration Day) und es finden diverse Gedenkzeremonien überall in den USA statt.

Das Memorial Day Weekend markiert zudem den Start in die Sommersaison, viele Freibäder öffnen ab Memorial Day, Hotels starten ihre Sommerpreise und in vielen Teilen des Landes beginnen die Sommerferien. Labor Day im September markiert übrigens das Ende der Sommersaison.

Darüber hinaus wird das lange Wochenende mehr und mehr für Shopping (natürlich gibt es auch hier wieder unfassbar viele Schnäppchen), Famlilienbesuche, Feuerwerke und Kurzurlaube genutzt.

Auch die Indianapolis 500, eines der ältesten Rundstrecken Autorennen der Welt, findet seit 1911 am Memorial Day Wochenende statt.

Wer noch etwas mehr über den Memorial Day wissen möchte, kann hier nachschauen, oder hier .

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Jun 03

Da das lange Memorial Day Weekend auch gleichzeitig das bisher wärmste Wochenende des Jahres war, ging es für uns Sonntag ans Meer.

Ziemlich schnell wurde uns klar, dass auch noch andere diese fantastische Idee hatten, denn wir standen im Stau.

Noch keine 10 Minuten unterwegs und schon ging es nicht mehr weiter. Na das konnte ja heiter werden. Kurz überlegt, was wir nun machen sollten, denn wir hatten beide keine Lust uns die nächsten Stunden quer durch die Berge zu quälen und dann den ganzen schönen Sonntag zu verpassen.

Zum Glück fiel uns eine Alternative ein, der Highway No.9. Von dieser Straße hatten wir erst kürzlich erfahren und obwohl unsere Gäste, die Hadnagys diesen Weg bereits erkundet haben, hatten wir bisher nicht das Vergnügen. Also warum nicht jetzt, dachten wir so bei uns. Diese Strecke dauert länger als der übliche Weg über den Highway 17, da er sich durch einsame Bergdörfer hindurch schlängelt, aber so konnten wir wenigstens fahren und standen nicht die ganze Zeit im Stau. Viele Serpentienen und auch nur eine Spur in jede Richtung versprechen ein sehr uriges Vergnügen auf dem Highway 9.

So kamen wir zum ersten Mal durch den wirklich hübschen Ort Saratoga durch und schlängelten uns so langsam durch die Santa Cruz Mountains.

Das war richtig toll. Von hier Oben hatten wir immer wieder einen super schönen Blick über die Bay Area, dann ging es in dichte Redwood Wälder, welche durch die zwischen den Zweigen hindurch schimmernde Sonne richtig zauberhaft aussahen.

Dann ging es durch klitzekleine Bergdörfer. Es ist schon sehr faszinierend, wie facettenreich die Bay Area doch ist. Da hat man zum Einen die eher europäisch anmutende Stadt San Francisco, die industrielle Gegend in der East Bay, eine Retortenstadt im Süden mit San Jose, das Silicon Valley mit dem Charme eines Gewerbegebietes und die Surfer- und Hippies Ecke am Pazifik. Und nun kommt wieder eine ganz anderes Amerika mit diesen kleinen Bergdörfern hinzu. Eigentlich kann man es gar nicht richtig beschreiben, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, in einem Amerika gelandet zu sein, wie ich es aus vielen Roadmovies bereits kennen gelernt habe. Eine Hauptstraße mit Liqour Store neben Liqour Store, einer Post, einem kleinen Supermarkt, einem Eisenwarenhandel und einer Bar. Sehr anders, aber auch sehr sehenswert (gut, wohnen wollte ich da nicht, aber hindurch fahren war ok).

Nach 1,5 Stunden hatten wir die “Überfahrt” nach Santa Cruz dann auch geschafft und weiter ging es in Richtung Norden auf dem Highway 1, bis wir am Pigeon Point Lighthouse angekommen waren. Hier gibt es nicht nur ein Hostel und einen Leuchtturm, sondern auch eine kleine schnuffige Bucht, wo man gemütlich Sonnenbaden kann, und der oft kalte Seewind von den Felsen abgehalten wird. Das war unser Ziel, und hier breiteten wir uns aus, in der Windstille direkt am Pazifik.

Herrlich! So sonnten wir uns gemütlich, aßen ein paar leckere Kirschen, welche wir auf dem Weg bei einem Bauern gekauft hatten, und hörten den Wellen zu.

Eine Gruppe von mehreren Eltern mit Kindern spielten zu unserer Unterhaltung Baseball und ab und an schwammen zwei Sea Otter und ein Sea Lion an uns vorbei.

Ein weiterer perfekter Tag an diesem langen Wochenende möchte ich meinen.

Dirk sah am Abend natürlich wieder wie ein Waschbär aus, nachdem er erneut lustige Streifenabdrücke von der Sonnenbrille im Gesicht hatte und ich habe mir die Zehen in eiskalten Wasser blau gefroren. Also alles wie immer :-)

Ziemlich erholt und glücklich kamen wir dann auch am Abend wieder daheim an und konnten uns auf einen weiteren freien, faulen Tag freuen.

California here we are :-)

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