Jun 03

Da das lange Memorial Day Weekend auch gleichzeitig das bisher wärmste Wochenende des Jahres war, ging es für uns Sonntag ans Meer.

Ziemlich schnell wurde uns klar, dass auch noch andere diese fantastische Idee hatten, denn wir standen im Stau.

Noch keine 10 Minuten unterwegs und schon ging es nicht mehr weiter. Na das konnte ja heiter werden. Kurz überlegt, was wir nun machen sollten, denn wir hatten beide keine Lust uns die nächsten Stunden quer durch die Berge zu quälen und dann den ganzen schönen Sonntag zu verpassen.

Zum Glück fiel uns eine Alternative ein, der Highway No.9. Von dieser Straße hatten wir erst kürzlich erfahren und obwohl unsere Gäste, die Hadnagys diesen Weg bereits erkundet haben, hatten wir bisher nicht das Vergnügen. Also warum nicht jetzt, dachten wir so bei uns. Diese Strecke dauert länger als der übliche Weg über den Highway 17, da er sich durch einsame Bergdörfer hindurch schlängelt, aber so konnten wir wenigstens fahren und standen nicht die ganze Zeit im Stau. Viele Serpentienen und auch nur eine Spur in jede Richtung versprechen ein sehr uriges Vergnügen auf dem Highway 9.

So kamen wir zum ersten Mal durch den wirklich hübschen Ort Saratoga durch und schlängelten uns so langsam durch die Santa Cruz Mountains.

Das war richtig toll. Von hier Oben hatten wir immer wieder einen super schönen Blick über die Bay Area, dann ging es in dichte Redwood Wälder, welche durch die zwischen den Zweigen hindurch schimmernde Sonne richtig zauberhaft aussahen.

Dann ging es durch klitzekleine Bergdörfer. Es ist schon sehr faszinierend, wie facettenreich die Bay Area doch ist. Da hat man zum Einen die eher europäisch anmutende Stadt San Francisco, die industrielle Gegend in der East Bay, eine Retortenstadt im Süden mit San Jose, das Silicon Valley mit dem Charme eines Gewerbegebietes und die Surfer- und Hippies Ecke am Pazifik. Und nun kommt wieder eine ganz anderes Amerika mit diesen kleinen Bergdörfern hinzu. Eigentlich kann man es gar nicht richtig beschreiben, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, in einem Amerika gelandet zu sein, wie ich es aus vielen Roadmovies bereits kennen gelernt habe. Eine Hauptstraße mit Liqour Store neben Liqour Store, einer Post, einem kleinen Supermarkt, einem Eisenwarenhandel und einer Bar. Sehr anders, aber auch sehr sehenswert (gut, wohnen wollte ich da nicht, aber hindurch fahren war ok).

Nach 1,5 Stunden hatten wir die “Überfahrt” nach Santa Cruz dann auch geschafft und weiter ging es in Richtung Norden auf dem Highway 1, bis wir am Pigeon Point Lighthouse angekommen waren. Hier gibt es nicht nur ein Hostel und einen Leuchtturm, sondern auch eine kleine schnuffige Bucht, wo man gemütlich Sonnenbaden kann, und der oft kalte Seewind von den Felsen abgehalten wird. Das war unser Ziel, und hier breiteten wir uns aus, in der Windstille direkt am Pazifik.

Herrlich! So sonnten wir uns gemütlich, aßen ein paar leckere Kirschen, welche wir auf dem Weg bei einem Bauern gekauft hatten, und hörten den Wellen zu.

Eine Gruppe von mehreren Eltern mit Kindern spielten zu unserer Unterhaltung Baseball und ab und an schwammen zwei Sea Otter und ein Sea Lion an uns vorbei.

Ein weiterer perfekter Tag an diesem langen Wochenende möchte ich meinen.

Dirk sah am Abend natürlich wieder wie ein Waschbär aus, nachdem er erneut lustige Streifenabdrücke von der Sonnenbrille im Gesicht hatte und ich habe mir die Zehen in eiskalten Wasser blau gefroren. Also alles wie immer :-)

Ziemlich erholt und glücklich kamen wir dann auch am Abend wieder daheim an und konnten uns auf einen weiteren freien, faulen Tag freuen.

California here we are :-)

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