Jul 11

Nationalfeiertag! Independence Day! 4th of July!
Endlich war es soweit und wir durften unseren aller ersten US Nationalfeiertag erleben!
Was macht der Durchschnittsamerikaner so an seinem großen Feiertag? Nach etwas Recherche und Herumfragen zeichneten sich in erster Linie “Hot Dogs Essen” und “Feuerwerk Gucken” als klare Gewinner ab. Ganz Vorne dabei waren noch “BBQ”, “Familie besuchen”, “Kurztripp machen” und “Faulenzen”.

Wir entschieden uns gegen BBQ im Garten von Bekannten zu Gunsten von einem Tag in der City. Wir wollten uns das bunte Treiben am Embarcadero und den Piers anschauen und am Abend das große Feuerwerk über der Bay bewundern.

Da wir ja kurz vorher auch noch Hochzeitstag hatten, gönnten wir uns zur Feier des Tages eine Übernachtung im Westin St. Francis direkt am Union Square.

Beim Einchecken gab es dann erst einmal einen kurzen Schreck, als uns mitgeteilt wurde, dass die Reservierung für den Tag zuvor gewesen sei und nicht für den 4. Juli.

Aber die nette Rezeptionista hatte dennoch ein Zimmer für uns frei und der Schreck legte sich ziemlich schnell wieder, als wir mit dem gläsernen Außenaufzug in Schallgeschwindigkeit in den 17 Stock brausten.

Zimmer schön, tolle Aussicht auf SF und schon ging es auf in den Trubel.

Eine 4th of July Parade gab es in San Francisco nicht, wohl aber in der East Bay in Alameda. Naja, vielleicht im nächsten Jahr…

So wanderten wir also bergauf und bergab quer durch San Francisco, denn das Wetter war schön und die Cable Cars viel zu voll (immer diese Touristen ;-) ).

Am Pier 39 angekommen bekamen wir dann auch erst einmal etwas Platzangst, denn es waren noch mehr Menschen hier, also üblich. Aber ein Ben & Jerry’s Eis half über den ersten Schreck hinweg.

Weiter ging es bis zum San Francisco Food and Wine Fest. Wir hatten hier Tickets online bestellt und wollten gerne auch noch Hot Dogs essen und Wein testen.

Das Fest selbst, war eher unspektakulär. Organisatorisch eine Katastrophe, weshalb wir über 30 Minuten in einer Schlange anstanden um am Ende kalte Burger und Hot Dogs zu bekommen. Naja, der Wein war ok, aber letztendlich machten wir uns nach nur 2 Stunden wieder auf den Weg ins Festgetümmel. An der Bay entlang wanderten wir in Richtung Fort Mason. Hier gibt es eine kleine Bucht von deren Mole aus, eines der Feuerwerke über der San Francisco Bucht abgefeuert werden sollte. Hier hatten sich schon um 15:00 Uhr hunderte von Menschen versammelt um der Live Musik zu lauschen und sich die besten Plätze für das abendliche Feuerwerk zu sichern.

Die Leute waren super ausgestattet mit Mini-Zelten, Picknickdecken, Riesen-Kühlboxen, Klappstühlen, iPads, Sonnenstühlen, Büchern, Spielen und BBQ.

Unfassbar! Die waren echt super ausgestattet.

Wir setzten uns einfach (unvorbereitet wie wir waren) einfach mal dazu und genossen das sonnige, wenn auch ziemlich windige Wetter.

Nach einer kurzen Pause ging es dann noch etwas weiter, auf den Hügel des Fort Mason. Und ich konnte zum ersten Mal überhaupt einen Blick auf die Golden Gate Bridge im Nebel erhaschen. Ja, ich habe sie bisher immer nur völlig klar und vom Nebel unbedeckt erleben dürfen. Leider musste ich aber beim Fort Mason festestellen, dass ich mir den Fuß bei einem früheren Umknicken, ziemlich lädiert hatte (was komischerweise erst jetzt anfing weh zu tun) und so brachen wir weitere Wanderversuche ab und suchten uns ein sonniges Plätzchen auf der Wiese mit Blick auf die Bay und warten hier auf das Feuerwerk. Welches zu diesem Zeitpunkt noch schlappe 5 Stunden entfernt lag.

Langsam zog dann auch der Nebel in die Bucht und es fing an, richtig kalt zu werden. Ist ja nicht so, als wüssten wir nicht, dass es in SF kälter ist als bei uns im Valley, ist ja auch nicht so als wüssten wir nicht, dass es am Abend auf empfindliche Temperaturen sinken kann… aber irgendwie haben wir das wohl verdrängt. Es lässt sich einfach nicht wirklich erklären, warum wir wie die Touristen mit viel zu wenig Klamotten am Körper da in der Kälte saßen. Als die Sonne unterging, konnten wir sogar unseren Atem sehen! Sooooo kalt war es. Wir waren kurz davor, uns typisch Touri ein 1 Love SF Pullover zu kaufen, aber haben des Stolzes wegen davon Abstand genommen.

Nachdem wir dann kurz vor dem sicheren Erfrierungstod waren, kam ein Kollege von Dirk inklusive Cousin vorbei und wir konnten uns mit etwas Unterhaltung vom Frost ablenken, bis es dann endlich, endlich um 21:30 Uhr los ging.

Das Feuerwerk zum 4. Juli über der San Francisco Bay. Einfach fantastisch! Über der Bay wurde es an zwei Stellen synchron abgefeuert und wir hatten die besten Plätze um beide sehen zu können. Das war schon toll. Im Hintergrund sah man diverse beleuchtete Ausflugsboote, über dem Himmel (gerade noch so unterhalb des Nebels) das Feuerwerk und die Reflektionen im Wasser. Richtig schön.

Das Feuerwerk war sehr schön und mein persönliches Highlight war ein Smiley, welcher mittels eines Feuerwerkskörpers an den Nachthimmel geszaubert wurden (den hab ich natürlich nicht mit der Kamera erwischt).

Ein gelunger Abschluss eines wirklich tollen Tages!

Müde und durchgefroren humpelten wir dann ein paar Blocks in Richtung Downtown nach dem Feuerwerk um erstaunlich leicht und schnell ein Taxi zu finden, welches uns wieder zurück zum Hotel brachte.

Da wir nicht mehr dazu gekommen waren, etwas zu Abend zu Essen, und ich auch nicht mehr wirklich laufen konnte, entschieden wir uns im Zimmer eine kleine Asiatische Malzeit zu uns zu nehmen. Diese hübschen Becher mit Nudeln, die man einfach mit heißem Wasser übergießt und dann nach 3 Minuten essen kann. Also ein sehr fürstliches Mal, welches wir überdies mit der Espresso Maschine zubereiten mussten (es gab keinen Wasserkocher und irgendwoher mussten wir ja heißes Wasser bekommen). Na dieser 4. Juli wird sicherlich noch lange in unserer Erinnerung bleiben.

Ach ja, zum Independence Day:

Hier wird die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung gefeiert. Während der Amerikanischen Revolution erklärten die 13 Kolonien am 2. Juli 1776 ihre Unabhängigkeit vom Königreich Großbritannien. Jedoch erst zwei Tage später, wurde die Unabhängigkeitserklärung vom Senat verabschiedet und unterzeichnet.

Interessanterweise starben die einzigen Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung welche später auch Presidenten werden sollten, John Adams und Thomas Jefferson, am selben Tag, nämlich am 4. Juli 1826; am 50. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung.

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Jul 07

Aus die Maus! Schade, aber ich persönlich fand die Leistung der deutschen Nationalmannschaft toll und bin darum auch gar nicht böse, dass Spanien heute gewonnen hat.

Immerhin werden die ja Weltmeister. Ja, hier steht es heute schon, Spanien wird Weltmeister. Sorry Niederlande, aber so hab ich das vor dem Turnier getippt und so bleibt es :-)

Naja, immerhin haben wir hier im Silicon Valley für etwas Fußballstimmung sorgen können.

Dafür, dass die Amis Fußball angeblich nicht mögen, wurden wir übrigens ziemlich häufig auf die Weltmeisterschaft angesprochen. Sei es im Taxi oder beim Arzt. Ich war immer ganz überrascht, wenn ich nach “football” gefragt wurde und antwortete stets: “American football or do you mean soccer”? Naja, vielleicht wollten sie es mir Deutschen auch einfacher machen, indem sie mich nach “football” fragten, aber immerhin. Tatsächlich hatte auch jeder, der mich darauf ansprach mindestens 1 Lieblingsteam, meist jedoch 2 oder 3. Die USA und dann noch ein “erfolgreicheres Land” wie sie meinten.

Darüber hinaus gab es tatsächlich in San Francisco im Stadion der Giants das Auftaktspiel der US Boys auf der Leinwand zu sehen. ESPN und ABC haben alle Spiele live übertragen und jede Menge Sportsbars hatten extra für die Weltmeisterschaft ihre Tore in den frühen Morgenstunden geöffnet. Ich denke, ganz so egal, wie sie tun, ist ihnen Fußball dann doch nicht.

Aber ich habe noch eine weitere interessante Beobachtung gemacht.

Es scheint, als sei hier in den USA Fußball bei denjenigen, die sich angeblich nicht für den Sport interessieren, nicht einfach nur wurst, nein, hier wird sich lautstark darüber ausgelassen wie blöd und langweilig Fußball doch sei.

Die Heftigkeit dieser Aussagen, sei es vom Mann auf der Straße oder im TV hat mich schon etwas irritiert (ich habe jetzt extra die hässlichen Kommentare weggelassen, sonst müsste ich hier dauernd ein *piep* einfügen). Es scheint fast so, als sei  die amerikanische Seele doch mehr mit dem Thema Fußball beschäftigt, als man sich eingestehen möchte.

Ich habe dazu zwei einfache Thesen, warum das so ist.

1.Es fuchst sie einfach unheimlich, dass es eine Sportart gibt, die weltweit so beliebt ist und in welcher sie einfach nicht zu den Weltbesten (Männer Team) gehören. Ich glaube, das können sie einfach nicht verknusen.

2. Dazu kommt meines Erachtens, dass sie selbst ihre Turniere gerne als “World Championship” “World Series” oder “World Cup” bezeichnen, tatsächlich aber nur USA und Canada daran teilnehmen. Und nun ist da ein Sportereignis, bei welchem tatsächlich mehr als nur 2 Länder teilnehmen. Unfassbar…

Naja, wollen wir mal nicht allzu hart mit ihnen ins Gericht gehen.

Sind ja nur Thesen und ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Meine Beboachtungen jedenfalls zeigen mir, dass zum Thema Fußball hier in den USA noch Potential zu finden ist, und wenn sie denn mal irgendwann im Finale des World Cup stehen sollten, dann gibt es in diesem sonst so sportverrückten Land sicherlich kein Halten mehr.

Bis dahin noch viel Freude mit dem Spiel und Platz 3 und dem Finale am Wochenende.

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Jul 03

Was liefert denn Jogis Truppe hier für ein tolles Turnier ab? Damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet, aber schön der Reihe nach.

Ich voluntiere ja schon seit ein paar Monaten für die GABA (German American Business Association) und als man mich fragte ob ich das gemeinsame Fußballschauen organisieren möchte, konnte ich natürlich nicht nein sagen.

So kam es also dazu, dass 60-70 fröhliche Menschen mit Deutschland Trikots und Flaggen am 13. Juni zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft in Sunnyvale im Firehouse Grill & Bar einfielen.

Die Betreiber der Sportsbar waren ziemlich überrascht, dass so viele Leute bereits um 11 Uhr am morgen die Lokalität heimsuchten und ihnen wohl für einen Sonntag morgen ein fantastisches Geschäft bescherten. Vielleicht hilft es ja auch die Fußballmuffeligkeit der Amis etwas zu überwinden, wenn sie sehen, wie viel Spass so ein Fußballspiel den Zuschauern bieten kann. Aber zurück zum Spiel.

Völlig überrascht von einer schön spielenden blutjungen Mannschaft, tollen Kombinationen und ziemlich überforderten Socceroos wurde jedes Tor laut bejubelt und bei einem Endstand von 4:0 für Deutschland sangen auch alle kräftig mit als plötzlich Oliver Pochers “Schwarz und Weiß” aus den Boxen lärmte. Hä??? Oliver Pochers Lied “Schwarz und Weiß” aus den Boxen der Sports Bar mitten im Silicon Valley??? Yep, genau das ist passiert. Ich weiß nicht, ob das jemand mitgebracht hat, oder wie das passieren konnte, aber so war es nun mal. Ok, deal with it and move on. :-)

Die nächsten Spiele der deutschen Elf sollten wir dann überraschend in Deutschland/Schweiz verfolgen. Auch hier machten die Jungs einen super Eindruck und ich vergesse mal die Niederlage gegen Serbien, da sie von mir sowieso eingeplant war (haben wir in einem Turnier eigentlich jemals gegen eine Mannschaft aus (Ex-) Jugoslavien gewonnen?

Rechtzeitig zum Viertelfinale waren wir dann wieder zurück in sunny California und dank des noch nicht ganz überwundenen Jetlags war es dann auch nicht ganz so fürchterlich im Morgengrauen aufzustehen um das Spiel um 7:00 Uhr !!! Morgens anzuschauen.

Wirklich unfassbar, wieviele Deutsche es in der Bay Area gibt und wieviele davon mitten in der Nacht an einem Samstag aufstehen um Fußball zu schauen!

Aber es hat sich ja gelohnt und mit einem schönen 4:0 gegen Argentinien konnten wir dann auch noch beschwingt unseren Hochzeitstag feiern.

Ich bin ja mal gespannt was die Jungs gegen Spanien so auf dem Kasten haben. Zwar habe ich auf Spanien als Weltmeister getippt, aber dennoch würde ich mich freuen, wenn ich in Hinblick auf das morgige Spiel da etwas falsch lag ;-)

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