Aug 31

… oder wie ich die letzte Woche damit zubrachte eine Schlafgelegenheit für uns zu organisieren.

Also, ein Bett zu kaufen, ist ja immer eine schwierige Angelegenheit, aber hier in den USA ist es eine wissenschaftliche Arbeit bis man ein “schlaffertiges” Bett zusammen hat.

Aber alles nach und nach. Zuerst natürlich muss man sich entscheiden, ob man ein amerikanisches Bett haben möchte oder ein europäisches.

Gut, wir wollen ein hohes, großes amerikanisches Bett. Frage: King Size oder Queen Size? California King oder Eastern King? Überlegen, und überlegen. Reichen 1.50m Breite? Nee, wir werden ja auch älter, also lieber breiteres Bett damit wir weiter von einander entfernt liegen können.

Also King Size. California King (1.93m x 2.13m) oder Eastern King (1.98 x 2.03m). Hm, wohl eine Glaubensfrage…Sind wir eher lang und schmal oder kurz und breit? Kurzer Anfall von ehrlicher Selbsteinschätzung = kurz und breit.

Also Eastern King: 1.98m x 2.03m. Passt auch besser in unsere neue Wohnung. Gut, das wäre geklärt, jetzt weiter.

Also, nächster Schritt: Bettengeschäfte im Internet gesucht. (das war der einfache Teil). Dann hinfahren. Mein erster Anlauf war bei Mattress Discounters. Ich betrat den Laden und gleich stürtze sich Anthony, der Store Manager auf mich und flötete: “Hi, how are you doing? My name is Tony and how can I help you?” Ok, soweit so gut. An diese penetrante Flötenstimmen und Überfreundlichkeit muss ich mich erst noch gewöhnen. Ja schön, ich heisse Cotta, komme aus Deutschland und bin immer grummelig – hihi, hab ich nicht gesagt, aber innerlich so vor mich hingedacht. Also zurück zu Tony.

Als ich ihm mitteilte, dass ich eigentlich zwei Betten suche und nicht einfach nur Matratzen, sondern das ganze Ding, da sah ich schon wie seine Augen die Dollarzeichen bekamen. Erst einmal musste ich nun lernen, dass amerikanische Betten ein einfaches Metallgestell haben (mit Rollen) an welchem man je nach Wunsch noch ein Kopfteil und/oder Fußteil anschrauben kann (aber das geht ja immer noch, ist ja alles genormt).

Auf dem Gestell liegt die Box. Sieht auf den ersten Blick aus wie eine Matratze ist aber eher eine stoffebezogene Holzbox. Darauf gibt es dann die Matratze.

Aha – so ist das also. Nachdem ich eine handvoll Betten probegelegen hatte, haben wir dann auch festgestellt, dass ich eine Matratze in “firm” also hart haben möchte. Firm kaufen hier anscheinend nur die Europäer, denn zum Einen sind sie seltener und natürlich – ja genau: teurer. War ja klar. Aber in einem Hängemattenähnlichenweichspülerpuschelfluffbett kann ich einfach nicht vernünftig schlafen. Also gut, dann wohl doch teurer.

Dann rechnete der Herr herum und erzählte mir was er mir alles für tolle Discounts geben könnte, weil er ja der Manager wäre und ich ja zwei Betten bräuchte und weil ich so nett wäre und er so gute Laune hätte und und und bla bla bla, hin und her der Preis: 2.000 Dollar.

Hm, ok, das ist nicht günstig, aber ok. Ich muss drüber nachdenken und raus aus dem Laden.

Nächster Stop: Sleeptrain. Hier selbes Spiel, Probeliegen, Handeln wie auf nem Bazar und Preis: 4.500 Dollar.

Hä? Mehr als doppelt so viel? Krass. Ich nett gelächtelt und raus aus dem Laden.

Mancini´s Sleepworld: gleiches Spiel, diesmal hieß der Verkäufer aber Richard oder so und zeigte mir erst einmal seine Wand of Awesomness (so hab ich die getauft, weil er mir eine Wand voller Plaketten mit Employee of the month und bester Verkäufer von Welt und überhaupt eben super awesomness gezeigt hat), ein Foto seines Sohnes und erst dann die Betten. Am Ende gab es einen super Deal (dafür ist der arme Kerl fast bankrott gegangen ;-) ) von 3.300 Dollar für 2 Betten.

Ich also wieder raus und versprach ihm mir das Angebot durch den Kopf gehen zu lassen (was ich auch bis genau genau ins Auto getan habe).

Nächster Bettenladen, gleiches Spiel, ähnliche Preise und so weiter und so weiter. Mittlerweile fühlte ich mich schon wie nach einem Tag mit Versicherungsvertretern und/oder Autohändlern. Grässlich. Irgendwann hab ich das dann abgebrochen und den Bettenkauf vertragt.

Aber da ich nun wusste welche Bettgröße es werden sollte, machte ich mich auf, nach der Austattung zu suchen.

Was für eine Katatrophe.! Erst einmal muss man nämlich in Erfahrung bringen, was man für so ein amerikanisches Bett alles braucht. Das ist nicht wenig, und hat alles auch lustige Namen.

Ich also zu Bed, Bath and Byond (hihi, ich liebe diesen Namen) und mir eine Verkäuferin geschnappt. Ich habe ihr dann erklärt, dass ich sowas zum ersten Mal mache und die komplette Erstaustattung benötige.

Sie: “Do you want a Duvet, Blanket or a Comforter”?

Hä? Was? Hm, keine Ahnung?

Ich bat sie dann mir alles einmal zu zeigen, damit ich mich entscheiden könnte.

Also in der Regel (und ich sage ausdrücklich “in der Regel”, denn das ist nicht immer so wie ich später noch erfahren sollte) ist ein Duvet also die Bettdecke, die man in ein Bettüberzug hineinsteckt, das Blanket ist eine dünne Decke, einem Bettlaken nicht unähnlich und ein Comforter ist eine dickere Decke mit Muster und Design das eben nicht noch in einen Überzug gesteckt werden muss.

Ok, also Duvet (ja ich mag das so wie ich es von “daheim” gewohnt bin). Gut, Duvet für Eastern King.

Sorry, but we only have California King Duvets.

Das fängt ja gut. Wie sich später noch herausstellen sollte, ist die Wahl eines Eastern King Bettes in Californien mit jeder Menge Mehrausgaben und Rennerei verbunden, da man alles bestellen muss. Das dauert, kostet und nervt. Aber wir wollten es ja nicht anders haben.

Ok, dann halt Kissen. Ja Kissen hätten sie für Eastern King (ja das ist wichtig! Jedes Bett hat ne andere Größe für Kissen)

Super! Sie fragt mich daraufhin: “Back sleeper, stomach sleeper, side sleeper? “Pillow and/or Shams” “What Threat Count do you prefer”

Hä? Was ist denn ein Sham und wieso will die wissen wie ich schlafe – was ohnehin in allen Positionen ist. Und was ist Threat Count bitte schön?

Langsam kam ich mir vor wie dieses kleine Mädchen in der McDonald´s Werbung vor einigen Jahren die verzweifelt ein Happy Meal bestellen wollte und mit der Auswahl völlig überfordert war.

Ich war völlig fertig und sagte, dass ich mich nochmal informieren möchte und später wieder komme. Dann bin ich nach Hause gefahren und habe mir eine Portion Ben & Jerry´s Chuncky Monkey Schockolade reingezogen.

Erst danach, ging es mir wieder besser und ich sagte nicht mehr still vor mich hin: “Ein Happy Meal – bitte”.

Dieses Spiel habe ich dann die ganze Woche über weiter geführt bis ich dann Decken bei Target gekauft hatte, Kissen bei Wal Mart, Bettlaken bei noch wem anders, ein Bettskirt (ja das ist eine Art Zierröcken damit man das Bettgestell nicht sieht), Bettüberzüge (Drama hoch 10) und Kissenbezüge (für Pillows, Shams sind kleiner und kommen später noch) für Sleeper in all positions ;-) ) bei Bed, Bath und Byond.

Das Ganze hat dann nochmal über 600 Dollar gekostet (für zwei Betten) aber wir haben jetzt erst einmal eine Grundaustattung.

Ach ja, Threat Count bezeichnet die Webdichte. Je kleiner die Zahl, desto billiger das Material, desto schneller kaputt. Ich habe nun gelernt, dass man einen Threat Count von mindestens 300 haben sollten, damit man etwas ordentliches erhält. Ok! What ever!

Übrigens bin ich dann Samstag zurück zu Mattress Discounters und habe bei Tony die zwei Betten für 2.000 Dollar gekauft, welche (keep your fingers crossed) heute geliefert werden sollen.

Fazit des Einkaufes: Bettenkauf in USA ist eine Wissenschaft für sich und die Austattung ist sauteuer.

I don´t wanna do that ever again!

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Aug 23

Hihi, natürlich gibt es auch hier einen IKEA. War ja klar, dass wir dort früher oder später ebenfalls landen würden. Und gestern war es also eher früher als später der Fall.

Nachdem wir Freitag unsere Zusage für unsere Wohnung erhalten haben, gestern dann erst auf einer Baby Shower bei Pam und Marco waren (hier feiert man das neue Baby bevor es “geschlüpft” ist) und anschließend auf dem Sommerfest der GABA waren sind wir auf dem Heimweg in Palo Alto noch bei IKEA vorbei.

Ach ist es nicht schön, dass man einfach zu IKEA gehen kann und schon fühlt man sich wie zu Hause. Haha, überall auf der Welt ein kleines Stückchen Schweden und Möbel, die man mehr oder weniger irgendwo in seiner alten Wohnung sowieso stehen hatte. So fühlten wir uns also gestern Abend auch wieder ein wenig Europäischer als wir durch die üblichen Show-Rooms von IKEA schlenderten.

Wir waren gekommen um uns mit Tellern, Töpfen, Besteck und sonstigem Küchenkram ein zu decken, da unser kompletter Hausrat erst Mitte/Ende September in Santa Clara eintreffen wird. Und da wir dann ja in der neuen Wohnung auch irgendwie unseren Frühstückstoast drauf legen müssen und den auch ab und an was Warmes zu Essen nicht schlecht wäre, mussten wir also in den sauren Apfel beißen und uns mit diesem Zeug eindecken. Da unsere Teller sowieso von IKEA sind, haben wir einfach hier aufgestockt. Kann ja nicht schaden ein paar Teller mehr zu haben, die gehen ja auch gerne mal zu Bruch. Gläser und Tassen ebenfalls.  Ein günstiges Topfset gab es auch gleich noch dazu, Kochlöffel, ein Sieb, Schneidebrettchen und ein Besteckset, welches wir dann in Zukunft einfach zu Picknick mitnehmen werden. Wir waren wirklich super stolz auf uns, als wir am Ende “nur” 130 Dollar ausgegeben hatten und außer einem lustigen Eiswürfel-Förmchen nichts gekauft hatten, was wir nicht wirklich brauchten.

Juchhuh!

Aber es war sicher nicht der letzte Besuch bei diesem schwedischen Möbelhaus in den nächsten Wochen und ich hoffe, dass ich mich auch zukünftig nicht von Teelichtern, Kerzenständern und Ähnlichem in Versuchung bringen lasse……

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Aug 22

Woohoo! Endlich war ich mal in einer Mall. Es hat lange gedauert, aber das Wetter ist hier auch sooooooo schön, dass man eigentlich nicht in einer Mall abhängen möchte. Aber da ich ein Baby-Geschenk benötigte, musste ich ohnehin mal einkaufen gehen und was liegt da näher als die Great Mall of the Bay Area.

Diese Outlet Mall ist von unserer neuen Wohnung (ja wir haben Freitag die Zusage für unser Apartment bekommen und werden ab nächster Woche in Santa Clara wohnen) gerade mal 10 Minuten entfernt und beherrbergt Geschäfte wie Old Navi, H&M, Nine West, GAP, Banana Republic, Abercrombie & Fitch und und und.

Die Mall ist wirklich riesig! Hat wirklich Spass gemacht hier durch zu schlendern, in alle Geschäfte mal hinein zu schnuppern um am Ende dann bei H&M ein zu kaufen. Hihi, ich komme irgendwie nicht über die europäischen Läden hinweg, aber das gibt sich sicherlich spätestens bei den Schuhe. Nine West z.B. ist einfach “aaaaaaaaawesome”.

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