Feb 23

Während der arme Dirk im momentan regnerischen Silicon Valley tapfer seiner Männergrippe und dem Arbeitsalltag trotzt, genehmige ich mir derzeit einen kleinen Ausblick auf den Sommer. Ich besuche meine Eltern in Naples, Florida.

Von Küste zu Küste fliegt man gerade etwas mehr als 5 Stunden (zurück ist es dann eine mehr) und schwupps ist man im Sommer.

Rechtzeitig zu meiner Ankunft hat sich auch die Kältewelle verzogen, die auch den Süden Floridas in den letzten Wochen fest im Griff hatte. Darum ist auch der Golf von Mexico lediglich erfrischende 18°C warm/kalt aber als Northern California Girl weiß ich was es heißt sich beim Baden den …Hintern abzufrieren. Wärmer wird der Pazifik bei uns ja schließlich selbst im Sommer nicht. Aber hier besteht noch Hoffnung und so sind über das lange Wochenende (es ist mal wieder Presidents Day) auch wirkliche viele Touristen hier. Ist in Deutschland eigentlich auch gerade frei? Ich wundere mich nur über die vielen, vielen deutschen Touris die wir derzeit hier erleben dürfen.

Nun bin ich also morgen genau 1 Woche hier und habe mittlerweile schon ordentlich an meinem Taint gearbeitet, mich von Millionen Mücken fast auffressen lassen, habe im Meer gebadet, Sandalen und Sommerklamotten gekauft und diverse Tiere fotografiert.

Immer abwechselnd geht es an den Strand oder einen Ausflug machen. Wir waren bereits im Ding Darling National Wildlife Refuge auf Sanibel Island und auch im Shark Valley, welches Teil des Everglades National Parks ist.

Hier haben wir eine kleine Wanderung unternommen und dabei super viele Schildkröten (die im Wasser heißen tatsächlich “Turtles”, wohingegen die an Land “Tortoise” heißen) bestaunt und ebenso viele Alligatoren. Besonders niedlich waren die ganz kleinen Alligators die noch so lustige Streifen haben. Wenn man die sieht, sollte man allerdings nicht allzu nah hingehen, denn auch wenn man sie nicht sieht, Mum is always watching ;-)

Natürlich haben wir auch wieder alles in Bildern festgehalten und auch unsere Sammlung an Vogelbildern weiter ausgebaut.

Ich hätte ja nie gedacht, dass mir Bird Watching mal Spass machen würde, aber es ist wirklich einfach hier in Florida mit dieser ganzen Fülle an Vögeln. Großen wie Kleinen, Hübschen wie Hässlichen.

Und natürlich sind mein Dad und ich immer ganz stolz, wenn wir ein besonders tolles Vogel Bild geschossen haben. Am Abend findet am heimischen Computer dann immer die Auslese der “Beute” statt und wir loben und kritisieren uns jeweils gegenseitig. Ein schönes Hobby, dieses Fotografieren…

Nun habe ich noch eine Woche Urlaub vor mir und auch wenn ich mich darauf Freue nach Hause zu meinem Gatten zu fliegen, so genieße ich die sommerlichen Temperaturen hier ebenfalls sehr.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: sooooo viele alte Menschen sind hier auch nicht unterwegs, bzw. es gibt mittlerweile (dank der Economy) auch jede Menge junger Familien und Paare, die Florida als Urlaubsziel für sich entdeckt haben.

Ich kann die südliche Golfküste nur empfehlen (Miami ist ok, aber ich mag die “andere” Seite lieber) und keine Angst vor den Alten

Die tun nichts, die wollen nur Spielen ;-)

Besonders niedlich fand ich ja unser Sunset Picnic. Hier gehen die Menschen tatsächlich Abends extra zum Strand um sich den Sonnenuntergang anzuschauen. Man bringt Stühlchen mit, etwas zu Trinken und/oder zu Essen und wartet bis die Sonne im Meer versinkt. Dann wird geklatscht.

Ist das nicht unglaublich kitschig und sooooo nett? Ich finde es einfach zauberhaft wie sehr sich Menschen über etwas so Alltägliches wie einen Sonnenuntergang freuen können. Das ist so wundervolle Lebensfreude, die einfach ansteckt und begeistert.

Der Sonnenuntergang ist aber auch wirklich ganz besonders schön hier.

Dec 19

Eigentlich ist Florida nun nicht gerade der Ort, an welchem man hoffnungsvoll “Let it snow, let it snow, let it snow” singt, aber auch hier wünschen sich die Menschen zum Weihnachtsfest nunmal eben Schnee.

Aber der Reihe nach.

Sonntag Abend startete ich um 23:30 Uhr (PST) von San Francisco aus in Richtung Fort Lauderdale um gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Oma Weihnachten in Naples, Florida verbringen zu können.

Nach einer sehr kurzen Nacht kam ich dann um 7:40 Uhr (EST) im sommerlich warmen Fort Lauderdale an und nach einer 2 stündigen Fahrt mit dem Mietwagen (die Geschichte um den Ärger bis ich den hatte, erspare ich mir, denn sonst rege ich mich nur wieder auf und mein Blutdruck steigt wieder bis kurz vor dem Überkochen) erreichte ich mein sommerliches Weihnachtsdomizil.

Irgendwie schon komisch, Weihnachten am Meer bei 26 – 30°C zu feiern, aber öfter mal was Neues schadet ja nie.

Nach mehreren Shopping Touren durch Naples und Umgebung (endlich habe ich den perfekten und heiß ersehnten Sonnenhut gefunden) ging es dann mit der gesamten Mannschaft und Freunden meiner Eltern am Donnerstag nach Downtown Naples.

Hier in der 3rd Street hatten sich die Stadtoberen nämlich etwas ganz besonderes für das anstehende Weihnachtsfest einfallen lassen.

Punkt 19:30Uhr fing es in der weihnachtlich dekorierten Straße an zu schneien!

Jaha! Das war vielleicht ein Spass!

Ok, ehrlicherweise muss ich wohl zugeben, dass es kein echter Schnee war, aber es hat trotzdem ziemlich gut ausgesehen.

Aus kleinen Kästen, welche an den Straßenlaternen befestigt waren, wurde eine Seifenlauge derart in die Luft geblasen, dass sie wie kleine Schneeflocken wieder auf die Straße rieselten.

Wir hatten jedenfalls ne Menge Spass und da es sich um Seifenlauge handelte, verwandelte sich die Straße auch stilecht in eine Rutschbahn.

Also eigentlich wie im echten Winter, nur halt nicht so kalt :-)

Ich wünsche allen, die jetzt frieren und im Schnee versinken viel Spass beim Schneemann bauen und Glühwein trinken.

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