Sep 22

Ich werde ja nicht müde zu erzählen, dass hier in Nord Kalifornien der Monat September einfach der Beste und Schönste ist. Und weil es so ist, hatte Dirk sich diese Woche spontan Urlaub genommen um einerseits endlich weiter an seinem Buch zu arbeiten, aber andererseits eben auch um ein wenig auszuspannen.

Und da es nun auch noch so wundervoll warm wurde, sind wir Montag mit Sonnenschirm, Liegestühlen, Badesachen und Hund nach Carmel gefahren.

Ich liebe dieses kleine Örtchen am Pazifik südlich von Monterey. Es ist so gemütlich und urig. Und das Beste ist, es ist sehr hundefreundlich. Hunde dürfen mit an den Strand und weil alle das so gut finden, findet man dort wohlerzogene Vierbeiner und Besitzer die hinter ihren Hunden aufräumen. Sehr angenehm. In viele Restaurants und Geschäfte dürfen die Hunde ebenfalls mit, und so war es für uns mit Pepper der ideale Ort um einen Strandtag einzulegen.

Wir haben es wirklich genossen und sogar durch Zufall Peppers Bruder getroffen, der witzigerweise just an diesem Tag auch in Carmel war.

So klein ist die Welt.

Natürlich haben wir uns auch wieder den obligatorischen Sonnenbrand geholt, der eine mehr als die andere, und ich war sogar im Pazifik schwimmen. Jaha! Bei Wassertemperaturen die kurz über dem Gerierpunkt liegen nichts für Weicheier aber ich habe mir geschworen mindestens 1x im Jahr abzutauchen. Juchhuh! Ich bin ein Held :-D

Gegen 15 Uhr kam dann der berühmt berüchtigte Nebel nach Carmel gewabert und auch wenn es anfänglich noch recht warm blieb, machten wir uns dann eine Stunde später auf den Weg den Berg hoch nach “Downtown”.

Wir sind dann noch ganz gemütlich durch die vielen kleinen Sträßchen und Gässchen gewandert und haben uns dann zum Abschluss noch bei einem Italiener den Bauch voll geschlagen.

Carmel hat jede Menge kleiner Boutiquen und ich glaube die wohl größte Dichte an Maklern die ich je gesehen habe. Jedes zweite Haus ist ein Makler. Unfassbar!

Nur leider fehlen uns zu einem Häuschen hier wohl so ein/zwei Milliönchen ;-)

Aber wir wohnen ja zum Glück nicht so weit entfernt, so dass wir da ja auch einfach mal für einen Tag hinfahren können. Mit Strand, Sonne, Meer und leckerem Essen… ein rund herum perfekter Urlaubstag. Ach ja, und der Hund war komplett fertig und schlief tief und fest als wir daheim ankamen. Ist ja auch nicht leicht, wenn man so den ganzen Tag den Strand umgraben muss. :-D

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Aug 22

Wow, das war vielleicht schön!

Am Samstag Abend fuhren Dirk und ich vom sonnigen Santa Clara in Richtung dicker Nebelsuppe in Santa Cruz. Wir hatten nämlich schon vor Monaten Tickets für die Shakespeare Santa Cruz Company mit dem Stück “Die 3 Musketiere” käuflich erworben und nun war es endlich soweit.

Die Shakespeare Santa Cruz Company ist eine 1981 gegründete Truppe aus ausgewählten Schauspielern, die jedes Jahr im Sommer (Juli bis September) in Santa Cruz auf dem Geländer der University of California, Santa Cruz 3 – 4 Stücke von Shakespeare aber auch Anderen zum Besten gibt. In dieser Zeit gibt es Aufführungen sowohl Indoors (im Theater der Universität) als auch Outdoors im Wald zwischen den Redwoods (Sinsheimer-Stanley Festival Glen). Auf der Website der Shakespeare Santa Cruz Company kann man natürlich noch mehr über das Ganze Programm erfahren.

Wir hatten also nun Karten für “The 3 Musketeers” welches im Glen, also im Wald aufgeführt werden sollte.

Normalerweise kommt man hier schon frühzeitig zum Spiel, belegt einen der Picknick – Tische und futtert erst einmal ordentlich. Da wir aber zum ersten Mal den Hund bei einer Nachbarin “geparkt” hatten, wollten wir ihre Geduld nicht ewig strapazieren und verzichteten auf das Picknick und kamen eine halbe Stunde vor Begin an, was genug Zeit ließ um uns noch mit zwei Bekannten, die uns erst auf diese Idee gebracht hatten, zu treffen.

Obwohl es ziemlich frisch war, freuten wir uns richtig darauf, ein Theaterstück mitten im Wald auf einer Lichtung zu sehen.

Das ist eine wirklich tolle Atmosphäre. Ich kann nur erahnen wir wunderbar “Ein Sommernachtstraum” hier sein muss.

Man sitzt hier entweder auf mitgebrachten Decken oder Campingstühlen oder mit etwas teureren Tickets auf Plastikstühlen die vor Ort bereits an den besten Stellen im Wald plaziert sind.

Die Lichtanlage hängt an Redwood Bäumen und die Bühne ist in Mitten einer zauberhaften Lichtung. Wirklich toll!

Leider konnte ich nicht fotografieren und darum kann ich das nicht zeigen, aber auf der Website gibt es Fotos und ich habe mal bei Flickr von anderen ein paar raus gesucht und hier sind ein paar Links:

http://www.flickr.com/photos/shakespearesantacruz/3795620099/

http://www.flickr.com/photos/theweatherreport/3832688440/

http://www.flickr.com/photos/lesbodojo/3875051044/

Wir hatten uns zum Glück warm eingemummelt inklusive Decken für die Beine und so konnten wir dem Stück unsere ganze Aufmerksamkeit schenken ohne zu erfrieren.

Die Story dürfte ja den Meisten hinlänglich bekannt sein, und so beschränke ich mich darauf zu sagen, dass es wirklich toll inszeniert war und wir jede Menge zu Lachen hatten und tolle “Fechtszenen” geboten bekamen.

Alles in Allem ein super Abend und wir werden ganz bestimmt im nächsten Jahr wieder kommen. Ein echtes kulturelles Highlight hier in der Gegend.

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Jun 18

Für viele Kalifornien Urlauber und Besucher ist es sicherlich eine der erstaunlichsten Erfahrungen auf ihrer Reise – das Wetter in San Francisco, der Bay Area und der Peninsula. Für alle die hier leben, ist es der tägliche Wahnsinn.

Ich spreche hier von den “Microclimates”.

Ein paar Meter, ein Häuserblock, ein Örtchen oder nur eine Straßenbiegung weiter und schon kann das Wetter ganz anders aussehen als eben gerade noch. Es kann durchaus vorkommen, dass z.B. in der South Bay im Sommer Temperaturen von 30°C erreicht werden und die Sonne vom Himmel brennt, während es in San Francisco kühle 18°C unter dichter Nebeldecke gibt.

Aber selbst hier in “the City” kann auch schon der nächste Häuserblock wieder im schönsten Sonnenschein erstrahlen, während 200 Meter weiter der dickste Nebel herrscht.

Auf Grund der Topographie und der Influenz des Pazifiks können hier in der Stadt von Block zu Block die Temperaturen durchaus  bis zu 5°C variieren.

Diese vielen unterschiedlichen Mikroklimas machen es einem ziemlich schwer, im Sommer die richtige Kleidung zu wählen oder etwa einen Ausflug zu planen.

Es ist schön häufiger vorgekommen, dass wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von der South Bay aus ans Meer fahren wollten, aber auf dem Weg nach Santa Cruz plötzlich in der dicksten Nebelsuppe hingen. Anstatt California Feeling gab es dann Erinnerungen an Nordsee mit dickem Norwegerpulli.

Ja, ja der Nebel! Der berühmte Nebel. Wie Trockeneis wabert er an manchen Tagen so über die Santa Cruz Mountains. Das sieht richtig schön aus, allerdings nur, wenn man nicht gerade darunter, oder mittendrin steckt. Der Nebel ist so dick, dass es fast scheint als würden Rauchschwaden durch die Bäume ziehen. Unwirklich, unheimlich aber dennoch wunderschön.

Aber wie hat es der Hotel Concierge im Cobblestone Inn in Carmel bei unserer Ankunft in Kalifornien im August 2009 so schön beschrieben: “Manchmal ist es am morgen nebelig und der Nebel ist am Nachmittag verschwunden. Manchmal ist es am morgen sonnig und der Nebel kommt erst am Nachmittag. Manchmal ist es den ganzen Tag sonnig und der Nebel kommt erst am Abend und manchmal, ja manchmal bleibt der Nebel den ganzen Tag”

Nun gut, der Nebel ist es also auch meist, der die Temperaturen hier so maßgeblich beeinflusst. Hat man das Pech gerade unter einer Nebelbank zu sein, ist es eben kalt. Oder es herrscht einfach nur ein wirklich kalter Wind, der auch den schönsten Sonnentag zu einer frostigen Erfahrung machen kann.

Viele Touristen unterschätzen daher immer wieder unsere Mikroklimas und man sieht dann hunderte von ihnen in den Sommermonaten fröstelnd mit eiligst gekauften “I love San Francisco” Pullovern durch die Gegend zittern.

Man kann es ja immer und immer wieder sagen, dass Mai-September nicht die idealsten Monate für einen Sommerurlaub in der Gegend sind, weil es eben auch empfindlich kalt werden kann, aber es glaubt einem ja niemand.

Wir fahren jedenfalls niemals mehr ohne dicken Pullie, Jacke und Socken in die City oder ans Meer. Wir haben gelernt :-)

Ansonsten kann ich nur immer wieder ausdrücklich jedem Tourist raten, Ende September bis Ende Oktober hierher zu kommen. Es gibt kaum noch Nebel und in der City ist es genauso warm wie im Landesinneren. Man kann Sonnenbaden und die dicken Pullies sind wirklich nicht nötig (außer vielleicht auf hoher See beim Whale Watching oder am Abend am Strand).

Für das restliche Jahr sei allen Besuchen und denen die hier Leben geraten: “If you don’t like the weather, walk a few blocks or drive a few miles”.

Ein schöner Artikel hierzu vom SF Chronicle: http://articles.sfgate.com/2001-07-09/news/17608480_1_weather-fog-climatic

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May 26

Freitag war dann auch schon unser letzter Tag im Park und weil die Sonne so schön schien, wollten wir unbedingt noch ein weniger im Park herum wandern.

Wir wollten nun unsere Wanderung zum Mirror Lake, welche wir Mittwochs abgebrochen hatten, nun endlich beenden. Ach ja, habe ich erwähnt, dass wir einen mörderischen Muskelkater vom Vortag hatten?

Genau, kaum in der Lage zu Laufen, machten wir uns nun also auf den Weg in Richtung Mirror Lake. Au, aua, auuuuuu. So ging es Schritt für Schritt Richtung Mirror Lake. Ursprünglich gab es hier einmal einen Rundweg um den See herum, aber seit einem Steinschlag vor einigen Jahren ist die eine Seite nicht mehr durchlässig.

Steinschläge scheinen hier übrigens ein großes Thema zu sein. Auch auf dem Highway 140 in den Park hinein ist ein Stück nur einspurig befahrbar, wegen eines Steinschlages vor mehreren Jahren. Es scheint nicht möglich zu sein, die Straße wieder zu befreien, weshalb das Provisorium nun langsam zur Dauerlösung zu werden scheint. Inklusive Stau wegen eben der einspurigen Verkehrsführung.

Aber zurück zum Mirror Lake.

Die Wanderung hierher ist wirklich angenehm und nur leicht bergauf. Man hat die Wahl ob man auf einer asphaltierten Straße läuft oder den schöneren Weg über Stock und Stein im Wald. Auf der asphaltierten Straße kann mein Stückchen mit den Fahrrädern fahren (die man hier übrigens auch leihen kann). Zum Glück ist dann aber auch die Straße irgendwann zu Ende um am See selbst hat man dann wieder schöne, ländliche Wanderwege.

Wenn ich jetzt sage, dass der Weg wirklich kurz und angenehm zu laufen ist, dann meine ich natürlich nicht mit dem Mega-Muskelkater, den wir hatten. Meine Beine schienen allerdings nach ein paar Hundert Metern etwas aufzugeben und mir das Laufen zu erlauben. Natürlich nur unter Protest.

Der Mirror Lake ist ein jahreszeitenabhängiger See, welcher am Tenaya Creek unterhalb des signifikanten Half Dome liegt. Der Half Dome ist ein Berg, der aussieht als hätte er eine runde Kuppel. welche zur Hälfte abgebrochen ist. Angeblich ist da aber nichts abgebrochen sondern er sieht genauso aus, wie er nach der letzten Eiszeit ausgesehen hatte – minus ein paar Steinschläge.

Mirror Lake heißt so, weil sich hier so nett die Berge ringsherum spiegeln – Who knew?

Wobei ein richtiger See ist es eigentlich fast nicht mehr. Durch Sedimentablagerungen verschwindet er langsam aber noch ist es eine nette Oase und besonders im Frühling durch die Schneeschmelze eben noch ganz ordentlich mit Wasser gefüllt.

Außerdem ist es ein wirklich kurzer und leichter Hike, weshalb man den gut zur Aufwärmung oder eben bei wenig Zeit “erledigen” kann.

Nach erfolgreicher Wanderung zum See und wieder zurück ging es für uns dann noch an den Fuß des Yosemite Falls.

Mit einer Höhe von 2,425 feet (739 m) im Ganzen (teilt sich aber in drei Stufen auf) ist er der größte Wasserfalls in Yosemite National Park und gehört zu den 10 größten der Welt. Ach ja, Yosemite National Park beherbergt angeblich 4 der 10 grössten Wasserfälle weltweit. Nur so zur Info.

Man kann natürlich auch ganz bis zum Anfang hinauf klettern, aber in Anbetracht unserer schmerzenden Füße und der Warnung in unserem Reiseführer, dass es sich dabei um einen sehr anstrengenden Weg handele, haben wir uns entschlossen einfach im Tal zu bleiben und “hinauf” zu schauen. Ach ja, wie ich schon sagte, ein Wasserfall sieht ja von unten sowieso viel beeindruckender aus als von oben ;-)

Um an den Fuß des Wasserfalls zu gelangen, braucht man keine Wandererfahrung denn ist eher ein kurzer Spaziergang. Das führt natürlich dazu, dass hier sooooo viele Leute herumwandern, dass es schon etwas überfüllt ist. Aber wir wollten ihn trotzdem aus der Nähe bestaunen und darum habne wir uns halt durch die Menschenmenge gewurstelt.

Natürlich wird man hier auch wieder schön nass aber das gehört ja auch dazu.

Nachdem wir dann unser Programm absolviert hatten, fuhren wir dann am Nachmittag wieder in Richtung Heimat.

Dieses Mal suchten wir den Weg über die Berge und über den Highway 120, welcher immerhin in Richtung Westen offen war. Und wir wurden mit atemberaubenden Panoramen mehr als belohnt.

Wir sind auch heute noch immer hin und weg von unserem Ausflug nach Yosemite und können immer noch nicht ganz fassen, wie wundervoll die Landschaft war. Die Fotos, die wir geschossen haben, können die eigentliche Schönheit der Landschaft nur sehr unzulänglich wieder geben.

Es war einfach traumhaft schön.

Für diejenigen die noch mehr Infos über den Park haben wollen habe ich hier mal ein paar Links, wobei ich die erste Website als besonders hilfreich empfinde für Wanderer (aber der Verfasser scheint ein Wanderer zu sein, denn meiner Meinung nach spielt er die Schwierigkeit einiger Wanderwege ziemlich herunter).

http://www.yosemitehikes.com/

http://www.nps.gov/yose/index.htm

http://www.yosemitepark.com/

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