Dec 08

Ja man glaubt es kaum, aber auch hier ist der Winter mittlerweile angekommen. Naja, beschweren können wir uns eigentlich nicht wirklich.

Wir haben seit Wochen schönsten Sonnenschein und die Nachmittage verwöhnen uns mit Temperaturen im zweistelligen Grad Celsius Bereich. Zwar gab es letzte Woche hier heftige Stürme (inklusive obligatorischen Riesenstrohmausfall in der Nähe von L.A.) und Frost Warnungen in der Bay Area, aber das findet meist in der Nacht und frühen Morgenstunden statt. Ja, kalt ist es dann wirklich und ich habe schon so manche Nacht den Wunsch nach einem energiesparend isoliertem deutschen Neubau mit doppelt- oder gar dreifachverglasten Fensterscheiben, Fußbodenheizung und/oder zumindest Zentralheizung verspürt, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert.

Nun denn, wir genießen jedenfalls unsere tägliche Dosis Sonne sehr, und auch der Hund findet es ganz fabelhaft. Insbesondere natürlich unsere ausgiebigen Spaziergänge in der nähren und weiteren Umgebung.

So waren wir z.B. letztes Wochenende in Tiburon.

Tiburon ist ein kleiner Ort nördlich von San Francisco und östlich von Sausalito, welcher auf einem kleinen Landzipfel direkt an der Bucht liegt.

Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf San Francisco und natürlich auch auf die Golden Gate Bridge, welche man von Sausalito aus kaum sehen kann.

Es geht eine Fähre rüber nach Angel Island, eine Insel mitten in der Bucht, welcher früher Immigration Zentren beherrbergte und militärische Einrichtungen. Heute kann man dort wunderbar wandern (was wir aus Erzählungen wissen, aber leider selbst noch nicht ausprobiert haben und was in Anbetracht des Hundeverbotes dort wohl auch nicht so schnell passieren wird) denn es gibt keine Autos dort.

In Tiburon selbst hatten wir dann einen schönen langen Spaziergang gemacht. Es gab ein Treffen von lauter Bearded Collies (so wie Pepper einer ist) und das war richtig witzig und für den Hund natürlich eine Mordsgaudi.

Wir hatten was zu Quatschen und einen wunderbaren Ausflug nach Tiburon.

Auf dem Rückweg gab es dann noch das obligatorische Fotoshooting vor der Golden Gate Bridge. Nicht dass wir von ihr nicht schon genug hätten, aber irgendwie finden wir die auch nach über 2 Jahren immer noch total schön.

Nun genießen wir noch die letzten sonnigen Tage bevor wir dann in Kürze für diverse Festivitäten nach Deutschland und die Schweiz reisen werden. Wir würden es sehr begrüßen, wenn für dieses Vorhaben Schneechaos, Fluglotsenstreiks, Blitzeis und andere Katastrophen ausbleiben könnten und wir nicht die Weihnachtstage irgendwo gestrandet auf einem einsamen, kalten Flughafen verbringen müssen.

Wir versuchen im Gegenzug auch etwas von dem Sonnenschein mitzubringen. Versprochen!

 

 

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Jul 10

Und täglich grüßt das Murmeltier, oder wie in unserem Fall anscheinend alle 2 Jahre ein Umzug.

Wie wir vor 1 Woche erfahren durften, hat sich unsere Eigentümergemeinschaft dazu entschieden unsere Apartmentmiete um schlappe 25% zu erhöhen. Ja vielen Dank auch!

Ok, wir hatten mit einer Erhöhung gerechnet, weil soooo viele Menschen hier auf Grund der Immobilinekrise ihre Häuser verkaufen müssen, bzw Zwangsversteigert werden, nun eben auf den Mietmarkt ströhmen und somit alle Preise (die hier sowieso schon wirklich heftig sind) in die Höhe treiben.

Aber 25%? Ernsthaft?

Nachdem wir überdies mehr und mehr das Gefühl vermittelt bekommen, dass wir täglich Dankbarkeit ausdrücken müssten, dass wir hier überhaupt leben dürfen, und wir nun auch den kleinen Hund haben, der gerne einen Garten hätte, haben wir uns entschlossen auf Wohnungssuche zu gehen.

Am Liebsten natürlich ein kleines Häuschen mit Garten, oder eben eine andere schöne Wohnung. 25% Preissteigerung finden wir nämlich ziemlich unverschämt und sehen es nicht ein, so viel zu bezahlen.

Naja, vielleicht lässt sich ja doch noch mal mit ihnen verhandeln, aber es ist sicherlich nicht schlecht, sich Alternativen anzuschauen und in der Hinterhand zu haben.

Nun brauchen wir viel viel Glück und viele gedrückte Daumen, dafür, dass wir vielleicht ein schönes kleines Häuschen finden, oder eine schöne andere Wohnung. Und dann wird es heißen: Kisten packen und wieder umziehen.

Unseren Sommer haben wir uns irgendwie auch anders vorgestellt…

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Jun 18

Für viele Kalifornien Urlauber und Besucher ist es sicherlich eine der erstaunlichsten Erfahrungen auf ihrer Reise – das Wetter in San Francisco, der Bay Area und der Peninsula. Für alle die hier leben, ist es der tägliche Wahnsinn.

Ich spreche hier von den “Microclimates”.

Ein paar Meter, ein Häuserblock, ein Örtchen oder nur eine Straßenbiegung weiter und schon kann das Wetter ganz anders aussehen als eben gerade noch. Es kann durchaus vorkommen, dass z.B. in der South Bay im Sommer Temperaturen von 30°C erreicht werden und die Sonne vom Himmel brennt, während es in San Francisco kühle 18°C unter dichter Nebeldecke gibt.

Aber selbst hier in “the City” kann auch schon der nächste Häuserblock wieder im schönsten Sonnenschein erstrahlen, während 200 Meter weiter der dickste Nebel herrscht.

Auf Grund der Topographie und der Influenz des Pazifiks können hier in der Stadt von Block zu Block die Temperaturen durchaus  bis zu 5°C variieren.

Diese vielen unterschiedlichen Mikroklimas machen es einem ziemlich schwer, im Sommer die richtige Kleidung zu wählen oder etwa einen Ausflug zu planen.

Es ist schön häufiger vorgekommen, dass wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von der South Bay aus ans Meer fahren wollten, aber auf dem Weg nach Santa Cruz plötzlich in der dicksten Nebelsuppe hingen. Anstatt California Feeling gab es dann Erinnerungen an Nordsee mit dickem Norwegerpulli.

Ja, ja der Nebel! Der berühmte Nebel. Wie Trockeneis wabert er an manchen Tagen so über die Santa Cruz Mountains. Das sieht richtig schön aus, allerdings nur, wenn man nicht gerade darunter, oder mittendrin steckt. Der Nebel ist so dick, dass es fast scheint als würden Rauchschwaden durch die Bäume ziehen. Unwirklich, unheimlich aber dennoch wunderschön.

Aber wie hat es der Hotel Concierge im Cobblestone Inn in Carmel bei unserer Ankunft in Kalifornien im August 2009 so schön beschrieben: “Manchmal ist es am morgen nebelig und der Nebel ist am Nachmittag verschwunden. Manchmal ist es am morgen sonnig und der Nebel kommt erst am Nachmittag. Manchmal ist es den ganzen Tag sonnig und der Nebel kommt erst am Abend und manchmal, ja manchmal bleibt der Nebel den ganzen Tag”

Nun gut, der Nebel ist es also auch meist, der die Temperaturen hier so maßgeblich beeinflusst. Hat man das Pech gerade unter einer Nebelbank zu sein, ist es eben kalt. Oder es herrscht einfach nur ein wirklich kalter Wind, der auch den schönsten Sonnentag zu einer frostigen Erfahrung machen kann.

Viele Touristen unterschätzen daher immer wieder unsere Mikroklimas und man sieht dann hunderte von ihnen in den Sommermonaten fröstelnd mit eiligst gekauften “I love San Francisco” Pullovern durch die Gegend zittern.

Man kann es ja immer und immer wieder sagen, dass Mai-September nicht die idealsten Monate für einen Sommerurlaub in der Gegend sind, weil es eben auch empfindlich kalt werden kann, aber es glaubt einem ja niemand.

Wir fahren jedenfalls niemals mehr ohne dicken Pullie, Jacke und Socken in die City oder ans Meer. Wir haben gelernt :-)

Ansonsten kann ich nur immer wieder ausdrücklich jedem Tourist raten, Ende September bis Ende Oktober hierher zu kommen. Es gibt kaum noch Nebel und in der City ist es genauso warm wie im Landesinneren. Man kann Sonnenbaden und die dicken Pullies sind wirklich nicht nötig (außer vielleicht auf hoher See beim Whale Watching oder am Abend am Strand).

Für das restliche Jahr sei allen Besuchen und denen die hier Leben geraten: “If you don’t like the weather, walk a few blocks or drive a few miles”.

Ein schöner Artikel hierzu vom SF Chronicle: http://articles.sfgate.com/2001-07-09/news/17608480_1_weather-fog-climatic

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Jan 30

NBA FTW!
Wir waren mal wieder in Sachen Sport unterwegs und machten uns in Richtung Oakland in die Oracle Arena zum Basketball auf den Weg.
Die Golden State Warriors sind das einzige Team in der NBA hier in der San Francisco Bay Area und so lag es nahe, uns ein Spiel dieses Teams anzuschauen. Auch wenn sie momentan in der Western Conference nur auf Platz 12 (von 15) stehen und nicht so viele VIP’s wie die LA Lakers anziehen, so lautete die Devise für uns: Hauptsache mal ein NBA Spiel miterleben.

Wir hatten auch wirklich ein Schnäppchen mit den Karten gemacht und für gerade mal $20 pro Karte ds Spiel erleben dürfen. Dazu muss man aber auch noch erwähnen, dass jede Karte einen $10 Gutschein für Fanartikel beinhaltete. Nun haben wir natürlich eine Warriors Schaumstoff-Winkehand und einen Warriors Basketball. Sehr praktisch.
Wir saßen zwar ziemlich weit oben in der Arena hatten aber dennoch einen fantastischen Blick auf das Spielfeld.

Zuerst gab es natürlich die obligatorischen Tanzmäuschen, also die Warrior Girls, die ihre Show abzogen um alle so richtig in Stimmung zu bringen. Ich persönlich finde ja, dass der Name “Golden Girls” lustiger gewesen wäre, aber bitte…

Angeblich sind diese Mädels die hübschesten Tanzmäuse in der ganzen NBA…whatever..

Und dann ging es auch schon los. Die Warriors lagen von Beginn an Hinten und kamen nur zweimal bis auf 5 Punkte an die Hornets ran, aber spannend war es dennoch.

Besonders lustig finde ich persönlich ja die Musik-Untermalung bei solchen Ereignissen. Diese Orgeln sind schon ein Knaller. Irgendwie machen die so eine Sportveranstaltung erst richtig unterhaltsam :-D

In der Halbzeitpause gab es dann ein Interview mit der Bürgermeisterin von Oakland und Danny Glover (ja genau der von “die Farbe Lila” und “Lethal Weapon”), da beide sich für eine Anti-AIDS Initiative einsetzen und der Mittwoch ganz im Zeichen der AIDS Aufklärung und Prevention stand.

Danny Glover stammt übrigens aus San Francisco, was ich vorher nicht wusste, und so hatten wir auch unsere Dosis VIP.

Dirk und ich haben dann noch in der Pause zwischen dem 3. und 4. Quarter die Show Einlage der Reservisten sehr genossen. Mit Trampolinen haben sie Saltospringend einen nach dem anderen in den Korb eingenetzt.Sehr cool solche Slam Dunks.

Wir waren jedenfalls bestens Unterhalten.

Allerdings ist mir wieder unangenehm aufgefallen, dass anscheinend bei jeder Sportart hier, die Fans bereits Minuten vor Abpfiff in Massen aus der Arena oder dem Stadion strömen. So etwas ätzendes! Finde ich unhöflich den Spielern gegenüber und darüber hinaus auch unsportlich. Aber so sind sie halt die Modefans…

Aber immerhin kann man positiv bemerken, dass bei jeder Veranstaltung das An- und Abfahren reibungslos und ohne größeren Stau von Statten geht. Die Ordner scheinen das hier wirklich im Griff zu haben und wenn dann natürlich alle noch ewig vor dem Spielende nach Hause gehen, dann können Menschen wie wir, die bis zum Schluss bleiben, bequem un ohne Hindernis das Gelände verlassen.

Mit unserem Ball und unserer Winkehand ausgerüstet ging es dann für uns wieder zurück nach Hause mit dem Gefühl, einen schönen Abend gehabt zu haben, auch wenn die Warriors am Ende mit 103:112 Punkten verloren haben.

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