Feb 01

Ok, ich weiß ich jammere auf hohem Niveau, aber wochenlanger Regen von diesem doofen El Niño nervt wirklich.

Zwar fällt in der Bay Area der meiste Regen in den Monaten zwischen November und Februar, aber nach zwei Jahren in London bin ich über sooooo viele Regentage einfach noch nicht hinweg. Wahrscheinlich brauche ich dazu einfach noch etwas. Wie mir berichtet wurde, würde man angeblich nach 6 Trockenmonaten den Regen sehnsüchtig erwarten.

Aha, das glaub ich erst im, sagen wir mal Oktober diesen Jahres :-)

Aber zurück zu El Niño.

Kalifornien hatte in den letzten drei Jahren eine große Dürreperiode, weshalb viele Frischwasserspeicher bedenklich niedrige Wasserlevel haben. Das Santa Clara Water Reservoir, von welchem wir also unser Wasser beziehen hatte bis kurz vor Weihnachten lediglich 42% seiner Kapazität ausgelastet. Mit Sorge schaute man also auf den kommenden Sommer und rechnete mit erheblichen Problemen in der Trinkwasserversorgung.

Da kam die Nachricht von dem herannahenden El Niño Wetterphänomen für die Wintermonate gerade recht. El Niño sollte also mehr Regen als üblich bringen, und so etwas zur Entspannung der sehr angespannten Wasserlage in der Bay Area beitragen.

Ich glaube, das hat er auch getan.

Wochenlang regnete es von morgens bis abends und dazwischen auch. Es handelte sich hierbei auch nicht um den fisseligen Nieselregen, nein, wenn es hier regnet, dann schüttet es.

Dazu kommt dann, dass es hier in Kalifornien keine richtige Straßenentwässerung gibt. Will heißen, überall stand das Wasser. Auf der Straße, in den Kurven, unter Brücken, auf den Gehwegen… also überall.

Wenn man nun mit dem Auto unterwegs war, hatte man teilweise das Gefühl eher zu schwimmen als zu fahren.

Viele Straßen mussten wegen Überflutung immer mal wieder gesperrt werden und in den Bergen sowie an der Küste rutschten reihenweise Hänge und Häuser ab.

Denn, im Sommer bei der großen Dürre gibt es immer wieder Waldbrände, die die Vegetation zerstören, welche die Hänge bei Regen festhalten würde. Also ein Teufelskreis.

Also wie gesagt, hier steht dann also das Wasser so herum und läuft nicht ab. Die Autofahrer verhalten sich als sei meterhoher Schnee auf der Straße und das ganze Wasser reflektiert sämtliche Lichter auf und um der Straße.

So bald es also dunkel wird, ist hier also alles bunt, leuchtend und ziemlich übel für Autofahrer.

Genau dieses Problem hat auch dazu geführt, dass ich mich gleich mal in die Unfähigkeit der Kalifornier bezüglich des Autofahrens eingereiht habe, indem ich einen Unfall gebaut habe. Zum Glück gab es nur Blechschaden und über den Rest mag ich nicht wirklich sprechen. Allein schon der zerknitterte Stolz macht es mir unmöglich ;-)

Nun gut, letzten Samstag gab es dann endlich die erste echte Regenpause. Sonne! Juchhuh! Du bist noch da! Sehr erfreulich und wirklich schön, endlich mal wieder ein paar Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren.

Und ich hoffe El Niño kommt so schnell nicht wieder.

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