Jan 25

Was für ein fabelhafter Sonntag. Kurzentschlossen machten wir uns auf den Weg nach Santa Cruz um die frühlingshaften Temperaturen (21°C)  zu genießen.

Nachdem wir die Surfer mal wieder ausgiebig bestaunt hatten, fuhren wir langsam in Richtung Norden auf dem Highway No.1 weiter um uns an einem schönen windgeschützten Strand in die Sonne zu legen.

Als wir jedoch am Ano Nuevo State Reserve vorbei kamen, sollte unser Ausflug sich in eine ganz andere Richtung wenden.

Wir wussten, dass man hier von Mitte Dezember bis Ende März auf geführten Wanderungen See Elefanten bei der Aufzucht ihrer Jungen und bei der Paarung bewundern kann, allerdings war es uns noch am morgen unmöglich gewesen telefonisch eine solche Tour für den selben Tag zu reservieren.

Dies muss man nämlich mindestens 1 Tag vorher machen und kostet lediglich $7 pro Person (sehr günstig wie ich finde für das was man geboten bekommt). Wir waren schon etwas enttäuscht gewesen weil wir am Telefon abgewimmelt wurden, versuchten unser Glück aber einfach noch einmal vor Ort. Und siehe da, wir wurden auf die “Warteliste” gesetzt und nach nur 15 Minuten fand sich ein Plätzchen für uns in einer Führung. Juchhuh!

Auch wenn man Ano Nuevo das ganze Jahr hindurch besuchen kann (Parkgebühren= $ 10 pro Auto) und auch See Elefantenbestaunen kann, so gibt es nur von Mitte Dezember bis Ende März geführte Touren (anders kann man in dieser Zeit auch nicht zu den See Elefanten, da alles abgesperrt ist). Der Guide Namens Don, der aussah wie ein ein Cousin von Reinhold Messner, erzählte uns, dass dies sowohl zur Sicherheit der See Elfanten dient als auch zur Sicherheit von uns Menschen. So ein See Elefant Männchen wiegt nämlich schon mal bis zu 2 1/2 Tonnen und kann sich ebenso schnell fortbewegen wie ein Mensch. Darum muss man auch jeder Zeit einen Abstand von 25 Fuß (ca. 7,6 Meter) zu den Tieren halten, da dies genau die Entfernung ist, die diese Tiere in den 2-3 Sekunden in denen sie die Kraft zur Fortbewegung haben auch fortbewegen können.

Vom Visitor Center aus geht es dann erst einmal 20 Minuten durch eine Heideartige Landschaft und für uns das Ganze auch noch bei frühlingshaften Temperaturen und im wundervollen Nachmittagslicht.

An einer weiteren Station wurden wir dann von unserem Guide in Empfang genommen und nach einer kurzen Einführung in die Verhaltensregeln im See Elefanten Gebiet ging es dann auch schon los über Berg und Stein und wundervolle riesige Sanddünen. Allein die Landschaft ist einfach wundervoll.

Wir erfuhren hier, dass das Gebiet vor mehr als 200 Jahren von Indianern und dem kalifornischen Grizzly Bären bewohnt war. Da der Grizzly Bär allerdings Seelöwen, Robben und auch See Elfanten Junge frisst, gab es bis zu dessen Ausrottung hier gar keine dieser Tiere. Sie blieben lieber in Mexico wo sie sicherer waren vor diesem Fressfeind.

Tja, wer hätte gedacht, dass die Ausrottung eines Tieres gleichzeitig ein ideales Gebiet für andere erschafft.

Die See Elfanten, zusammen mit tausenden von See Löwen, Vögel und Robben ließen sich zunächst auf der verlassenen Insel vor Ano Nuevo nieder. Hier gab es früher einen Leuchtturm inklusive Wohnhäuser für den Leuchtturmwärter, Familie und Angestellte. Aber heute ist es verlassen und die Ruinen sind längst von den Tieren in Beschlag genommen worden. Manchmal kann man angeblich See Löwen sogar aus den Fenstern des oberen Stockwerkes schauen sehen. Stell ich mir ja lustig vor.

Danach begannen die See Elfanten in den 70er Jahren auch das Festland in Beschlag zu nehmen und so wurde 1975 das erste Junge auf dem Festland geboren. Ano Nuevo ist heute eine der größten Ansammlung von See Elfanten auf dem Festland weltweit.

Im Dezember kommen zunächst die Männchen um ihre Gebiete festzulegen, denn die Weibchen entscheiden sich je nach Lage des Brutplatzes für das Männchen, nicht nach dessen Größe oder Aussehen. Don erklärte uns: “it’s all about real estate”. Das das Abstecken des Territoriums nicht ohne Kämpfe von Statten geht, versteht sich dabei ja wohl von selbst.

Die Weibchen kommen dann so gegen Ende Dezember und bekommen nun erst einmal ihre Jungen (bis ca Mitte März),welche sie vor ca 1 Jahr empfangen haben. See Elefanten Weibchen säugen ihre Jungen ca 4-6 Wochen und dann verlassen sie sie. Die sog. “weaners” fangen dann an das Schwimmen zu lernen während ihre Mütter bereits dabei sind sich zunächst das Gewicht was sie während der Stillzeit verloren haben (ca. 1/3 des Körpergewichts) wieder drauf zu futtern und sich direkt wieder mit den Männchen zu paaren. Sehr interessant ist, dass die Weibchen zwar erneut Nachwuchs empfangen können, das befruchtete Ei nistest sich aber erst in den Uterus ein, wenn das Weibchen wieder dick und fett geworden ist. D.h. es kann 2-3 Monate dauern, bis sich das befruchtete Ei nach der Emfpängnis  einnistet . Sehr spannend!

Um dann nun eben ihre Jungen zu bekommen, kommen die Weibchen an Land. Wenn man denen so zu schaut, wie sie so über den Sand wursten (mir fällt einfach kein besserer Ausdruck dafür ein) dann muss man schon feststellen, dass See Elefanten nicht wirklich für das Landleben gemacht sind. Sieht alles sehr sehr ungeschickt und mehr als nur unelegant aus. Aber schnell sind die trotzdem.

So ein junger Bulle kam uns ziemlich nah. Der walzte sich so zu sagen direkt in unseren Weg. Meine Beine wollte schon abhauen, aber der Guide blieb einfach stehen und so blieb auch ich mutig vielleicht 2Meter von dem Tier entfernt stehen. Immerhin hab ich so ein paar schöne Fotos schießen können. Dieser Bulle war wirklich riesig, auch wenn er noch recht jung war und noch nicht groß und alt genug um mit den anderen Männchen um ein Harem zu kämpfen.

Naja, mich hat er schon beeindruckt :-D

Während wir dort waren durften wir auch Zeugen einer Geburt werden. Wir haben zwar nicht wirklich den Vorgang beobachtet, aber der Guide zeigte uns eine Stelle wo plötzlich ganz viele Möwen aufgeregt hinflogen und etwas aufpickten. Er erklärte uns, dass die sich nun eben um die Nachgeburt kümmern würden und so bliebe alles schön sauber und reinlich dort am Strand.

The Circle of Life also (jeder der jetzt mit dem singen anfängt: das war beabsichtigt ;-) )

Einen Kojoten sahen wir übrigens auch am Strand entlang wandern. Als Aasfresser stellt er keine Bedrohung für die See Elefanten “pups” (= die babies) dar aber sah neben den riesigen Bullen eher wie ein Chihuahua aus als ein kleiner Wolf.

Natürlich wurden wir auch Zeugen von diversen kleinen Raufereien bzw kurzen Ansagen wer hier der Boss auf dem Strand ist. Die See Elefanten Bullen machen ein ziemlich merkwürdiges Geräusch, dass ein wenig an diese alten Traktoren erinnert. So ein klackerndes Blubbern. Fast schon mechanisch. Und das kann man ziemlich weit hören und so begleiteten uns diese Geräusche auf unserem Rückweg bis fast zum Auto.

Der ganze Spass dauerte 2 1/2 Stunden und hat sich mehr als gelohnt. Kann ich nur jedem empfehlen, der hier mal zu vorbei kommt, auch Ano Nuevo zu besuchen. Ist ein tolles Erlebnis.

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Aug 14

Frisch ausgeruht ging es für uns am Dienstag von Carmel aus zunächst auf die Monterey Peninsula um den legendären 17-Miles-Drive zu befahren.

17-Miles-DriveEs gibt mehrere Eingänge zu dieser sehr exklusiven Wohn-und Golfanlage auf der Monterey Peninsula welche man auf dem 17-Miles-Drive für $ 9.20 pro Auto umrunden und bestaunen kann. Unter anderem findet sich hier der berühmte Pebble Beach Golf Course und zwei Buchten, in welchen die Harbor Seals jedes Jahr zwischen April und Juni ihre Jungen zur Welt bringen (diese Buchten sind dann übrigens 17-Miles-Drivefür den Besucherverkehr gesperrt).

Ich war schon vor einigen Jahren einmal hier und war schon damals von dieser unglaublichen Wohnanlage, den Stränden und den coolen Golfplätzen begeistert und darum musste ich Dirk dies alles auch noch einmal zeigen.

Leider hatten wir mit dem Wetter etwas Pech, da der berühmte Pazifik Nebel sich hartnäckig festgesetzt hatte und einfach nicht der Sonne Platz machen wollte. Aber selbst der Nebel ist ein echtes Erlebnis. Ich habe wirklich noch nie in meinem Leben einen solchen Nebel gesehen. Hier im Silicon wpid124-Carmel.jpgValley werden wir von ihm verschont, aber manchmal können wir ihn über die Santa Cruz Mountains vom Pazifik her kriechen sehen. Der Nebel ist unheimlich zäh und dicht. Fast wie Rauchschwaden zieht er durch die Bäume und taucht alles in eine sehr gespenstische Atmosphäre. Meist bedeckt er die Küste am Morgen und verzieht sich dann im Laufe des Tages, bis er am Abend wieder zurück kommt. Manchmal, bleibt er aber auch den ganzen Tag, so wie in unserem Fall. Aber davon lässt man sich die Laune nicht verderben und meinem Big SurSonnenstich tat die bedeckte Sonne ohnehin gut.

Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit, den 17-Miles-Drive zu befahren. Wir hielten immer mal wieder an, um die schöne Aussicht zu genießen, Fotos zu schießen oder auch den Rehen auf dem Golfplatz beim Balzverhalten zuzusehen. Ja, Rehe auf dem Golfplatz! Das sieht vielleicht lustig aus, wenn sich diese Tiere noch nicht mal von einem laufenden Golfspiel aus der Ruhe bringen lassen. Sehr sehenswert!

Im Anschluss an den 17-Miles-Drive machten wir uns auf den Highway No. 1 in Richtung Süden auf den Weg. Gerade in der Gegend um Big Sur kann man die unglaubliche Schönheit der Californischen Pazifikküste bewundern. Steile Klippen, einsame Buchten, Briefkästen die nur erahnen lassen, dass dort Highway No.1irgendwo auch Häuser sein müssen und der kilometerlange Highway No.1 – einfach traumhaft. Und auf einem unserer unzähligen Stopps an einem der “Vista Points” haben wir in der Ferne sogar einen Wal gesehen! Juchhuh! Er war zwar ziemlich weit weg, aber die Fontäne konnte man deutlich sehen und für einen Delphin war das Tier auch wirklich zu groß.

Eigentlich wollten wir kurz hinter Lucia über eine kleinere Straße durch die Berge zurück auf die US 101 fahren, welche uns bis fast vor die Haustür bringen sollte. Da diese aber wegen Waldbränden gesperrt war, mussten wir unseren Weg weiter ´gen Süden fortsetzen. Wir wurden etwas unruhig, da wir ja noch am selben Tag wieder zurück in Sunnyvale sein wollte und es bereits Nachmittag war, und wir immer noch in Richtung Süden, statt nach Norden ins Silicon Valley fuhren. Die nächste Möglichkeit über die Berge zu gelangen lag überdies auch noch einige Meilen weiter und so überlegten wir schon, ob wir einfach alle Termine für Mittwoch absagen sollten, aber noch war alles im Rahmen.

Elephant SealsUnd was für ein Glück, dass diese Straße gesperrt war! Unfassbar, dass wir fast ein echtes Highlight verpasst hätten! Durch diese ungewollte Verzögerung unserer Heimreise kamen wir noch an Point Piedras Blancas vorbei. In dieser Bucht lagen duzende von Elephant Seals (See-Elefanten) faul in der Sonne. Wir kamen bis auf ca. 3m an diese riesigen Viecher heran und konnten sie so intensiv bestaunen und riechen. Man, die müffeln vielleicht! Aber es war ein Elephant Sealsechtes Erlebnis. Harmlos sind die ja nicht gerade und ich war froh, dass wir auf einem kleinen Hügel standen, und so schnell zum Auto hätten laufen können (für den Fall der Fälle). Auch wenn die (echt hässlichen) riesigen männlichen See-Elefanten faul in der Sonne lagen, so haben sich ein paar von ihnen (ich glaube nur uns Touristen zu liebe) eine kleine Rauferei geliefert. Allein dieses “Hey, ich bin der Boss! Nein ich bin der Boss! Ich zeig Dir gleich wer den größeren Rüssel hat” – Gehabe hat und schon gezeigt, wie ungemütlich die werden können, wenn es darum geht, wer die heißeste See-Elefanten-Kuh Elephant Sealsbekommt.

Für uns war es jedenfalls das Highlight unseres Roadtrips, da wir beide noch nie See-Elefanten in freier Wildbahn gesehen haben. Es ist schon unglaublich, was die Natur so zu bieten hat und toll, dass man so etwas erleben darf.Elephant Seals

Ach ja, nach einer 3 1/2 stündigen Fahrt durch Weinanbaugebiete kamen wir dann auch um kurz nach 21Uhr wieder in Sunnyvale an und sahen zum ersten Mal einen Sonnenuntergang über dem Silicon Valley (davor waren wir wegen des Jetlags einfach immer schon früher im Bett ;-) )

Ach ja, bevor ich es wieder vergesse, Dirk hat ebenfalls einen Flickr Account und es lohnt sich sehr, sich auch seine Fotos an zu schauen: http://www.flickr.com/photos/weboutput/

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