Feb 01

Für alle die sich fragen, wie wir “locals” also Einheimische (mehr oder weniger, weil wir ja irgendwie alle hier nur so “Zugezogene oder Neigeschmeckte sind) die San Francisco Bay Area sehen, ist hier die perfekte Übersicht:

Ach ja, schön auch wie wir zwischen “stealth shit”, “burritos” und “Mexico” leben :-)   (das Bild stammt übrigens von einem mir unbekannten Verfasser auf Facebook)

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Apr 12

Wahrscheinlich hat man sogar im “Alten Europa” davon gehört, dass wir gerade mal so um Haaresbreite an einem “Government Shutdown” vorbei geschrammt sind.

Government Shutdown? Wusste gar nicht dass die schließen können? Und was bedeutet das eigentlich für mich? Und um was genau geht es eigentlich?

Also, ein Government Shutdown heißt, dass die Regierung alle staatlich Dienstleistungen (bis auf ein paar Wesentliche wie Polizei, Feuerwehr, Militär etc) einstellt.

Konkret hätte das bedeutet, dass tausende Staatsangestellte ab Samstag unbezahlt zu Hause hätten bleiben müssen, wenn, ja wenn eine Einigung über den Staatshaushalt nicht am Freitag um spätestens 0:00 Uhr zustande gekommen würde sein.

Darüber hinaus hätten  unzählige Rentner keine Rente erhalten, die Steuerrückzahlungen wären bis auf Weiteres ausgeblieben (was besonders interessant ist, da am 15.4. das Steuerjahr endet und alle ihre Erklärungen abgegeben haben müssen), National Parks wie z.B. Yosemite oder Yellowstone wären geschlossen worden usw usw

Also ziemlich ärgerlich so ein Government Shutdown.

Aber worum ging es eigentlich?

Also so ein Federal Government Shutdown droht z.B. dann, wenn sich Senat, Kongress und White House nicht auf ein Budget für das laufende Haushaltsjahr einigen können.

Dies war also hier der Fall. Seit Oktober wurde eine Entscheidung immer wieder vertragt und es gab sozusagen eine Art Nothaushalt. Aber so einen Nothaushalt kann man nun nicht bis in alle Ewigkeiten aufrecht erhalten und die letzte Frist zu einer Einigung lief also nun letzten Freitag um 0:00 Uhr ab.

Das Problem bestand hauptsächlich darin, dass sich zwar alle einig waren darüber, dass gespart werden muss, wo und wie war aber der große Knackpunkt.

So wollten Republikaner möglichst an allen Sozialleistungen sparen, Demokraten hingegen hier eben nicht. Letztendlich gab es eine Differenz von über $60 Billionen Dollar. Jaha, das ist eine ganze Menge.

Aber wie es so ist bei den lieben Politikern, am Ende wird nicht mehr vernünftig und rational überlegt und gehandelt, sondern Kleinigkeiten zum Reizthema hoch stilisiert.

So haben die Republikaner z.B. die finanzielle Unterstützung der Organisation “Planned Parenthood” streichen wollen, weil sie, und das war nun also der quasi Wahlkampf, Abtreibungen durchführen würden. Was verschwiegen wurde ist, dass Planned Parenthood die einzige Anlaufstelle für Frauen und Mädchen ist, die keine Krankenversicherung haben, um regelmäßige Gesundheitschecks, Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs, die Pille, Schwangerschaftvorsorge und -untersuchungen usw ist.

Naja, man kann sich also vorstellen, wie besonders die religiösen Fanatiker und Sturköpfe auf den “Abortion” Zug aufgesprungen sind.

Das der Rest vielleicht eine gute Sache ist, darüber wurde natürlich nicht gesprochen.

Wie dem auch sei.

In letzter Minute (oder besser nicht ganz eine halbe Stunde vor Ablauf der Frist) wurde sich dann geeinigt, nicht jedoch ohne zu betonen, dass dies nur vorübergehend sei und man diverse Punkte in Naher Zukunft noch einmal besprechen müsste.

Am Ende sind sich alle einig: alle sind unglücklich mit dem Resultat.

Ist ja auch etwas!

Bin mir nicht sicher, ob Ihr den Clip von Saturday Night Live in Europa sehen könnt, aber hier mal der Link.

Ich persönlich liebe ja SNL und könnte mich über die regelmäßig schlapp lachen. Und die haben das Thema auch mal wieder sehr schön zusammengefasst.

Ach ja, bevor ich es vergesse, es gab auch schon früher Government Shutdowns und der letzte war vor 16 Jahren unter Bill Clinton.

Hier dann noch ein wenig Info über so einen Shutdown:

- Reuters

- Periscopepost

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Aug 31

…oder warum ich schon wieder eine neue Sprache lernen muss.

Ich erinnere mich noch gut an die Schulzeit, als (zumindest in meiner war es so) uns im Englisch Unterricht erzählt wurde, wir würden hier “Oxford English” lernen und nicht “American English”

Aha, und wo ist da der Unterschied? fragte ich mich damals noch ganz blauäugig.

Ok, dass Lied von den Tomaten und Kartoffeln haben wir auch gelernt und über die verschiedene Aussprache gelächelt, auch war mir bewusst, dass man hier in den USA den Nachbarn ohne “u” schreibt und in UK mit (neighbor and neighbour) und das gleiche einem bei der Farbe (color and colour) wieder begegnet, aber von der ganzen Tragweite dieser Differenzierung zwischen “American English” und “British English” ahnte ich nichts.

Kaum in London angekommen merkte ich damals ziemlich schnell, dass das Englisch, was wir in der Schule gelernt hatten, mit dem tatsächlich hier Gesprochenen nur entfernt etwas zu tun hatte. Klar die Schreibweise war die selbe aber die Aussprache war meilenweit von allem entfernt was ich je in der Schule gehört hatte.

Zunächst einmal wurde mir erklärt, dass es etwas vergleichbares wie das Hochdeutsch im Englischen nicht existiert. Am ehesten würde man das, was man in der Schule lernt mit dem vergleichen, was bei der BBC also dem größten TV-Sender Großbritanniens, gesprochen würde. Also nicht “Oxford English” haben wir gerlent sondern “BBC English”. Aha, wie auch immer.

Dazu kamen dann diverse englische Dialekte die das Verstehen nicht vereinfachen. Langsam dämmerte es mir, wie schwer es ein Ausländer in Deutschland haben muss, wenn er zwischen Hamburg und München unterwegs ist.

Erstaunlicherweise hört man sich mit der Zeit aber auch hier ein und am Ende unseres zweijährigen Aufenthaltes in London konnte ich immerhin anhand der Aussprache erkennen, ob jemand aus Schottland, Irland, Wales, Nordengland, Ost- oder Westengland und Südengland stammte.

Viel bemerkenswerter hingegen war die Tatsache, dass sich wohl einige amerikanische Worte in mein Englisch geschlichen hatten. Wahrscheinlich lag dies an diversen USA – Reisen, der Musik und Filmen welche ich wohl überwiegend aus den USA konsumierte.

So wurde ich in London einmal auf meine Frage wo denn die “Restrooms” seien schnippisch gefragt, warum denn jemand an einem solchen Ort eine Pause (rest) haben wollte.

Whatever! Ich halso mein Vokabular geändert in “toilet, ladies room, loo”.

Das nächste Hürde galt es zu überwinden, als wir uns einen Mietwagen gönnten und tanken mussten. Nachdem wir nach der “gas station” fragten bekamen wir nur verständnislose Blicke bis ein cleverer Geist meinte, ob wir eine “petrol station” suchten.

Aha, wieder was gelernt. Gut also “petrol station”. Mit der Zeit passt man sich dann seiner Umgebung an und erweitert seinen Wortschatz um viele viele neue Vokabeln.

Dann der Kulturschock.

Nach dem Umzug in die USA dachte ich noch so bei mir: Haha! Ich kann ja jetzt viel besser Englisch als noch vor zwei Jahren. Das dürfte ja dann kein großes Problem mehr sein.

Ha, falsch gedacht! Klar hatte sich den Wortschatz vergrößert, aber mit British English. Nun sind wir hier aber in den USA und wenn jemand einen Einkaufswagen sucht, dann fragt man besser nicht nach dem “trolley” (denn der ist hier eine Art Straßenbahn oder Tram) sondern nach einem “shopping cart”. Nun ist auch wieder der “restroom” und die “gas station” in und Worte wie “bollocks” oder “loo” erheitern die Menschen hier eher.

Von “my luv” wurde ich nun zu “honey” oder “sweety” und über die diversen Ausdrucksformen von belegten Brötchen möchte ich mich gar nicht erst auslassen.

Auch hier gilt es für mich nun die verschiedenen Dialekte zu verstehen und neu zu lernen, aber zum Glück ist das hier nicht ganz so schwierig wie in UK.

Wobei ich sagen muss, so ein heftig Southern Accent bringt einen schon an den Rande des Machbaren.

So lerne ich also nun eine weitere Sprache und obwohl ich eigentlich den britischen Klang in der Stimme lieber höre als das breite american english, so lebe ich nun hier und passe mich an.

Um mit den Worten von dem Briten Oscar Wilde zu enden:

“We have really everything in common with America nowadays, except of course, language.”

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Aug 18

Der Donnerstag in Las Vegas war sehr, sehr lang und ergeignisreich. Macht Euch auf etwas gefasst.

Darum habe ich das Ganze auch in zwei Blog Posts aufgeteilt. So kann man es besser lesen und Ihr werdet nicht gleich so überwältigt von dem Erlebten wie wir. Also hier nun Teil 1 bis zur Mittagspause.

Donnerstag starteten wir mit Starbucks direkt im Haus und von dort an ging es von Hotel/Casino zu Hotel Casino.

Erster Halt das Mirage direkt nebenan. Hierhin konnten wir mit einer kleinen Shuttle Bahn fahren, welche das TI und das Mirage miteinander verbindet – kostenlos und klimatisiert.

Das Mirage bietet einen kleinen Regenwald, eine Beatles Show und eine abentlich ausbrechenden Vulkan vor der Tür. Und das sind nur die Dinge, die es von den anderen unterscheidet.

Das Mirage ist übrigens das Hotel/Casino in welchem früher Siegfried und Roy aufgetreten sind. Man kann heute noch Siegfried and Roy’s Secret Garden and Dolphin Habitat bestaunen ($16 Dollar p.P.) aber das sparten wir uns, da wir gehört hatten, dass die Tiere dort nicht besonders gut untergebracht sind. So wanderten wir durch das Casino und die Shoppingmeile (jedes Casino/Hotel hat hier seine eigene Mall. Mal kleiner mal größer mal mehr mal weniger High Fashion aber immer ein kilometerweiter Marsch) zum Ausgang, und zum nächsten Hotel.

Die 10 Minuten vom Mirage bis zur Caesars Palace Fashion Mall waren auch schon lange genug unter freiem Himmel und der Wüstenhitze. Dort angekommen erwartete uns ein römisch-griechisch-disneyeske Kakophonie aus Statuen, Brunnen und Säulen.

Aber alles sehr liebevoll trapiert. So wanderten wir unter blauem Himmel mit Puffelwölckchen mehrere Tage durch Ceasars Palace, vorbei an kleinen Boutiquen und altertümlichen Brunnen. Und wenn ich sage, mehrere Tage, dann meine ich das auch so. Hier im Ceasars Palace wird nämlich mittels Licht am Himmel (der hier aufgemalt ist – natürlich) ein Tag vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang simuliert. Sehr kitschig.

Kurz noch schnell geshopped. Endlich haben wir für Dirk die in USA so unverzichtbaren Flip-Flops käuflich erworben und weiter ging es durch Ceasars Palace Fashion Mall.

Hier schauten wir uns auch noch den Untergang Atlantis an. Eine mit mechanischen Figuren auf einem Brunnen mit Wasser und Feuer dargebotene Show. Diese findet hier täglich mehrfach in der Fashion Mall statt. Kitschig, aber sehenswert. Gehört irgendwie auch zu Vegas.

Dann natürlich noch queer durch das Casino und schon waren wir nach “nur” 1 1/2 Stunden wieder im echten Sonnenlicht. Natürlich wegen der Hitze nur sehr sehr kurz und rein ging es ins Bellagio.

Das Bellagio durfte natürlich nicht fehlen. Immerhin war es ja Schauplatz der Neuauflage von dem Film Ocean’s 11 und ist eine der besten Adresse auf dem Strip.

Im Inneren gibt es natürlich das Casino, Nightclubs, Restaurants und und und, aber auch das “Bellagio Conservatory and Botanical Gardens“. Jaha! Sehr nett hat man dort mit Plfanzen und allerlei anderem Zeug einen Garten kreiert. Inklusive Bienchen, Riesenblumen, Käfer, Frösche und Schmetterlingen. Alles im XXL Format so das man sich als Besucher ganz winzig neben z.B. der Schaufel fühlt. Wie alles in Las Vegas ist auch das natürlich etwas “over the top” und ziemlich kitschig, aber mit viel Liebe zum Detail. Die Lobby haben wir natürlich auch bestaunt, denn hier hängen lauter gläserne Blüten an der Decke, die Fiori Di Como. Bunt und fröhlich. Das beschreibt es wohl am Besten. Die berühmten tanzenden Fontänen haben wir (noch) nicht bewundert, denn es war gerade mal Mittag und diese tolle Show gibt es nur am Abend zu bewundern.  Aber dafür gab es für uns ein riesiges leckeres Eis. Yummy! Ich weiß nicht genau ob wir es noch einmal lernen, nicht 2 “Kugeln” zu bestellen, denn man bekommt dann meist einen Becher in Pint Größe gefüllt mit zwei verschiedenen Eissorten. Das ist echt eine Menge Eiscreme! Aber lecker war es trotzdem. Und während des Schlemmens hatten wir auch noch einen tollen Blick auf die Poollandschaft des Bellagio. Die Pools kann man allerdings nur als Hotelgast nutzen, was einerseits verständlich, andererseit in manchen Fällen sehr tragisch ist. Besonders bei Temperaturen von über 40°C.

Aber alles jammer hilft ja nicht und so ging es weiter auf unserem Abenteuer. Dieses Mal wieder mit einer der kostenlosen Bahnen. Hier gab es nun eine Verbindung vom Bellagio zum Monte Carlo. Wir stiegen aber bereits  einen Stop vorher beim niegelnagelneuen Aria Hotel/Casino aus. Das Aria dürfte insbesonder für Architekten interessant sein. Designed von den Architekten Pelli, Clarke and Pelli ist es im Inneren unglaublich schön, modern und entgegen aller anderen Las Vegas Monstrositäten eher schlicht – elegant. Ohne das viele Geld, welches es gekostet haben muss und welches es anziehen soll, verbergen zu können. Leider können wir nicht mit Fotos dienen, denn fotografieren ist im Inneren streng verboten. :-(

Als ob die Millionen Menschen die hier jährlich durchwandern das Design geheim halten könnten…aber nun gut. Gibt es eben keine Fotos.

So langsam taten uns auch schon ziemlich die Füße weh und all die Eindrücke die wir bereits gesammelt hatten, fingen auch schon an sich etwas zu vermischen. Das Monte Carlo sparten wir uns daher und schleppten uns nun mehr schlecht als recht irgendwie zunächst zum New York New York.

Außen sieht das Hotel/Casino aus wie New York City, inklusive Lady Liberty und Empire State Building. Innen kann man durch New York City’s Straßen wandern und in kleinen Restaurants, Bars und Bistors essen und trinken. Das Ganze wird mit einem Rollercoaster garniert welcher sowohl außern durch die Skyline rauscht, als auch Innen für Belustigung und Lärm sorgt. Hier stärkten wir uns erst einmal mit einem winzigen Stückchen Pizza und einem Chili Dog (Hot Dog mit Chili Con Carne) am Times Square und lauschten einem Klavier-Duell zweier sehr stimmgewaltigen Damen. Sehr cool!. Ich wollte eigentlich gar nicht wirklich mehr weiter laufen, denn in FlipFlops lässt es sich tatsächlich nur begrenzt bequem laufen. Aber für Sneakers war es einfach  v i e l  zu heiß.

Damit endet der erste Teil unseres zweiten Tages in Las Vegas. Und denkt daran: da kommt noch viel mehr :-)

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