Aug 14

Schon viel haben wir über diese Stadt in der Wüste Nevadas gehört, aber gesehen hatten wir sie bisher nur in zahlreichen Filmen, Serien und Videos. Nun gab es kein Halten mehr und wir machten uns letzten Mittwoch mit dem Flieger auf in Richtung Sin City. Während des ganzen Fluges habe ich ständig aus dem Fenster geschaut und versucht mir einzuprägen, in welche Richtung die nächste Straße und/oder Behausung zu finden wäre, für den Fall eines Absturzes. Man kann sich das gar nicht vorstellen, wenn man nicht selbst einmal durch die Wüste gefahren ist, oder darüber hinweg geflogen ist. Von den 1:20h Flughzeit sind wir bestimmt 50 Minuten nur über nahezu unbewohntes Gebiet mit Bergen, Felsen, Sand und Staub geflogen. Ziemlich unheimlich. Und ich mit meinem unerschütterlichen Optimismus (hüstel) habe mich in Gedanken schon durch diese unwirkliche Landschaft auf der Suche nach Wasser und Zivilisation stolpern sehen… Nun gut. Also wir sind dann doch unbeschadet in Las Vegas gelandet wo bereits am Flughafen die ersten Slot-Machines blinkend und piepsend die Neuankömmlinge begrüßten. Mit einem Shuttlebus ging es dann in unser Domizil für die nächsten 3 Tage und Nächte, das Treasure Island oder auch einfach nur TI mitten auf dem Las Vegas Blvd oder auch “Strip”. Unser Zimmer dort war der Traum! 27. Stock und fantastischer Blick den  Strip entlang bis hin zum Mandalay Bay. Nach dem Einchecken ging es erst einmal auf Erkundungstour durch unser Hotel-Casino. Obwohl keines der Giganten auf dem Strip haben wir uns hier trotzdem schon fast verlaufen. Zum Glück fanden wir dann unseren Weg zur Sirene Cove wo abentlich mehrfach eine Tanz-Sing-Show Einlage dargeboten wird. Ziemlich spärlich bekleidete Damen (die Sirenen) singen und tanzen auf ihrem Schiff um die Piraten, welche mit einem weiteren Schiff angesegelt! kommen, in einem Kampf zu besiegen. Was ihnen natürlich auch gelingt. Dirk bekam so gleich am ersten Abend also seine Hot Babes und ich durfte mir immerhin ein paar durchtrainierte Piraten anschauen.

Nach diesem Augenschmaus ging es erst einmal weiter auf der Suche nach Getränken. Getränke = Überleben. Als wir um 19:30 Uhr in Las Vegas landeten herrschten hier nämlich noch “erfrischende” 41°C. Der ziemlich heftige Wind fühlte sich dabei an, als stünde man direkt vor einem riesigen Föhn. Aber wir waren ja auch in der Wüste.

So ging es für uns am Wynn und Encore vorbei bis wir endlich, endlich einen kleinen Supermarkt fanden um uns mit reichlich Getränken zu versorgen.

Natürlich entdeckten wir am nächsten Morgen, das unserem Hotel/Casino direkt gegenüber ein Walgreens 24h kalte Getränke und andere Notwendigkeiten verkaufte. Das war dann auch erste und letzte Anflaufstelle für uns in den folgenden Tagen.

Zurück in unserem Zimmer genossen wir dann noch lange den tollen Blick auf den hell erleuchteten Strip und den im stundentakt ausbrechenden Vulkan des Mirage, welchen Dirk gleich zweimal verpasste :-)

Müde fielen wir dann auch irgendwann in unsere Betten und freuten uns schon auf alles was noch vor uns lag…

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Jul 21

Das Baseball eine Sportart mit einem mächtig dicken Regelwerk ist, hat der Eine oder Andere vielleicht schon mal gehört, auch dass es neben den offiziellen Regeln noch für jedes Stadion eigene Regeln gibt vielleicht auch. Nun möchte ich die aktuellen Ereignisse um die San Francisco Giants heute einmal dazu nutzen, mal über eine solche Regel zu berichten, denn genau diese scheint auch dem durschnittlichen Baseball Liebhaber nicht unbedingt bekannt gewesen zu sein und hat gestern und heute für ein wenig Aufsehen in der medialen Sportberichterstattung gesorgt.

Genauer gesagt geht es um Regel 8.06 der offiziellen Baseball Regeln und Sektion 7.12 im Major League Baseball Umpire Manual.

Diese Regel bescherte den San Francisco Giants die Möglichkeit im 9. Inning, zu einem Zeitpunkt als das Spiel eigentlich schon gelaufen war, den Rückstand von 5-4 gegen die LA Dodgers (und damit einen der Erzrivalen der Giants - ich berichtete) in ein 5-7 zu drehen.

Aber was genau war passiert?

Im 9. Inning trat einer der Manager (der sog. acting manager) der Dodgers Don Mattingly in den runden Kreis des Pitchers (der, der den Ball wirft), oder in diesem Fall des sog. Closer (der letzte Pitcher einer Mannschaft, der das Spiel sozusagen nach Hause bringen soll), heran um ihm wohl ein paar letzte Anweisungen zu erteilen. Der Kreis heißt übrigens “mound”.

Beim Verlassen des “mound” fiel ihm wohl noch etwas ein und er drehte sich erneut zu seinem “Closer” um, um nochmals mit ihm zu reden. Was er dabei nicht bemerkte war, dass er bereits zwei Schritte aus dem “mound” heraus getreten war. Zwei winzige Schritte mit weitreichenden Folgen. Durch diese winzige Unachtsamkeit hatte er nun nämlich innerhalb eines Innings (nämlich des 9.) seinem Closer 2 Besuche abgestattet. Tritt ein Coach oder Manager aus dem “mound” heraus ist ein Besuch abgeschlossen. Bei einem erneuten Betreten des “mound” wird dies als unabhängiger Besuch gewertet.

Laut Regel 8.06 ist jetzt jedoch nur 1 solcher Besuch innerhalb eines Innings erlaubt.

Die Unparteiischen hatten das wohl gesehen, hätten es aber nicht weiter geahndet, denn es erschien ihnen wohl eher als Unachtsamkeit als nach einem Regelverstoß.

Alles hätte so schön sein können, hätte nicht der Manager der Giants Bruce Bochy auf den Regelverstoß aufmerksam gemacht. Nun kam was kommen musste, der Closer der Dodgers Jonathan Broxton wurde des Spiels verwiesen als Konsequenz der Regel 8.06.

So war nun der Weg für die Giants frei, noch schnell 3 Punkte gegen die Dodgers zu erzielen und am Ende das Stadion als Sieger zu verlassen.

Hier gibt es die Geschichte noch mal zum nachlesen: San Francisco Chronicle und auf der Giants Website.

Das Pikante an der Geschichte, neben der ohnehin schon bestehenden Rivalität zwischen den Giants und Dodgers, ist die Tatsache, dass eben jener Bruce Bochy, Manager der Giants, im selben Stadion im Jahr 2006 die selbe Regel gegen den damaligen Manager Grady Little der – jawoll! – Dodgers ins Spiel brachte und der damalige Pitcher der Dodgers des Platzes verwiesen wurde.

Tja, so kann es gehen. Dieser Vorfall resultierte jedoch in weiteren hässlichen Szenen, ausgehend von den Dodgers, was letztendlich dazu führte, dass nun insgesamt 3 Dodgers von den nächsten Spielen ausgeschlossen sind (das gibt es hier zum nachlesen).

Ich habe so eine Ahnung, dass die längste bestehende Rivalität zweier Teams in der Geschichte des Major League Baseballs auch in absehbarer Zukunft nicht begelegt werden kann ;-)

Für alle Baseball Fans gibt es auf der website der MLB die Regeln übrigens als PDF zum Download. Viel Spass beim Stöbern.

Da diese ganzen Regeln auch mir nicht geläufig sind, hoffe ich, dass ich die ganze Geschichte richtig verstanden und weitergegeben habe…Ich freue mich wie immer über Kommentare und ggf. Berichtigungen.

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Jun 08

Es gab mal wieder einen Feiertag, den Memorial Day.

Feiertage werden in den USA übrigens “Holiday” genannt und grenzen sich hierdurch sprachlich von den Ferien ab, welche “Vacation” genannt werden.

Solch ein “public holiday” bedeutet generell, dass Banken und öffentliche Einrichtungen geschlossen sind. Viele Firmen gewähren ihren Mitarbeitern ebenfalls diese offiziellen Feiertage, wohingegend der Einzelhandel und die Gastronomie an diesen Tagen (außer dem 25. Dezember) besonders in Anspruch genommen werden. Die meisten Feiertage sind übrigens hier in den USA nicht an ein festes Datum gebunden und finden daher meist “Am ersten Montag”/”Am letzten Donnerstag”/ “Am ersten Freitag” eines jeweiligen Monats statt. Diejenigen Tage welche hingegen an ein festes Datum gebunden sind, wie z.B. der 4.Juli bescheren dann dem Arbeitnehmer nicht selten einen freien Montag oder Freitag, selbst wenn der Tag auf einen Samstag oder Sonntag fällt. Das ist hier so Praxis und ich muss sagen, keine Schlechte. :-)

Also Memorial Day sollte es sein, welcher uns letzte Woche einmal wieder ein langes Wochenende bescherte (danke Y!).

Was ist also ein Memorial Day? Der Memorial Day ist grundsätzlich der 30. Mai, wird aber (wie ich oben schon erwähnte) am letzten Montag im Mai durchgeführt.

Ursprünglich hieß der Tag einmal Decoration Day und dient dem Gedenken und zur Ehre der U.S. Soldaten, welche bei Ausübung ihres Dienstes ums Leben kamen.

Der Tag wurde anfangs zu Ehren der gefallenen Unions- Soldaten nach dem amerikanischen Bürgerkrieg ins Leben gerufen und nach dem ersten Weltkrieg auf alle U.S. Kriegsgefallenen ausgeweitet.

Traditionell werden an diesem Tag Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten besucht, die U.S. Flagge wird bis Mittags an allen öffentlichen Gebäude auf Halbmast gehisst,  Freiwillige dekorieren die Gräber auf den großen Soldatenfriedhöfen mit Fahnen (daher auch der ältere Name Decoration Day) und es finden diverse Gedenkzeremonien überall in den USA statt.

Das Memorial Day Weekend markiert zudem den Start in die Sommersaison, viele Freibäder öffnen ab Memorial Day, Hotels starten ihre Sommerpreise und in vielen Teilen des Landes beginnen die Sommerferien. Labor Day im September markiert übrigens das Ende der Sommersaison.

Darüber hinaus wird das lange Wochenende mehr und mehr für Shopping (natürlich gibt es auch hier wieder unfassbar viele Schnäppchen), Famlilienbesuche, Feuerwerke und Kurzurlaube genutzt.

Auch die Indianapolis 500, eines der ältesten Rundstrecken Autorennen der Welt, findet seit 1911 am Memorial Day Wochenende statt.

Wer noch etwas mehr über den Memorial Day wissen möchte, kann hier nachschauen, oder hier .

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May 04

Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass wir einen unserer Samstage in Haight-Ashbury verbrachten, aber frei nach dem Motto lieber spät als nie, möchte ich diesen ersten Ausflug in das etwas andere San Francisco gerne mit meinen lieben Lesern teilen.

Gemeinsam mit Chris, der mal wieder das Silicon Valley besuchte, fuhren wir also vor ein paar Wochen nach San Francisco und steuerten zielstrebig die Gegend an, die als Haight-Ashbury bekannt ist.

Der Name stammt von der Kreuzung Haight Street und Ashbury Street und wird meist nur “The Haight” genannt oder “Upper Haight” von den Bewohnern. Das Gebiet umfasst die Nachbarschaften um Haight Street, eingegrenzt von Stanyan Street, Golden Gate Park, Oak Street, Golden Gate Panhandle und Baker Street, Buena Vista Park, Frederick Street und eben Ashbury Heights und Cole Valley.

Der Name “Upper Haight” welcher von den Bewohnern genutzt wird, grentzt dieses Gebiet gegenüber dem tiefer liegenden Haight-Filmore und Lower Haight Disctrict ab.

Haight – Ashbury wurde besonders in den 60er Jahren als Zentrum der Hippie Bewegung bekannt. Insbesondere im sog. “Summer of Love” 1967 welcher sein Ende mit Woodstock 1969 fand, prägten das Gebiet um Haight-Ashbury. Janis Choplin ist eine der wohl berühmtesten ehemaligen Bewohner dieses Fleckchen San Francisco.

Auch heute noch, it Haight-Ashbury ziemlich unkonventionell und sehr alternativ. Die Häuser sind mit Graffities verziert und in den Geschäften und Boutiquen kann man viele sehr skurile Dinge erwerben.

Ein wenig hat mich diese Gegend an Camden Market in London erinnert. Nur weniger Punk, mehr Alternative und weniger Touristen. Dafür nette kleine Kaffees und viele Leute zum Bestaunen.

Ein wirklich buntes Eckchen San Francisco und sehr sehenswert.

Nachdem die Herren sich dann jedoch in einem Geek-Talk verloren, machte ich mich per Pedes auf, die Gegend weiter zu erkunden. Wunderschöne Häuser, bunte Straßenecken und jede Menge steile Straßen machten wir das Laufen zu einem echten Vergnügen und ehe ich es mich versah, war ich bereits fast im Financial District und Downtown angekommen.

Den Berg wollte ich dann doch nicht wieder hinauf laufen, so dass ich mich kurzentschlossen in das Getümmel auf der Market Street stürzte und nach etwas Shopping mich von dem Herren auf dem Rückweg wieder einsammeln lies.

:-)

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