Aug 02

Nachdem sich unsere Terminkalender etwas entspannt hatte, dachten wir, es sei eine gute Idee mal an den Strand zu fahren. Pepper sollte Sand und Meer kennen lernen. Wir beschlossen also Sonntag nach San Francisco zu fahren, da man dort nach Crissy Field (ein Strand an der Bay zwischen Marina und Golden Gate Bridge) Hunde mitnehmen darf.

Dort angekommen stellten wir gleich schmerzhaft fest, dass die Mikroklimas (ich hab ja schon darüber berichtet) mal wieder so richtig zugeschlagen hatten. Nicht nur dass alles unter einer dicken Nebeldecke lag, nein, es war auch noch super windig und ziemlich kalt.

Also blieben wir nicht lange hier, sondern machten uns nach einem kurzen Stopp auf dem berühmten Highway 1 an der Küste entlang in Richtung Süden auf den Weg. Hier hing der Nebel immer noch tief und die Schwaden zogen durch die Berge und Baumwipfel.

In Half Moon Bay fanden wir dann wieder einen Strand, welcher Hundefreundlich war, weshalb wir hier einen weiteren Versuch unternahmen, ein wenig das Meer zu genießen.

Und es hat geklappt. Es erinnerte mich zwar stark an unsere Urlaube and Nord- und Ostsee (von Wetter her) aber es war nicht ganz so windig wie in der City und darum ließ es sich hier auch aushalten.

Ist schon lustig, dass man hier im schönsten Sommerwetter im T-Shirt und kurzen Hosen los fährt, Klimaanlage im Auto auf volle Pulle und nur kurz hinter den Bergen herrschen kühle 14°C, Nebelsuppe und ein Gefühl wie Nordseeurlaub Ende September.

Wir also im dicken Pulli mit Pepper am Strand gesessen und dem Hund seinen ersten Strandtag inklusive eines unbeabsichtigten Bades im Pazifik beschert. Ach ja, Wellen sind nicht Peppers Freunde. Sie war ziemlich verdutzt als sie da so überspült wurde. Ich glaube eine Wasserratte wird dieser Hund nicht mehr.

Dafür hat sie den Stand aber umso mehr geliebt und gleich mehrere Löcher gebuddelt.

Bevor wir dann am anderen Ende der Erdkugel wieder raus kamen, sind wir dann doch lieber wieder nach Hause gefahren.

Und was sag ich, kaum über den Bergen schon hatten wir wieder einen wundervollen Sommerabend. Klimaanlage angeschaltet, Pullies ausgezogen und die Sonnenbrille auf die Nase gesetzt.

Eigentlich eine ganz nette Einrichtung. Immerhin führt dieser Nebel hier dazu, dass wir eigentlich so gut wie nie schwül-warmes Wetter haben, sondern immer eine trockene Wärme mit einem lauen Lüftchen. Und im September wird es dann ja auch in der City und am Meer schön. Also alles nur eine Frage der Zeit.

Wir hatten jedenfalls einen wundervollen Sonntag und freuen uns auf einen schönen August. So ganz ohne Wohnungssuche :-D

Tagged with:
Jan 25

Was für ein fabelhafter Sonntag. Kurzentschlossen machten wir uns auf den Weg nach Santa Cruz um die frühlingshaften Temperaturen (21°C)  zu genießen.

Nachdem wir die Surfer mal wieder ausgiebig bestaunt hatten, fuhren wir langsam in Richtung Norden auf dem Highway No.1 weiter um uns an einem schönen windgeschützten Strand in die Sonne zu legen.

Als wir jedoch am Ano Nuevo State Reserve vorbei kamen, sollte unser Ausflug sich in eine ganz andere Richtung wenden.

Wir wussten, dass man hier von Mitte Dezember bis Ende März auf geführten Wanderungen See Elefanten bei der Aufzucht ihrer Jungen und bei der Paarung bewundern kann, allerdings war es uns noch am morgen unmöglich gewesen telefonisch eine solche Tour für den selben Tag zu reservieren.

Dies muss man nämlich mindestens 1 Tag vorher machen und kostet lediglich $7 pro Person (sehr günstig wie ich finde für das was man geboten bekommt). Wir waren schon etwas enttäuscht gewesen weil wir am Telefon abgewimmelt wurden, versuchten unser Glück aber einfach noch einmal vor Ort. Und siehe da, wir wurden auf die “Warteliste” gesetzt und nach nur 15 Minuten fand sich ein Plätzchen für uns in einer Führung. Juchhuh!

Auch wenn man Ano Nuevo das ganze Jahr hindurch besuchen kann (Parkgebühren= $ 10 pro Auto) und auch See Elefantenbestaunen kann, so gibt es nur von Mitte Dezember bis Ende März geführte Touren (anders kann man in dieser Zeit auch nicht zu den See Elefanten, da alles abgesperrt ist). Der Guide Namens Don, der aussah wie ein ein Cousin von Reinhold Messner, erzählte uns, dass dies sowohl zur Sicherheit der See Elfanten dient als auch zur Sicherheit von uns Menschen. So ein See Elefant Männchen wiegt nämlich schon mal bis zu 2 1/2 Tonnen und kann sich ebenso schnell fortbewegen wie ein Mensch. Darum muss man auch jeder Zeit einen Abstand von 25 Fuß (ca. 7,6 Meter) zu den Tieren halten, da dies genau die Entfernung ist, die diese Tiere in den 2-3 Sekunden in denen sie die Kraft zur Fortbewegung haben auch fortbewegen können.

Vom Visitor Center aus geht es dann erst einmal 20 Minuten durch eine Heideartige Landschaft und für uns das Ganze auch noch bei frühlingshaften Temperaturen und im wundervollen Nachmittagslicht.

An einer weiteren Station wurden wir dann von unserem Guide in Empfang genommen und nach einer kurzen Einführung in die Verhaltensregeln im See Elefanten Gebiet ging es dann auch schon los über Berg und Stein und wundervolle riesige Sanddünen. Allein die Landschaft ist einfach wundervoll.

Wir erfuhren hier, dass das Gebiet vor mehr als 200 Jahren von Indianern und dem kalifornischen Grizzly Bären bewohnt war. Da der Grizzly Bär allerdings Seelöwen, Robben und auch See Elfanten Junge frisst, gab es bis zu dessen Ausrottung hier gar keine dieser Tiere. Sie blieben lieber in Mexico wo sie sicherer waren vor diesem Fressfeind.

Tja, wer hätte gedacht, dass die Ausrottung eines Tieres gleichzeitig ein ideales Gebiet für andere erschafft.

Die See Elfanten, zusammen mit tausenden von See Löwen, Vögel und Robben ließen sich zunächst auf der verlassenen Insel vor Ano Nuevo nieder. Hier gab es früher einen Leuchtturm inklusive Wohnhäuser für den Leuchtturmwärter, Familie und Angestellte. Aber heute ist es verlassen und die Ruinen sind längst von den Tieren in Beschlag genommen worden. Manchmal kann man angeblich See Löwen sogar aus den Fenstern des oberen Stockwerkes schauen sehen. Stell ich mir ja lustig vor.

Danach begannen die See Elfanten in den 70er Jahren auch das Festland in Beschlag zu nehmen und so wurde 1975 das erste Junge auf dem Festland geboren. Ano Nuevo ist heute eine der größten Ansammlung von See Elfanten auf dem Festland weltweit.

Im Dezember kommen zunächst die Männchen um ihre Gebiete festzulegen, denn die Weibchen entscheiden sich je nach Lage des Brutplatzes für das Männchen, nicht nach dessen Größe oder Aussehen. Don erklärte uns: “it’s all about real estate”. Das das Abstecken des Territoriums nicht ohne Kämpfe von Statten geht, versteht sich dabei ja wohl von selbst.

Die Weibchen kommen dann so gegen Ende Dezember und bekommen nun erst einmal ihre Jungen (bis ca Mitte März),welche sie vor ca 1 Jahr empfangen haben. See Elefanten Weibchen säugen ihre Jungen ca 4-6 Wochen und dann verlassen sie sie. Die sog. “weaners” fangen dann an das Schwimmen zu lernen während ihre Mütter bereits dabei sind sich zunächst das Gewicht was sie während der Stillzeit verloren haben (ca. 1/3 des Körpergewichts) wieder drauf zu futtern und sich direkt wieder mit den Männchen zu paaren. Sehr interessant ist, dass die Weibchen zwar erneut Nachwuchs empfangen können, das befruchtete Ei nistest sich aber erst in den Uterus ein, wenn das Weibchen wieder dick und fett geworden ist. D.h. es kann 2-3 Monate dauern, bis sich das befruchtete Ei nach der Emfpängnis  einnistet . Sehr spannend!

Um dann nun eben ihre Jungen zu bekommen, kommen die Weibchen an Land. Wenn man denen so zu schaut, wie sie so über den Sand wursten (mir fällt einfach kein besserer Ausdruck dafür ein) dann muss man schon feststellen, dass See Elefanten nicht wirklich für das Landleben gemacht sind. Sieht alles sehr sehr ungeschickt und mehr als nur unelegant aus. Aber schnell sind die trotzdem.

So ein junger Bulle kam uns ziemlich nah. Der walzte sich so zu sagen direkt in unseren Weg. Meine Beine wollte schon abhauen, aber der Guide blieb einfach stehen und so blieb auch ich mutig vielleicht 2Meter von dem Tier entfernt stehen. Immerhin hab ich so ein paar schöne Fotos schießen können. Dieser Bulle war wirklich riesig, auch wenn er noch recht jung war und noch nicht groß und alt genug um mit den anderen Männchen um ein Harem zu kämpfen.

Naja, mich hat er schon beeindruckt :-D

Während wir dort waren durften wir auch Zeugen einer Geburt werden. Wir haben zwar nicht wirklich den Vorgang beobachtet, aber der Guide zeigte uns eine Stelle wo plötzlich ganz viele Möwen aufgeregt hinflogen und etwas aufpickten. Er erklärte uns, dass die sich nun eben um die Nachgeburt kümmern würden und so bliebe alles schön sauber und reinlich dort am Strand.

The Circle of Life also (jeder der jetzt mit dem singen anfängt: das war beabsichtigt ;-) )

Einen Kojoten sahen wir übrigens auch am Strand entlang wandern. Als Aasfresser stellt er keine Bedrohung für die See Elefanten “pups” (= die babies) dar aber sah neben den riesigen Bullen eher wie ein Chihuahua aus als ein kleiner Wolf.

Natürlich wurden wir auch Zeugen von diversen kleinen Raufereien bzw kurzen Ansagen wer hier der Boss auf dem Strand ist. Die See Elefanten Bullen machen ein ziemlich merkwürdiges Geräusch, dass ein wenig an diese alten Traktoren erinnert. So ein klackerndes Blubbern. Fast schon mechanisch. Und das kann man ziemlich weit hören und so begleiteten uns diese Geräusche auf unserem Rückweg bis fast zum Auto.

Der ganze Spass dauerte 2 1/2 Stunden und hat sich mehr als gelohnt. Kann ich nur jedem empfehlen, der hier mal zu vorbei kommt, auch Ano Nuevo zu besuchen. Ist ein tolles Erlebnis.

Tagged with:
Jan 13

Natürlich haben wir in den vielen Tagen in denen meine Familie hier bei uns in Kalifornien verweilte, nicht nur San Francisco, sondern auch die nähere Umgebung erkundet.

Selbstverständlich standen auch mehrere Ausflüge nach Monterey, Carmel und Moss Landing auf dem Programm.

In Moss Landing waren Dirk und ich ja im Sommer Kayaking und von daher wussten wir, dass man hier am Elkhorn Slough auch ohne Kayak relativ nah an Sea Otters und Seals kommen kann. Und damit eignete sich dieser Ort hervorragend um mal mit der Tierwelt hier in Kalifornien bei der Familie Eindruck zu schinden.

Das war schon super. Wir konnten duzenden von See Ottern zu schauen, wie sie so vor sich hindümpelten. Die sind schon wirklich ziemlich entspannt wie sie da so auf dem Rücken liegend dahintreiben. Und dann sind die auch noch so putzig. Ich könnte denen stundenlang zu schauen…Einfach wunderbar.

Die Seals lagen wie immer unförmig und wurstig auf der Sandbank und ab und an schwamm mal eine kurz vorbei um zu schauen, was wir da so machen. Gegenüber lagen duzende von Seelöwen auf einem Bootsanleger und machten wie üblich viel Lärm und Gestank. Man kann hier schon ne Menge erleben und den Tieren wunderbar in ihrer natürlichen Umgebung zu schauen. Wirklich toll und definitiv eines meiner Highlights in Kalifornien.

Natürlich waren wir auch wieder am Monterey Pier und an der Mole. Dort wo Dirk vor ein paar Monaten seinen Tauchkurs erfolgreich absolvierte gibt es nämlich eine lange Mole, auf deren Steinen sich es die Seelöwen gerne gemütlich machen. Bei beiden unserer Abstecher hierhin hatten wir das Glück dass sich Seelöwen direkt unterhalb des Fußweges auf den Steinen nieder gelassen hatten, so dass man sie hätte anfassen und kraulen können.

Da diese Kolosse aber eher zur Muffeligkeit und Übellaunigkeit neigen, ziemlich lange scharfe Zähne haben und es überdies auch noch verboten ist, lässt man das besser mit dem Streicheln. Nur so als Tipp, an alle die Ihre Finger gerne noch behalten möchten ;-)

Aber bei unserem zweiten Besuch durften wir etwas ganz besonders Schönes erleben. Direkt an der Mole schwamm eine Mutter Sea Otter mit ihrem Baby (naja, es war schon aus dem Gröbsten raus, aber die Kleinen bleiben recht lange an Mamas Rockzipfel hängen). So nah sieht man diese Tiere sonst wirklich nur im Zoo. Wunderbar! So nah! Und dann ist Mama immer wieder abgetaucht und kam ein ums andere Mal mit einer Krabbe, Languste oder einem Krebs zurück an die Oberfläche. Wir konnten richtig hören, wie sie mitihren Zähnen den Panzer knackte und wurden Zeugen, wie sie ihrem Baby immer wieder etwas “herüber reichte”. Das sieht vielleicht putzig aus, wenn diese Seeotter mit ihren kleinen Pfötchen das Essen festhalten und dann auch noch verteilen. Ziemlich cool. Am Ende des Videos unten, kann man dieses schöne Schauspiel anschauen. Davor sieht man wie die Sea Otters am Elkhorn Slough so vor sich hindümpeln.

Ich könnte denen stundenlang zu schauen. Irgendwie bekommt man dabei so eine echte innere Ruhe.

Aber natürlich haben wir auch noch mehr von der Umgebung bewundert und sind natürlich auch wieder von Monterey über Pacific Grove zum 17-Miles-Drive bis nach Carmel-by-the-Sea gefahren.

Ich liebe diese Strecke, aber das habt dürfte auf Grund meiner Blogeinträge ja mittlerweile kein Geheimnis mehr sein ;-)

Ach ja, wir haben übrigens bei unserer Fahrt dann noch ein paar Seals gesehen und die Oma zu dem ersten Hot Dog ihresLebens gezwungen.

Auf die Frage ob es ihr den schmecken würde antwortete sie: “Naja, man muss auch mal was anderes essen”

:-D

In diesem Sinne wünsche ich viel Spass und Mut bei neuen Abenteuern und sei es auch nur beim Probieren einer unbekannten Speise.

Viel Spass nun mit dem Video:

Tagged with:
Sep 27

Point Reyes National Seashore ist ein auf einer Halbinsel gelegenes Naturschutzgebiet etwa 55km nördlich von San Francisco im Marin County und ein guter Ort für Wanderer, Vogelbeobachter und Mountain Biker.

Die Fahrt hierhin ist schon bemerkenswert, denn man fährt auf dem wundervollen Highway No.1 in Richtung Norden durch Wälder, an Lagunen vorbei, entlang der Pazifikküste und durch kleine verwunschene Orte. Hier liegt auch der wunderschöne Strand von Muir und die bei Wanderern beliebten Wälder der Muir Woods.

Nach ungefähr 30 – 45 Minuten Fahrt kommt man dann durch den Ort Olema. Lange Zeit dachte man, dass Olema das Epizentrum des großen Erdbebens von 1906 war, welches San Francisco fast völlig zerstörte, aber heute weiß man, dass das Epizentrum eher im Meer vor Daly City (etwas südlich von SF) lag.

Nichts desto trotz gibt es hier einen Earthquake Trail, welchen man entlang wandern kann und dann über die mit Pfosten kenntlich gemachte San Andreas Falte laufen kann. Eigentlich eher langweilig und wenig beeindruckend aber immerhin eine Möglichkeit mit einem Bein auf der Pazifischen und mit dem anderen auf der Nordamerikansichen Platte stehen zu können.

Die Point Reyes Halbinsel liegt nämlich auf der Pazifischen Platte, welche nach Norden driftet, während das restliche Kalifornien (und die USA) auf der Nordamerikansichen Platte langsam nach Süden wandert. Beide sind voneinander durch die San Andreas Falte getrennt. Und die ist es, die hier häufig zum Wackeln der Erde führt (aber es gibt noch jede Menge kleinere Spalten, die Ihr übriges dazu beitragen).

Olema war dann auch der erste Punkt auf unserer sonntäglichen Tour. Ich war ja schon bereits zum 3. Mal in dieser Gegend, aber ich habe sie noch nie mit Sonnenschein gesehen. Immer nur bewölkt, nebelig und mit Regen. Ich bin ja mal gespannt, ob ich es irgendwann noch einmal schaffe, Sonne hier sehen zu dürfen. Aber darauf konnten wir nicht warten, denn Stefan sollte am nächsten Tag wieder abreisen. Also ging es trotz schlechtem Wetter in Richtung Norden.

Nachdem wir uns den Earthquake Trail angeschaut hatten, sind wir dann weiter in Richtung Leuchtturm gefahren. Wir wussten ja, dass dieser sich ganz am äußersten Zipfel der Halbinsel befindet, aber es war dann doch ein ziemlich langer Weg dorthin (noch einmal gut 30 – 40 Minuten). Aber sehr spannend. Zunächst fährt man durch kleinere Siedlungen, Bäume und am Wasser entlang und dann geht es langsam etwas bergauf in kales Gelände mit alten (“historischen”) Farmen (die sahen vielleicht gruselig aus – da möchte ich nicht wohnen müssen), vielen Kühen und viel Gestrüpp.

Während wir so vor uns hin fuhren wurde dann der Nebel immer dichter und dichter. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das war vielleicht eine Suppe. Man konnte kaum noch 10 Meter weit sehen. So passierte es denn auch, dass wir uns ziemlich erschrocken haben, als plötzlich so neben der Straße ein Reh stand. Einfach so. Kauend. Friedlich und ohne Scheu.

Hui, zum Glück ist das nicht vor das Auto gesprungen. Das hätten wir niemals rechtzeitig gesehen.

Von da an ging es etwas vorsichtiger weiter und wir konnten am Straßenrand immer wieder Rehe sehen, die sich in dem dichten Nebel wohl fühlten. Irgendwann tauchte dann plötzlich ein Parkplatz im Nebel auf. Überrascht stellten wir fest, dass noch ein paar Leute mehr, den Leuchtturm anschauen wollten. Vom Parkplatz aus geht es dann zu Fuß weiter. Zunächst ungefähr 1km über die Hochebene stapfen – im Nebel! Das Meer hörten wir zwar, sehen konnten wir es aber nicht. Das war schon lustig wie wir da so blind durch die Gegend liefen. Man konnte noch nicht einmal sehen, wohin der Weg führen würde.

Irgendwann kamen wir dann ein paar Gebäuden an. Ein Wohnhaus!!! und ein zum Leuchtturm gehöriges Gebäude mit nun einem Museum im Inneren.

Aber wo war der Leuchtturm? Hier jedenfalls nicht, aber wir konnten ja auch keine 10 Meter weit sehen.

Dann ein Schild! Auf dem Schild stand gelesen, dass man zum Leuchtturm eine Treppe hinabsteigen müsste, welche mehr als 300 Stufen habe. Der Abstieg sei in etwa so, als würde man ein 30 stockiges Hochhaus hinunter laufen. Na prost Mahlzeit. Wir sahen ja gerade mal die ersten 5 Meter von der Treppe. Wohin sie führte? Keine Ahnung. Wie steil sie war? Keine Ahnung. Alles schön im Nebel verschwunden.

Irgendwann tauchten dann schnaufende und nach Luft japsende Menschen aus der dichten Nebelsuppe auf, die tatsächlich runter – und wieder hoch! – gelaufen sind.

Deren Anblick bewog mich dazu, oben auf der “Aussichtsplattform” auf Dirk und Stefan zu warten, die tapfer die Herausforderung annahmen. Ich unterhielt mich derweil mit einer älteren Dame aus Chicago, welche mir ihre Heimatstadt als Ausflugsziel wärmstens empfahl. Während wir uns so unterhielten bemerkte ich plötzlich, dass sich der Nebel etwas gelichtet hatte. YAY!

Nun konnte ich das Meer sehen und sogar den Leuchtturm. Als ich mir die Treppe hinunter so betrachtete war ich ziemlich froh, dass ich mir das nicht angetan hatte.

Und schon zog der Nebel wieder zu. Haha! Immerhin ein kurzer Blick auf die Umgebung bevor alles wieder in der dicken grauen Suppe verschwand. Aber wie ich noch erfahren durfte, ist dieser Ort der Windigste am Pazifik und der Zweitnebeligste auf dem amerikanischen Kontinent.

Kein Wunder also, dass wir da durch die Suppe gefahren sind.

Schee wars aber dennoch.

Ach ja, die Herren kamen dann irgendwann mehr oder weniger erschöpft wieder oben auf dem Berg an und wir konnten unseren Ausflug beenden. :-)

Tagged with: