Sep 08

Bei uns gab es endlich, endlich einmal wieder ein langes Wochenende. Das Labor Day Weekend. Ja, nun erleben wir also Dinge schon zum zweiten Mal. Haha, aber dieses Mal haben wir unser Labor Day Weekend nicht mit Shopping verbracht, sondern mit einem Kurztripp.

Sonntag fuhren wir mal wieder in Richtung Monterey um dort unser schnuckeliges Comfort Inn zu beziehen. Wir wollten über Nacht bleiben, da wir Abends noch bei Bekannten zum BBQ eingeladen waren (was unheimlich lustig und schön war) und zum anderen am nächsten Tag einen erneuten Versuch des Whale Watchings unternehmen wollten.

Kurz nach unserer Ankunft ging es dann für uns nach Moss Landing, genauer gesagt zum Elkhorn Slough (spricht man angeblich “slu” aus). Der Elkhorn Slough ist eine Flussmündung in Moss Landing in die Monterey Bay. Hier hat sich eine Art Sumpflandschaft gebildet, welche vielen Seeottern, Robben, Seelöwen, Muscheln, Austern, Pflanzen, Insekten und hunderten von Vogelarten eine Zuflucht und Heimat bietet. Das Wasser im Slough ist von den Meeresgezeiten abhängig  bietet einen sicheren Platz vor diversen Fressfeinden, und insebesondere vor dem großen Weißen Hai, welcher in der Monterey Bay ebenso gerne lebt, wie Wale, Delphine, Otter, Robben und Seelöwen.

Da nun dieses Gebiet ein Naturschutzgebiet ist, kann man nicht einfach so hineinfahren oder hineinspazieren. Der beste Weg um sich die vielen Tiere hier anzuschauen ist mit einem Boot oder Kayak. Natürlich gibt es an der Mündung im Hafen von Moss Landing Kayak Rentals wo man entweder Kayaks mieten kann oder eine der vielen verschiedenen Touren buchen kann.

Wir haben uns für eine 3 Stündige Tour bei der Kayak Connection entschieden, da wir gerne auch noch ein paar Infos von einem Guide über die diversen Tiere und den Elkhorn Slough haben wollten.

Die Tour kostete $50 pro Person und auch wenn das ein stolzer Preis ist, so hat sich jeder einzelen Dollar sowas von gelohnt. Es war einfach wunderbar!

Nachdem ich mich erst einmal an das wackelige Kayak gewohnt hatte, ging es dann auch schon los. Noch am Hafen sahen wir die ersten Harbor Seals ganz ganz nah faul auf einer Sandbank liegen. Manche haben uns ziemlich skeptisch beäugt, aber der Tour Guide, ein sehr netter Biologie Student von der Monterey University, hatte stets darauf geachtet, dass keiner zu nah an die Tiere gepaddelt ist und sie sich nicht gestört gefühlt haben.

Ein paar hundert Meter weiter sahen wir dann auch schon eine ganze Herde See Löwen, die wie immer ziemlich streng rochen und viel Lärm gemacht haben.

Und so paddelten wir also weiter vor uns hin und konnten viele verschiedene Vögel bewundern, insbesondere den Great White Egret, den Great Blue Heron, den Little und den Snowy Egret, den Turkey Vulture, Pelicane und sogar den American White Pelican.

Diese Vögel haben wir in Florida schon ziemlich häufig bestaunen können, weshalb unser Focus mehr auf den marinen Säugetieren lag. Insbesondere den Otterchen! Ach die sind ja zu putzig, diese Sea Otters. Vom Kayak aus, konnten wir hunderte von ihnen wirklich toll beobachten, wie sie abtauchten und mit Muscheln wieder an die Obefläche kamen und diese dann mit einem Stein auf dem Bauch öffneten. Oder auch die Otter Mamis mit ihren Babies, welche auf deren Bauch sitzen. Das sieht sooooo lustig und schnuffig aus. Einfach wunderbar. Die Otter treiben oft stundenlang auf dem Rücken auf dem Wasser, weil sie so viel Energie in dem kalten Wasser sparen können. Um nicht abzutreiben in der Strömung “Ankern” sie häufig im Kelb. Das sind Seealgen oder Seegras, welches sich die Otter um den Bauch wickeln um nicht abzutreiben. Denn dieses Kelb ist am Boden festgewachsen. So bietet es quasi einen natürlichen Anker.

Unser Tour Guide erzählte uns aber, dass die Seeotter, obwohl sie so niedlich aussehen, ziemlich bissig seien und falls einer versuchen würde auf das Kayak zu klettern (was wohl vorkommt), sollten wir ihn mit dem Paddeln wieder runter schupsen.

Aber Sonntag waren sie nicht in Angriffslaune und schwammen nur ziemlich neugierig zwischen denk Kayaks hin und her und beäugten uns skeptisch.

Auch ein paar Seals fanden und sehr interessant und schwammen unter unseren Kayaks hindurch und eine tauchte sogar genau neben unserem auf. Ich hab mich so erschreckt, dass das Foto ziemlich verwackelt ist. :-) Und wie sie da aus dem Kelb auftauchte sah sie auch etwas gespenstisch aus. Das wir so nah an die Tiere kommen würden und auch so viele sehen würden, hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Und auch das Wetter hatte richtig toll mitgespielt. Im dicken Nebel, den es in der Monterey Bay und entlang der San Francisco Peninsula so häufig gibt, starteten wir unseren Trip aber schon nach wenigen Minuten verschwand er und wir paddelten im schönsten Sonnenschein.

Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen und so hatte Dirk am Abend dann auch eine richtig verbrutzelte Stirn. Aber wer braucht schon Sonnencreme …

Hier ist noch ein kleines Video von unserem Ausflug. Leider etwas wackelig und schief, aber mit so einer Mini-Camera und dem wackelnden Kayak ging es einfach nicht besser. Aber man kann trotzdem einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Tierwelt hier bekommen:

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Jul 27

Manchmal frage ich mich schon, wie lange es wohl dauern kann, bis man sich nicht mehr wie ein Anfänger in Kalifornien verhält. Nicht nur, dass wir entgegen besseren Wissens am 4. Juli in San Francisco ohne warme Klamotten beinahe erfroren wären, nein, nun haben wir auch das entgegen gesetzte Program in vergeigt.

Wir wollten mal wieder einen Tag am Meer verbringen und sind an den Seacliff State Park in Aptos (südlich von Santa Cruz) gefahren. Eigentlich wollten wir noch etwas weiter in Richtung Süden, aber da wir kurz hinter Santa Cruz in eine dicke Nebeldecke fuhren, entschieden wir uns kurzerhand doch eher in der Nähe der Sonne zu bleiben.

Ausgestattet mit Decken, Handtüchern, Lesestoff und einer gut gefüllten Kühltruhe suchten wir uns dann auch gleich ein schönes Fleckchen mit Blick auf die Brandung.

Der Strand hier ist ziemlich groß und breit und da es Grillplätze, Toiletten, Umkleidekabienen und einen kleinen Kiosk gibt auch sehr beliebt. Je mehr sich der Nebel verzog, desto mehr füllte sich der Strand mit Menschen und die ersten Mutigen badeten auch schon bei ca. 18°C Wassertemperatur.

Am Strand gibt es auch ein Pier. Hier wurde vor Jahren ein Schiff, die Palo Alto, als Touristen Attraktion geschleppt und sich selbst überlassen. Heute ist es nur noch ein Wrack und für Menschen nicht mehr zugänglich. Aber wie Vieles hier, wurde auch das Wrack von unzähligen Seevögeln und Seelöwen in Beschlag genommen.

So hatten wir also das Vergüngen während des Sonnenbadens den Bellenden Lauten der Seelöwen lauschen zu können. Das finde ich persönlich immer wieder wunderbar und kann gar nicht genug davon bekommen. Besonders schnuffig war es, als eine Robbe und ein Seelöwe direkt am Strand entlag schwammen und neugierig auf uns Menschen blickten. Da weiß man gar nicht genau wer wen eigentlich beobachtet. :-)

So sonnten wir so vor uns hin, bis ich bemerkte, dass das Wasser immer näher kam. Meine vorsichtigen Hinweise darauf wurden von Dirk jedoch mit einer Handbewegung abgetan und er klärte mich darüber auf, dass ja noch viele Leute vor uns näher am Wasser wären die sicherlich gehen würden, wenn dem so sei, und ich mir darüber hinaus viel zu viel Sorgen machen würde.

Wieder besseren Wissens, ließ ich mich davon überzeugen. Ich selbst hatte zudem eine Ziel, dass ich in Angriff nehmen wollte: Baden im Pazifik!

Mir wurde gesagt, dass es hier eigentlich zu kalt ist zum Baden, denn der Pazifik wärmt sich auf Grund des – ich glaube – Humboldt Stroms nicht mehr als höchstens 18°C auf. Wenn ich viel Glück hätte, könnte ich vielleicht im Juli / August mal hinein hüpfen, aber es sei halt doch sehr kalt.

Pah, jemand der Mitte Mai bei 16°C Wasser- und 20°C Außentemperatur im Freibad schwimmen kann, kann auch in den Pazifik! Wenigstens ein paar kleine Schwimmzüge wollte ich im Pazifik in diesem Sommer absolvieren und nachdem ich andere Strandgänger im Wasser sah, dachte ich mir: Das kann ich auch!

Und wie ich es konnte!!! Jaha! Ich war schwimmen! So richtig mit Tauchen!

Ok, es hat 15 Minuten gedauert, bis ich endlich drin war und dann konnte ich einer ziemlich großen Welle nicht mehr ausweichen, so dass ich nur die Möglichkeit hatte hindurch zu tauchen, aber immerhin! Einmal drin ging es dann auch sogar. Ich habe auch meine Schwimmzüge absolviert und verließ das Wasser nach stolzen 2 – 3 Minuten etwas bläulich gefroren aber glücklich.

Und ab ging es wieder zum Aufwärmen in die pralle Sonne.

Und das Wasser kam näher… Unaufhaltsam… immer näher.

Nachdem ein paar Wellen doch langsam bedenklich näher an unser Handtuchlager rollten, sprach ich Dirk nochmals auf einen mögichen Rückzug an.

Noch während er mich auf die Unnötigkeit dieser Vorsichtsmaßnahme hinwies und mich für etwas über ängstlich hielt, kam eine dicke Welle angeschwappt und spülte die Handtücher der Menschen vor uns hinweg und auch wir mussten hektisch aufspringen. Schnell den Rucksack mit der Kamera und meinem Telefon hoch gehalten (phew) und die Klamotten vor dem Wasser gerettet als dann plötzlich Dirks heiß geliebtes iPhone an mir vorbei trieb. Ich konnte es recht schnell den Fluten entreißen, aber die Sorge um das etwas angefeuchtete Goldstück überschattete von da an den restlichen Tag.

Wir zogen dann übrigens mit unseren Handtüchern um und schlugen ein neues Lager ein ganze Stück entfernt von der Brandung wieder auf. Die nassen Handtücher trockneten schnell und auch das iPhone wurde getrocknet und getestet. Es schien bis auf kleine Ausetzer einigermaßen ok, zu sein, aber die Sorge blieb.

Ich verkniff es mir vorsorglich das eigentlich fällige: “Ich hab es ja gleich gewusst” und “Hättest Du auf mich gehört, wäre das nicht passiert”. (Ich glaube Dirk hätte mich erwürgt ;-) )

So sonnten wir uns also weiter als sei nichts passiert. Nur eben ein wenig weiter weg vom Meer, weitherin ohne Sonnenschirm und keinerlei Anstalten nach Hause zu fahren.

So kam es wie es kommen musste:

Irgendwann stellten wir fest, dass wir uns wohl etwas zu selten mit der schützenden Sonnencreme eingeschmiert hatten. Wir wurden rot! Obwohl wir in den letzten Wochen häufig am Pool oder Meer gewesen waren und auch schon einen vorzeigbaren braunen Hautton angenommen haben, hätten wir uns doch mehr eincremen sollen. Die Sonne hier in Kalifornien ist halt doch etwas intensiver. Aber wer nicht hören will…

Wie die Anfänger! Echt! Als wüssten wir es nicht besser!

Also ging es nach Hause um die roten Stellen zu kühlen und uns selbst aus der Sonne zu nehmen. Keine Sonne bis auf Weiteres… Super!

Ich frage mich nur: When will we ever learn…

P.S. das iPhone funktioniert nach einer Nacht in einer Schale mit Reis übrigens wieder reibungslos. Nur die Kophörer haben das Bad im Pazifik nicht überstanden.

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Jun 03

Da das lange Memorial Day Weekend auch gleichzeitig das bisher wärmste Wochenende des Jahres war, ging es für uns Sonntag ans Meer.

Ziemlich schnell wurde uns klar, dass auch noch andere diese fantastische Idee hatten, denn wir standen im Stau.

Noch keine 10 Minuten unterwegs und schon ging es nicht mehr weiter. Na das konnte ja heiter werden. Kurz überlegt, was wir nun machen sollten, denn wir hatten beide keine Lust uns die nächsten Stunden quer durch die Berge zu quälen und dann den ganzen schönen Sonntag zu verpassen.

Zum Glück fiel uns eine Alternative ein, der Highway No.9. Von dieser Straße hatten wir erst kürzlich erfahren und obwohl unsere Gäste, die Hadnagys diesen Weg bereits erkundet haben, hatten wir bisher nicht das Vergnügen. Also warum nicht jetzt, dachten wir so bei uns. Diese Strecke dauert länger als der übliche Weg über den Highway 17, da er sich durch einsame Bergdörfer hindurch schlängelt, aber so konnten wir wenigstens fahren und standen nicht die ganze Zeit im Stau. Viele Serpentienen und auch nur eine Spur in jede Richtung versprechen ein sehr uriges Vergnügen auf dem Highway 9.

So kamen wir zum ersten Mal durch den wirklich hübschen Ort Saratoga durch und schlängelten uns so langsam durch die Santa Cruz Mountains.

Das war richtig toll. Von hier Oben hatten wir immer wieder einen super schönen Blick über die Bay Area, dann ging es in dichte Redwood Wälder, welche durch die zwischen den Zweigen hindurch schimmernde Sonne richtig zauberhaft aussahen.

Dann ging es durch klitzekleine Bergdörfer. Es ist schon sehr faszinierend, wie facettenreich die Bay Area doch ist. Da hat man zum Einen die eher europäisch anmutende Stadt San Francisco, die industrielle Gegend in der East Bay, eine Retortenstadt im Süden mit San Jose, das Silicon Valley mit dem Charme eines Gewerbegebietes und die Surfer- und Hippies Ecke am Pazifik. Und nun kommt wieder eine ganz anderes Amerika mit diesen kleinen Bergdörfern hinzu. Eigentlich kann man es gar nicht richtig beschreiben, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, in einem Amerika gelandet zu sein, wie ich es aus vielen Roadmovies bereits kennen gelernt habe. Eine Hauptstraße mit Liqour Store neben Liqour Store, einer Post, einem kleinen Supermarkt, einem Eisenwarenhandel und einer Bar. Sehr anders, aber auch sehr sehenswert (gut, wohnen wollte ich da nicht, aber hindurch fahren war ok).

Nach 1,5 Stunden hatten wir die “Überfahrt” nach Santa Cruz dann auch geschafft und weiter ging es in Richtung Norden auf dem Highway 1, bis wir am Pigeon Point Lighthouse angekommen waren. Hier gibt es nicht nur ein Hostel und einen Leuchtturm, sondern auch eine kleine schnuffige Bucht, wo man gemütlich Sonnenbaden kann, und der oft kalte Seewind von den Felsen abgehalten wird. Das war unser Ziel, und hier breiteten wir uns aus, in der Windstille direkt am Pazifik.

Herrlich! So sonnten wir uns gemütlich, aßen ein paar leckere Kirschen, welche wir auf dem Weg bei einem Bauern gekauft hatten, und hörten den Wellen zu.

Eine Gruppe von mehreren Eltern mit Kindern spielten zu unserer Unterhaltung Baseball und ab und an schwammen zwei Sea Otter und ein Sea Lion an uns vorbei.

Ein weiterer perfekter Tag an diesem langen Wochenende möchte ich meinen.

Dirk sah am Abend natürlich wieder wie ein Waschbär aus, nachdem er erneut lustige Streifenabdrücke von der Sonnenbrille im Gesicht hatte und ich habe mir die Zehen in eiskalten Wasser blau gefroren. Also alles wie immer :-)

Ziemlich erholt und glücklich kamen wir dann auch am Abend wieder daheim an und konnten uns auf einen weiteren freien, faulen Tag freuen.

California here we are :-)

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Mar 26

Sonntag erwachten wir bei herrlichem Sonnenschein in Little River.

Nach einem deftigen Frühstück im Little River Inn ging es wieder auf die CA-1.

Da Dirk und ich noch einen langen Weg zurück nach Santa Clara vor uns hatten, mussten wir also schon bald von diesem wunderschönen Fleckchen Erde Abschied nehmen.

Aber vorher ging es noch einmal nach Mendocino, Mendocino! Ich fahre jenden Tag, nach Mehendocino….lalala

Ok, das musste jetzt sein :-)

Noch einmal auf den Pazifik starren und…Wale sehen!

Ernsthaft! Ich habe endlich Wale gesehen! Zwar nicht sehr gut, aber immerhin zwei mal eine Schwanzflosse, eine Finne und unzählige Male die Wasserfontäne, welche sie beim Luftholfen ausstoßen.

Aaaaaaaaaahhhhhhhh

Das war ja sooooooo toll! Grauwale auf Ihrem Weg in den Norden….mit Jungtieren….

Aaaaaaaahhhhhhhh

Naja, da sie ziemlich weit vom Ufer entfernt waren, war es jetzt nicht so spektakulär, aber immerhin. Ich werte das als einen ersten Erfolg und sehe es als gutes Zeichen in Hinblick auf weitere Whale Watching Missionen.

Nachdem wir uns also noch etwas an diesem Naturschauspiel satt gesehen hatten, ging es für Dirk und mich in Richtung Fort Bragg, dann auf den Highway 20 quer durch Redwood Wälder bis zur 101 in Richtung Süden. Nach Hause.

Das war ein wirklich sensationell toller Ausflug!

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