Dec 30

Weihnachten haben wir mittlerweile gut hinter uns gebracht und hoffen sehr, dass es Euch allen ebenfalls so gut ergangen ist wie uns.

Das Beschenken fiel in diesem Jahr bei uns aus, da wir uns gegenseitig mit unserer Anwesenheit, vielen Ausflügen und leckerem Essen verwöhnt haben. Oma, Eltern und Schwester reisten extra für das erste Kalifornische Weihnachtsfest unserer Familie aus der Schweiz bzw. Deutschland an. Natürlich durfte bei einem solchen Tripp das Sightseeing nicht zu kurz kommen, und so trotzten wir den kühlen Temperaturen (wir hatten so alles zwischen 10°C und 20°C) und den manchmal regnerischen Tagen und machten San Francisco, Monterey, Santa Cruz etc unsicher. Dazwischen durften natürlich auch ausgiebige Shopping Touren nicht fehlen. Zu unserer großen Freude gab es nämlich schon kurz vor Weihnachten diverse Sonderangebote, die nach dem 25.12. noch einmal erhöht wurden. Nicht selten kam es vor, dass wir zu einem schon reduzierten Teil noch einen weiteren Bonus erhielten und am Ende das Gefühl hatten, so richtig gespart zu haben ;-)

Das erste Weihnachtsfest bei welchem Dirk und ich die Gastgeber sein durften verlief ohne Katastrophen und sehr sehr schön.

Lisa und ich hatten die Ehre das Weihnachtsessen zu gestalten, und so gab es (mit Wolfgangs Hilfe per Rezept und Kochanweisungen) zunächst einen Spinatsalat mit gerösteten Pinienkernen, Pilzen und einer Portwein Vinaigrette. Die Hauptspeise war ein Zitronen Thymian Risotto mit Zucchini Streifen, Speck und Chilenischem Seebarsch. Yummy kann ich da nur sagen. Wider aller Erwartungen gelang uns alles und so machte es fast gar nichts, dass das Orangen Creme Dessert mehr an ein Silikon Implantat als an eine Nachspeise erinnerte.

Schön beschwippst gab dann auch noch die ganze Familie ihre Gesangeskünste beim Schmettern von Weihnachtsliedern (deutschen und englischen) zum Besten und so unterhielten wir auch noch gleich die Nachbarschaft mit. :-)

Da es hier in Kalifornien quasi unmöglich ist eine frische Gans käuflich zu erwerben, gab es unser traditionelles Gänse Essen am 25.12. dann eben mit Enten. War auch lecker! So richtig mit Rotkraut, Soße und Klößen war es wie immer eine echte Völlerei und so richtig gut! Dazu natürlich leckerer Rotwein, welchen wir ein paar Tage zuvor bei Savvy Cellar nach ausgiebiger Weinprobe gekauft hatten.

Wir hatten also ein sehr leckeres Weihnachtsfest und entgegen aller Erwartungen gehen die Hosen doch noch zu. :-D

Natürlich haben wir auch jede Menge Sightseeing Touren unternommen, aber das berichte ich dann doch in einem anderen Post.

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Dec 06

Letzte Woche fiel nun mit Thanksgiving der Startschuss für die sog. “Holiday Season” also die Feiertags-Saison.

Thanksgiving ist neben Weihnachten der wichtigste Feiertag in den USA – eigentlich eher fast noch wichtiger als Weihnachten, auch wenn es hier keine Geschenke gibt.

Es ist ein staatlicher Feiertag und wird jeden 4. Donnerstag im November gefeiert. Die meisten Amerikaner nehmen sich mindestens den darauffolgenden Freitag (sog. Black Friday) als “Brückentag” frei, oder teilweise sogar die ganze Thanksgiving Woche. Einige Firmen, wie z.B. Yahoo! geben ihren Mitarbeitern den Freitag ebenfalls frei. Schulkinder haben meist ebenfalls die komplette Woche unterrichtsfrei (insbesondere hier in Kalifornien weil durch die Finanzlage nicht genug Geld da ist um ein reguläres Schuljahr mit vielen Schultagen zu finanzieren – ja so schlimm ist das hier).

Thanksgiving wird auf die Pilgerväter zurück geführt, welche nach einem ersten harten Winter in der neuen Welt und vielen Hunger- und Kälteopfern Hilfe bei den umliegenden Indianerstämmen suchten. Die Indianer halfen den Siedlern in dem sie ihnen unter anderem zeigten, wie man Mais und andere heimische Pflanzen anbaute.

Im darauffolgenden Jahr gab es eine reiche Ernte und genug zu Essen. Die Pilgerväter sollen sich laut der Geschichte nun mit einem großen Erntedankfest bei den Indianern bedankt haben.

Heute wird dieses Fest traditionell mit einem riesigen Truthahn Essen mit der ganzen Familie und auch lieben Freunden gefeiert. Dieses große Familienfest führt dazu, dass in der Thanksgiving Woche tausende von Menschen zu ihren Lieben reisen, mit Bahn, Schiff, Auto und Flugzeug. Das führt natürlich zu einem riesigen Verkehrschaos, verstopften Straßen und langen Warteschlangen an Check-In Schaltern. In diesem Jahr riefen nun an dieser jährlichen größten Reisewelle in den USA diverse Organisationen dazu auf, an den Flughafen Security Checks sich dem Scan mit den sog. Nacktscannern zu verweigern und stattdessen den zeit- und personalaufwendigen Abtastcheck zu unterziehen. Sie wollten damit gegen die Nacktscanner protestieren.

Aber letztendlich gab es nur wenige die tatsächlich protestierten denn die meisten wollten einfach nur schnell von A nach B.

Wir haben uns in diesem Jahr dazu entschlossen, das lange Wochenende daheim zu verbringen und uns nicht ins Getümmel zu stürzen. Dafür wurden wir auch reichlich belohnt. Zuerst gab es die große Macy’s Parade im Fernsehen und im Anschluss haben Pam und Marco  uns zu einem traditionellen Turkey Dinner eingeladen. Zu diesem Fest gibt normalerweise einen Truthahn oder Teile davon. Der Truthahn wird Innen befüllt. Dabei hat jeder so seine eigenen Familienrezepte für das sog. “Stuffing”. Das isst man im Übrigen später als Beilage und ist eine auf Brot und Gemüse basierende Pampe. Unsere war auf jeden Fall der Knaller und Pam hat sich dabei selbst übertroffen.

Dazu gab es dann grüne Bohnen und einen Süßkartoffel-Marshmallow-Auflauf. Yummy! Natürlich durfte auch die Cranberry Sauce nicht fehlen, eine Pumpkin Soup als Starter und Pie zum Nachtisch. Lecker und wie es sich gehört fielen wir danach auch ins Food-Koma.

Alles wie es an Thanksgiving sein muss :-)

So fiel es uns dann auch nicht schwer am nächsten Tag den Black Friday so gut wie Black Friday sein zu lassen. Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving und der Tag an dem es die meisten Schnäppchen gibt. Die Geschäfte machen zum Teil um 4 Uhr morgens auf und die Menschen stehen schon Tage vorher in Schlangen vor der Tür um auch ja die ersten Schnäppchen zu ergattern. Bei dieser Angelegenheit kommt es regelmäßig zu fürchterlichen Unfällen, weil Menschen an den Türen zuGeschäften einfach niedergemäht werden. Aber der Tag ist eben die beste Möglichkeit für das anstehende Weihnachtsfest die besten Geschenke zu einem günstigen Preis zu ergattern.

Wir haben uns lieber dazu entschieden noch einmal zu Schlemmen und haben uns zum Fish Market auf gemacht um dort fangfrische Dungenesse Crabs zu essen. Sehr lecker.

Den Rest des langen Wochenendes haben wir dann ruhig angehen lassen, da es sowieso die ganze Zeit über geregnet hat. So ein richtiges Novemberwetter halt.

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Nov 11

Heute war also der Tag der Veteranen oder wie man hier so schön sagt: Veterans Day.

Dies ist ein Gedenktag zu Ehren aller Kriegsveteranen, wobei er ursprünglich in den USA, Großbritannien, Belgien und Frankreich zu Ehren der Veteranen des ersten Weltkrieges ins Leben gerufen wurde und daher jährlich am Tag des Waffenstillstandsabkommens (11.11.1919) begangen wird. Heutzutage werden nun sämtlich Veteranen aus allen möglichen Kriegen am Veterans Day geehrt.

Es gibt zahlreiche Parade im ganzen Lande und normalerweise legt der Präsident und/oder andere hohe Regierungspersönlichkeiten einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten auf dem Arlington National Cemetery niedergelegt. In diesem Jahr ist der Präsident allerdings verhindert, da er sich in Asien auf dem G-20 Gipfel “vergnügt”.

Der Arlington National Friedhof ist übrigens der zweitgrößte der USA und hier wird jedes Jahr um genau 11:00 AM am 11.11. eines jeden Jahres die Hauptveranstaltung zum Veterans Day durchgeführt. Hier liegen auch noch diverse Berühmtheiten begraben, wie z.B. der ehemalige Präsident John F. Kennedy. Nur so am Rande.

San Francisco hatte seine Veteranen bereits letzten Samstag mit einer Parade bedacht, welche auf Grund heftiger Regenfälle eine wohl ziemlich nasse Angelegenheit gewesen sein muss.

Trotz aller Feierlichkeiten ist der Veterans Day aber kein allgemeiner Feiertag, was so viel heißt wie, Dirk musste arbeiten :-(

Aber es dauert ja nun auch nicht mehr lange und das große Truthanvernichtungsfest steht mit einem ganz langen Wochenende wieder auf dem Program.

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Sep 08

Bei uns gab es endlich, endlich einmal wieder ein langes Wochenende. Das Labor Day Weekend. Ja, nun erleben wir also Dinge schon zum zweiten Mal. Haha, aber dieses Mal haben wir unser Labor Day Weekend nicht mit Shopping verbracht, sondern mit einem Kurztripp.

Sonntag fuhren wir mal wieder in Richtung Monterey um dort unser schnuckeliges Comfort Inn zu beziehen. Wir wollten über Nacht bleiben, da wir Abends noch bei Bekannten zum BBQ eingeladen waren (was unheimlich lustig und schön war) und zum anderen am nächsten Tag einen erneuten Versuch des Whale Watchings unternehmen wollten.

Kurz nach unserer Ankunft ging es dann für uns nach Moss Landing, genauer gesagt zum Elkhorn Slough (spricht man angeblich “slu” aus). Der Elkhorn Slough ist eine Flussmündung in Moss Landing in die Monterey Bay. Hier hat sich eine Art Sumpflandschaft gebildet, welche vielen Seeottern, Robben, Seelöwen, Muscheln, Austern, Pflanzen, Insekten und hunderten von Vogelarten eine Zuflucht und Heimat bietet. Das Wasser im Slough ist von den Meeresgezeiten abhängig  bietet einen sicheren Platz vor diversen Fressfeinden, und insebesondere vor dem großen Weißen Hai, welcher in der Monterey Bay ebenso gerne lebt, wie Wale, Delphine, Otter, Robben und Seelöwen.

Da nun dieses Gebiet ein Naturschutzgebiet ist, kann man nicht einfach so hineinfahren oder hineinspazieren. Der beste Weg um sich die vielen Tiere hier anzuschauen ist mit einem Boot oder Kayak. Natürlich gibt es an der Mündung im Hafen von Moss Landing Kayak Rentals wo man entweder Kayaks mieten kann oder eine der vielen verschiedenen Touren buchen kann.

Wir haben uns für eine 3 Stündige Tour bei der Kayak Connection entschieden, da wir gerne auch noch ein paar Infos von einem Guide über die diversen Tiere und den Elkhorn Slough haben wollten.

Die Tour kostete $50 pro Person und auch wenn das ein stolzer Preis ist, so hat sich jeder einzelen Dollar sowas von gelohnt. Es war einfach wunderbar!

Nachdem ich mich erst einmal an das wackelige Kayak gewohnt hatte, ging es dann auch schon los. Noch am Hafen sahen wir die ersten Harbor Seals ganz ganz nah faul auf einer Sandbank liegen. Manche haben uns ziemlich skeptisch beäugt, aber der Tour Guide, ein sehr netter Biologie Student von der Monterey University, hatte stets darauf geachtet, dass keiner zu nah an die Tiere gepaddelt ist und sie sich nicht gestört gefühlt haben.

Ein paar hundert Meter weiter sahen wir dann auch schon eine ganze Herde See Löwen, die wie immer ziemlich streng rochen und viel Lärm gemacht haben.

Und so paddelten wir also weiter vor uns hin und konnten viele verschiedene Vögel bewundern, insbesondere den Great White Egret, den Great Blue Heron, den Little und den Snowy Egret, den Turkey Vulture, Pelicane und sogar den American White Pelican.

Diese Vögel haben wir in Florida schon ziemlich häufig bestaunen können, weshalb unser Focus mehr auf den marinen Säugetieren lag. Insbesondere den Otterchen! Ach die sind ja zu putzig, diese Sea Otters. Vom Kayak aus, konnten wir hunderte von ihnen wirklich toll beobachten, wie sie abtauchten und mit Muscheln wieder an die Obefläche kamen und diese dann mit einem Stein auf dem Bauch öffneten. Oder auch die Otter Mamis mit ihren Babies, welche auf deren Bauch sitzen. Das sieht sooooo lustig und schnuffig aus. Einfach wunderbar. Die Otter treiben oft stundenlang auf dem Rücken auf dem Wasser, weil sie so viel Energie in dem kalten Wasser sparen können. Um nicht abzutreiben in der Strömung “Ankern” sie häufig im Kelb. Das sind Seealgen oder Seegras, welches sich die Otter um den Bauch wickeln um nicht abzutreiben. Denn dieses Kelb ist am Boden festgewachsen. So bietet es quasi einen natürlichen Anker.

Unser Tour Guide erzählte uns aber, dass die Seeotter, obwohl sie so niedlich aussehen, ziemlich bissig seien und falls einer versuchen würde auf das Kayak zu klettern (was wohl vorkommt), sollten wir ihn mit dem Paddeln wieder runter schupsen.

Aber Sonntag waren sie nicht in Angriffslaune und schwammen nur ziemlich neugierig zwischen denk Kayaks hin und her und beäugten uns skeptisch.

Auch ein paar Seals fanden und sehr interessant und schwammen unter unseren Kayaks hindurch und eine tauchte sogar genau neben unserem auf. Ich hab mich so erschreckt, dass das Foto ziemlich verwackelt ist. :-) Und wie sie da aus dem Kelb auftauchte sah sie auch etwas gespenstisch aus. Das wir so nah an die Tiere kommen würden und auch so viele sehen würden, hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Und auch das Wetter hatte richtig toll mitgespielt. Im dicken Nebel, den es in der Monterey Bay und entlang der San Francisco Peninsula so häufig gibt, starteten wir unseren Trip aber schon nach wenigen Minuten verschwand er und wir paddelten im schönsten Sonnenschein.

Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen und so hatte Dirk am Abend dann auch eine richtig verbrutzelte Stirn. Aber wer braucht schon Sonnencreme …

Hier ist noch ein kleines Video von unserem Ausflug. Leider etwas wackelig und schief, aber mit so einer Mini-Camera und dem wackelnden Kayak ging es einfach nicht besser. Aber man kann trotzdem einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Tierwelt hier bekommen:

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