Jun 18

Für viele Kalifornien Urlauber und Besucher ist es sicherlich eine der erstaunlichsten Erfahrungen auf ihrer Reise – das Wetter in San Francisco, der Bay Area und der Peninsula. Für alle die hier leben, ist es der tägliche Wahnsinn.

Ich spreche hier von den “Microclimates”.

Ein paar Meter, ein Häuserblock, ein Örtchen oder nur eine Straßenbiegung weiter und schon kann das Wetter ganz anders aussehen als eben gerade noch. Es kann durchaus vorkommen, dass z.B. in der South Bay im Sommer Temperaturen von 30°C erreicht werden und die Sonne vom Himmel brennt, während es in San Francisco kühle 18°C unter dichter Nebeldecke gibt.

Aber selbst hier in “the City” kann auch schon der nächste Häuserblock wieder im schönsten Sonnenschein erstrahlen, während 200 Meter weiter der dickste Nebel herrscht.

Auf Grund der Topographie und der Influenz des Pazifiks können hier in der Stadt von Block zu Block die Temperaturen durchaus  bis zu 5°C variieren.

Diese vielen unterschiedlichen Mikroklimas machen es einem ziemlich schwer, im Sommer die richtige Kleidung zu wählen oder etwa einen Ausflug zu planen.

Es ist schön häufiger vorgekommen, dass wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von der South Bay aus ans Meer fahren wollten, aber auf dem Weg nach Santa Cruz plötzlich in der dicksten Nebelsuppe hingen. Anstatt California Feeling gab es dann Erinnerungen an Nordsee mit dickem Norwegerpulli.

Ja, ja der Nebel! Der berühmte Nebel. Wie Trockeneis wabert er an manchen Tagen so über die Santa Cruz Mountains. Das sieht richtig schön aus, allerdings nur, wenn man nicht gerade darunter, oder mittendrin steckt. Der Nebel ist so dick, dass es fast scheint als würden Rauchschwaden durch die Bäume ziehen. Unwirklich, unheimlich aber dennoch wunderschön.

Aber wie hat es der Hotel Concierge im Cobblestone Inn in Carmel bei unserer Ankunft in Kalifornien im August 2009 so schön beschrieben: “Manchmal ist es am morgen nebelig und der Nebel ist am Nachmittag verschwunden. Manchmal ist es am morgen sonnig und der Nebel kommt erst am Nachmittag. Manchmal ist es den ganzen Tag sonnig und der Nebel kommt erst am Abend und manchmal, ja manchmal bleibt der Nebel den ganzen Tag”

Nun gut, der Nebel ist es also auch meist, der die Temperaturen hier so maßgeblich beeinflusst. Hat man das Pech gerade unter einer Nebelbank zu sein, ist es eben kalt. Oder es herrscht einfach nur ein wirklich kalter Wind, der auch den schönsten Sonnentag zu einer frostigen Erfahrung machen kann.

Viele Touristen unterschätzen daher immer wieder unsere Mikroklimas und man sieht dann hunderte von ihnen in den Sommermonaten fröstelnd mit eiligst gekauften “I love San Francisco” Pullovern durch die Gegend zittern.

Man kann es ja immer und immer wieder sagen, dass Mai-September nicht die idealsten Monate für einen Sommerurlaub in der Gegend sind, weil es eben auch empfindlich kalt werden kann, aber es glaubt einem ja niemand.

Wir fahren jedenfalls niemals mehr ohne dicken Pullie, Jacke und Socken in die City oder ans Meer. Wir haben gelernt :-)

Ansonsten kann ich nur immer wieder ausdrücklich jedem Tourist raten, Ende September bis Ende Oktober hierher zu kommen. Es gibt kaum noch Nebel und in der City ist es genauso warm wie im Landesinneren. Man kann Sonnenbaden und die dicken Pullies sind wirklich nicht nötig (außer vielleicht auf hoher See beim Whale Watching oder am Abend am Strand).

Für das restliche Jahr sei allen Besuchen und denen die hier Leben geraten: “If you don’t like the weather, walk a few blocks or drive a few miles”.

Ein schöner Artikel hierzu vom SF Chronicle: http://articles.sfgate.com/2001-07-09/news/17608480_1_weather-fog-climatic

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