Sep 10

Ich habe beschlossen, ein wenig mehr über unsere kulinarischen Ausflüge zu berichten, zumal das Essengehen hier mehr als üblich ist. Kocht man viel selbst zu Hause, bekommt man schon einmal einen verwunderten Blick zu geworfen, denn die meisten Amerikaner gehen zum Dinner abends aus. Das ist dann mehr oder weniger aufwendig und reicht vom schnellen Burger oder Borrito bis hin zum super kulinarischen Erlebnis.

Am Wochenende ist man ohnehin häufig unterwegs und bis man dann eingekauft und gekocht hat… nun ja, es ist im Restaurant einfach so viel einfacher und ganz ohne dreckiges Geschirr. ;-)

Kommt man aus Deutschland, ist das schon eine Umstellung. Zwar geht man dort auch ab und an zum Essen aus, aber eben nicht annähernd so regelmäßig wie hier. Nun ja, vielleicht hat sich das ja in den letzten 5 Jahren seit unserer Abwesenheit auch geändert. Aber ich musste mich erst einmal daran gewöhnen und ja, ich koche noch hauptsächlich selbst, auch wenn ich die regelmäßigen Restaurantbesuche sehr genieße. Und ich spreche hier nicht von den Fast Food Ketten, sondern von “richtigen” Restaurants.

Also, in nächster Zeit hoffe ich hier ein paar Einträge rund um unsere “Dining Out” Erfahrungen aufzuschreiben und neben unseren Lieblingsrestaurants, über welche ich zum Teil ja unter “Culinary” schon gebloggt habe, auch unsere Einmalerfahrungen mitzuteilen.

Viel Spass dabei und schaut mal wieder vorbei

 

 

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Aug 06

Es ist schon witzig, wie klein die Welt doch ist, oder wie praktisch wenn man ganz in der Nähe von Touristenzielen und den ganzen Tech-Giganten lebt.

Nicht nur meine Mutter ist derzeit zu Besuch um mir mit den Vorbereitungen für den “großen Event” behilflich zu sein, nein wir durften auch mal wieder unsere Freunde Tobs und Nomsa aus New York begrüßen. Die Beiden kennen wir ja noch aus unserer Londoner Zeit und nun, da sie an die Ostküste gezogen sind, sehen wir die Beiden in regelmäßigeren Abständen, wenn Tobs seinen Arbeitgeber hier in Mountain View im Mutterschiff besucht. Das ist wunderbar! So muss es sein!

Vor ein paar Tagen gab es dann eine weitere Überraschung, als wir uns doch tatsächlich mit unseren alten Mainzer Nachbarn Annabelle und Stefan, nebst Anhang bei Starbucks Macy’s in San Francisco treffen konnten! Ist das nicht verrückt!?

So viele Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen, seit sie aus dem schönen Bretzenheim weggezogen sind, und nun treffen wir uns auf einen Kaffee in San Francisco. It’s a small small world…

Also, an alle die auf Ihren Kalifornien Urlauben durch San Francisco kommen, meldet Euch! Wir freuen uns immer wenn wir alte Gesichter in unserer neuen Heimat begrüßen dürfen und wir haben sicherlich auch ein paar gute Tipps für die Reise an der Hand (gell Stefan, so eine Jacke ist doch was Feines in San Francisco, auch im Sommer ;-) )

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Dec 01

Heute, am 1. Dezember 2011 ist in San Francisco Stadt und County ein neues Gesetz in Kraft getreten, welches Restaurants und anderen Etablissements zur Verköstigung der Gesellschaft verbietet, kostenlose Geschenke für Kinder mit ihren Malzeiten anzubieten, wenn diese Malzeiten / Menüs nicht besonderen, in besagtem Gesetz festgesetzten, Anforderungen zu Gesundheit und Nährwerten entsprechen.

Letztendlich zielt das Gesetz darauf ab, dass insbesondere Fast Food Ketten wie McDonald’s keine Spielsachen zu ihrem Happy Meal mehr verschenken dürfen, weil dies ein Anreiz für Kinder wäre, sich schlecht zu ernähren. Man will wohl erreichen, dass Kids nicht mehr dort Essen, weil es ja keine Spielsachen mehr gibt, die das Essen dort so interessant gemacht haben. Ja, nee, is klar! Argument ist, dass die Spielsachen eine Marketing Kampagne zielgerichtet auf Kinder sei, und damit auf eine Zielgruppe die selbst (noch) nicht in der Lage ist, gesunde Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Aha!

Als ob die Kids da alleine hin gehen würden! Aber bevor ich mich jetzt darüber auslasse, dass der Senat ja gerade Pizza als Gemüse anerkannt hat, damit sie weiter in Schulkantinen angeboten werden kann und damit das Schulessen bezahlbar bleibt, erzähle ich nun lieber wie es in dem sog. Happy Meal Ban weiter geht.

Also, heute nun ist dieses Gesetz in Kraft getreten und schon beschlich die Bevölkerung die Angst vor kreischenden und schreienden Kids in San Francisco, die enttäuscht in ihre spielzeugleeren Tüten schauen. Aber nein!

McDonald’s und andere Vertreter dieser so großen Vielzahl von Schnellimbissketten haben ein Schlupfloch im Gesetz gefunden.

Da es ja nur die “kostenlose” Verteilung von Spielzeug verbietet, nicht aber den “Verkauf” werden nun Happy Meal Spielsachen auf Wunsch für 10c ents pro Tüte verkauft. Der hieraus gewonnene Erlös kommt nun darüber hinaus auch noch der Ronald McDonald’s Stiftung zu Gute.

Well played McDonald’s kann ich da nur sagen. Nicht nur dass sie damit das Gesetz umgehen, nein, mit dem “Guten Zweck” im Hintergrund fühlt es sich jetzt wohl noch besser an ein Happy Meal für die Kleinen zu bestellen und sich die 10 cents für das Spielzeug für den Guten Zweck noch aus den Rippen zu leiern.

Respekt!

Naja, aber bei alle dem hat das Gesetz während der Debatten und der Vorlaufzeit schon einiges bewirkt und so bieten die lieben Dickmachläden nun auch Milch, Säfte und Obst zu ihren Menüs an. Ein Hoch auf schlankere Kinder!

Wobei ich mich frage, ob das Übergewicht bei Kindern nicht vielleicht auch ein klein wenig damit zu tun haben könnte, dass in Schulkantinen Chicken Wings, Pommes und eben die berühmte Pizza verteilt werden und zum Beispiel Köche wie Jamie Oliver mit dem bemühen die Schulkantinen gesünder zu machen kläglich gescheitert sind. Und woran? Natürlich am Geld.

Aber nur so eine Idee.

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Sep 13

Ein schwieriges Thema, aber auch dies gehört zu unserem Abenteuer “Leben in den USA” dazu und da es nun mal der 10. Jahrestag dieser unfassbaren und grausamen Terroranschläge auf die USA, welche die Welt für immer verändern sollten, war schreibe ich in diesem Jahr auch einmal darüber. Zumal ich auch mehrfach gefragt wurde, wie es denn hier sei zu diesem Jahrestag.

Ich habe natürlich die Berichterstattungen zum 10. Jahrestag in den deutschen Printmedien verfolgt und kann mir vorstellen, wie viele Sondersendungen, Sonderbeilagen etc es auch dort zu diesem Thema gegeben hat.

Dies war hier natürlich nicht anders. Anders als in den letzten beiden Jahren (seit ich hier wohne) “fühlte” es sich aber in diesem Jahr irgendwie anders an. Es gibt zwar immer zum 11. September hin dieverse Sondersendungen, man sieht die Bilder der brennenden WTC Türme und auch Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer. Aber irgendwie war es in diesem Jahr anders. Ja, es war mehr, da es ja der 10. Jahrestag war, aber es “fühlte” sich auch anders an.

Jedenfalls ging es mir so. Ich hatte das Gefühl, die Menschen sind wieder näher aneinander gerückt. Das Entsetzen über die Anschläge war plötzlich wieder so greifbar. Greifbarer als in den Jahrens zuvor – irgendwie.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich viele interessante Sendungen gesehen habe, die man in Europa möglicherweise nicht zu sehen bekommt. So gab es z.B. eine Sendung, welche die Familien von ein paar Opfern und Überlebenden aus dem WTC über deren Stunden in Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Freude und Trauer interviewte. Gemeinsam war ihnen allen, dass ihre Lieben sich nach den Flugzeugeinschlägen noch telefonisch bei ihnen melden konnten, bzw Nachrichten auf deren Anrufbeantwortern hinterlassen konnten. Diese Stimmen zu hören, hat in mir das Geschehen wieder so lebendig werden lassen und das ganze Grauen kam wieder zurück. Vielleicht lag es auch daran, dass ich den eigentlichen Tag ziemlich mit der eigenen Geschichte beschäftigt war. Den just am 11. September 2001 befanden sich zum Zeitpunkt der Anschläge meine Eltern in einem Flugzeug auf dem Weg in die USA. So verbrachte ich Stunden damit, heraus zu finden, wie es ihnen geht, ob ihr Flugzeug ebenfalls entführt wurde, wo sie sich befanden, ob und wo sie landen sollten etc etc.

Bis sie dann letztendlich in der Nacht zum 12. September wieder wohlbehalten in Leipzig waren, hatte ich schon Stunden am Telefon mit Lufthansa, Familienmitgliedern und Freunden meiner Eltern verbracht.

Aber ich denke es geht den meisten Menschen so, dass sie ganz genau wissen, was sie am 11. September 2001 gemacht haben.

Überall im ganzen Land  wurden Gedenkfeiern abgehalten und Fahnen gehisst. Eine Verstimmung gab es allerdings, als sich herausstellte, dass die New Yorker Polizei und Feuerwehr nicht zur Gedenkfeier am Ground Zero eingeladen war. Nur diejenigen Polizei- und Feuerwehrleute, die selbst Familienmitglieder verloren hatten. Dies führte bei Vielen zu Unverständnis, was ich ehrlich gesagt gut verstehen kann. Immerhin sind es genau diese Leute, die beim (hoffentlich niemals stattfindenden) nächsten Mal wieder Kopf und Kragen riskieren werden. Aber so ist das wohl überall.

Hier gab es natürlich auch noch eine sichtbare Erhöhung der Alarmbereitschaft. Mehr Polizei, mehr Nervosität bei den “authorities” (wie man diese Leute auch gerne nennt) und natürich jede Menge verschärfter Sicherheitskontrollen.

Ich muss gestehen, ich selbst war froh an diesem Tag aus dem Silicon Valley raus zu kommen und ich wäre um nichts in der Welt über die Golden Gate Bridge gafahren. Ja, ich hatte Angst vor neuen Anschläge und ja, ich ärgere mich darüber, dass ich mich von dieser Angst habe anstecken lassen.

Und ja, ich habe mich auch darüber geärgert, dass ich ein paar Tage vorher ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte, als zwei total verschleierte Frauen und ihre sehr bärtigen Männer in Santa Cruz Fotos geschossen haben. Wahrscheinlich waren das ganz nette Leute, Touristen die die Schönheit der Gegend bewundert haben, aber trotzdem, so kurz vor dem Jahrestag…

Es ist traurig, wirklich traurig.

Vielleicht habe ich auch deshalb mehr Angst, weil ich eben hier lebe, in dem Land das Ziel der Anschläge 2001 war, vielleicht lasse ich mich aber auch deshalb leichter von der Hysterie anstecken, ich weiß es nicht.

Ich bin letztendlich nur froh, dass es keine weiteren Anschläge gab und dieser Tag vorbei ist.

Nun beherrscht der Wahlkampf wieder die Schlagzeilen und Nachrichtensendungen. 1 Jahr vor den Präsidentschaftswahlen geht es hier schon richtig heiß her, denn es will ein Gegenkandidat von den Republikanern gefunden werden.

Aber über den Wahlkampf berichte ich dann ein ander Mal, denn dazu gibt es eigentlich jede Menge zu erzählen. Soweit nur, Wahlkämpfe hier sind ziemlich heftig, wenn nicht sogar wirklich krass und dazu sind die in Deutschland im Gegensatz wirklich höflich und nett im Umgang mit einander.

 

 

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