May 28

Whitewater Rafting! Ich? So mutig hätte ich mich gar nicht eingeschätzt und doch, wir haben es getan.

Ziel unserer Reise sollte der Rafting Veranstalter O.A.R.S, South Fork American River, irgendwo in den Sierra Nevada Moutnains zwischen Sacramento und South Lake Tahoe sein.

So hieß es erst einmal 3,5 Stunden quer durch Kalifornien zu fahren, bevor das Abenteuer “Wir überraschen unseren Bekannten Matt zum Geburtstag mit einem Rafting Ausflug” beginnen konnte.

Nachdem wir Sacramento hinter uns gelassen hatten ging es auch schon langsam in die Berge. Die Landschaft veränderte sich und plötzlich wurde uns bewusst, dass wir wohl mitten im “Wilden Westen” gelandet waren. Die Landschaft durch welche wir fuhren erinnerte uns an diverse Western Movies die wir gesehen hatten und so war es nicht weiter verwunderlich, dass wir zunächst an Prairie City vorbeikamen, durch Walnut Grove (erinnert sich noch jemand an “Unsere kleine Farm?) fuhren und den letzten Teil der Strecke auf der Ponderosa Road zurück legten.

Um kurz vor 11 Uhr morgens sind wir dann endlich am Startpunkt unseres Rafting Abenteuers angekommen. Hier haben wir dann auch Matt, seine Frau Cindy und noch zwei weitere Bekannte von den beiden getroffen. Da unser Abenteuer erst um 12Uhr beginnen sollte, hatten wir noch genug Zeit um uns bei einem Picknick ordentlich zu stärken.

Das Wetter sah übrigens zur Abwechslung auch mal wieder kalifornisch, dh schön, aus und so stand unserem Abenteuer nichts mehr im Weg.

Zunächst wurden natürlich erst einmal einem Rafting für Anfänger Kurs unterzogen. Welche Kommandos werde ich vom erfahren Guide erhalten? Wie muss ich mich verhalten wenn ich über Bord gehe? Was passiert wenn das Boot auf einen Felsen steuert? Usw usw.

Hauptsächlich drehte sich alles um das Verhalten, wenn man über Bord geht, wie man schwimmt, welche Haltung man einnehmen muss damit man nicht mit den Füßen hängen bleibt und unter Wasser gedrückt wird, wie man Baumstämmen im Wasser ausweicht, wie man wieder an Bord klettert, wie die restlichen Bootsinsassen Überbordgegangene wieder reinholen … Je länger der Rafting Guide (welcher übrigens aussah wie ein Surfer Dude) darüber redete, desto lieber wäre ich aus der ganzen Geschichte wieder ausgestiegen. Aber mit dem letzten bisschen Mut habe ich mich dann wie alle anderen in den sehr kleidsamen Neopren Anzug und Schwimmweste gepresst. Gepresst ist das richtige Wort dafür. Irgendwie sahen wir alle wie Seehunde aus, aber da das Wasser doch aufgrund der Schneeschmelze in den Sierra Nevada Mountains ziemlich kalt war, war es sicherlich eine gute Entscheidung diese Dinger zu tragen. Außerdem sahen ja alle so dämlich aus, dann geht das :-)

So ausgestattet und vorbereitet ging es dann los. Wir zu sechst in einem quietschegelben Gummiboot zusammen mit einer sehr netten Rafting Expertin, sowie noch zwei weitere Boote mit je 4 Mann plus Guide stachen nun auf dem South Fork American River in See.

Erst ging es ganz gemütlich los. Wir konnten uns mit dem Paddeln vertraut machen – man das ist vielleicht anstrengend – und die ersten kleineren Manöver erfolgreich absolvieren.

Dann wurde es auch schon etwas schneller und wir durfuhren unsere ersten “White Water” Stellen. White Water deshalb, weil das Wasser an Stromschnellen eben weiße Gischt hat. So einfach ist das :-)

So langsam ging meine Angst auch vorbei und ich fing tatsächlich an das Abenteuer zu genießen.

Dann gab es einen kurzen Halt und alle durften auf einen Felsen klettern, der anscheinend irgendwelche Löcher hat, die von Native Americans (aha) dort hineingebohrt wurden.

Dann ging es wenig elegant wieder zurück in die Boote und weiter Flussabwärts Richtung Folsom Lake.

Wenn wir nicht gerade durch eine Stromschnelle purzelten und pitschepatsche nass wurde, konnten wir sogar ein paar Blicke auf die wunderschöne Landschaft hier am American River werfen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist übrigens noch, dass hier der legendäre Kalifornische Goldrausch seinen Anfang nahm.

Wie auch immer, nun folgten auf unserem Weg Flussabwärts die größeren Stromschnellen wie Satan oder Ambulance Driver. Wer denkt sich solche Namen denn bitte aus? Also wirklich!

Aber trotz der grauseligen Namen war es dann nur halb so schlimm auch wenn es ziemlich zur Sache ging. Wir wurden zwar ordentlich durchgeschüttelt und bis auf die Knochen nass, aber es war eine echte Gaudi.

In den Stromschnellen wurden auch Fotos von uns geschossen.

Nach etwas mehr als 2 Stunden war dann der Spass auch schon zu Ende. Wir wurden im Folsom Lake dann von einem Jetski an die Anlegestelle gezogen und nach dem Verstauen der Boote auf einem Truck ging es für unsere nasse Gesellschaft mit dem Bus zurück ins Basislager.

Nachdem wir uns hier dann alle wieder trocken gelegt hatten, ging es dann leider auch schon wieder nach Hause. Wir hatten ja noch einen ziemlich langen Weg vor uns.

Also ich kann als Fazit nur sagen, dass es unheimlich viel Spass gemacht hat und ich mich persönlich ziemlich mutig fühlte, bis uns mitgeteilt wurde, dass wir auf dem “Family and Fun” Abschnitt waren, also dem für Anfänger :-)

Ich fand jedenfalls super! Und Family and Fun reicht ja auch erst einmal.

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