Apr 02

Was für eine tolle Gelegenheit: Frühling in San Diego.

Dirk war als Sprecher für die CSUN11 Konferenz (International Technology & Persons with Disabilities Conference) in San Diego gebucht und ich habe mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und habe meinen Gatten in den Süden Kaliforniens begleitet.

Wir waren zwar vor Jahren schon einmal in San Diego gewesen, aber es ist ja auch mal schön an einen Ort zurück zu kehren und so richtig ausgiebig zu besichtigen.

Ein Extra-Bonbon gab es für uns auch, denn ein paar unserer London Freunde besuchten diese Konferenz ebenfalls und so gab es für uns auch noch ein freudiges Wiedersehen on Top.

Gerade angekommen machte sich Dirk auch gleich noch Mittwochs Nachmittags auf den Weg zur Konferenz während ich das selbst für europäische Verhältnisse kleine Mietauto geschickt über die riesige Brücke hin zu Coronado (welches eine Halbinsel und keine Insel ist – ganz wichtig) lenkte. Hier habe ich dann ganz Touri natürlich erst einmal Fotos von der San Diego Skyline geschossen bevor es auf die andere Seite dieser Halbinsel zum Hotel Del Coronado ging.

Ich liebe dieses alte wundervolle Luxus Hotel. 1888 wurde es eröffnet und war damals das größte Hotel der Welt und das Erste, welches elektrisches Licht installiert hatte. Jaja, selbst hier in der Neuen Welt gibt es Gebäude die schon über 100 Jahre alt sind. Man glaubt es kaum.

Das Hotel war über die Jahre hinweg Herberge für viele Presidenten und anderer wichtigen und weniger wichtigen Persönlichkeiten. Es bot natürlich allein wegen seines hübschen Aussehens auch Kulisse für die verschiedensten Filmproduktion wie z.B. “Manche mögen’s heiß” mit Marilyn Monroe.

Für mich bietet das Hotel immer wieder eine kleine wundervolle Oase der Ruhe und des (für mich leider nur gefühlten) Luxus. Man kann hier einfach ein Käffchen auf der Terasse einnehmen oder durch die Läden im Erdgeschoss wandern. Das Parken auf dem Hoteleigenen Parkplatz empfehle ich allerdings nur Menschen, die einen Goldesel im Anhänger dabei haben ($15 für 38 Minuten!)

Am Abend gab es dann das lang ersehnte Treffen mit den Londonern bei leckerem Dinner im Gaslamp Quarter in Downton San Diego. Das erste von vielen leckeren Dinner mit alten und neuen Freunden während unseres Aufenthaltes.

Der Donnerstag began für Dirk schon sehr sehr früh mit einem Vortrag von unserem portugiesisch/deutschen Freund Artur aus London. Für mich stand Sightseeing auf dem Plan. Und so wanderte ich auf der vom Reiseführer vorgeschlagenen Route erst am Wasser und Hafen entlang. Auf meinem Weg kam ich an vielen interessanten Statuen zum Thema “Abschied und Wiedersehen” vorbei. San Diego ist nämlich auch Heimat der Army, dh für alle die was mit Wasser zu tun haben. Ich selbst hab keine Ahnung was der Unterschied von der Navy und den Marines ist, aber ich glaube hier sind Beide. Naja, die berühmten Navy Seals trainieren hier wohl auch irgendwo. Coronado hat z.B. am Nordzipfel ein riesiges Army Gelände und im Süden der Halbinsel ist ein ewig langer Strandabschnitt als militärisches Gelände gesperrt für Hans und Franz und Hinz und Kunz. Und damit leider auch für mich.

Schade eigentlich, denn die Landschaft hier ist ganz besonders schön und wäre sicherlich ein toller Platz für jede Menge Touris ;-)

Nun gut, also, ich wanderte so am Hafen, an einem Museumschiff und eben vielen Statuen und Denkmälern vorbei bis ich dann im Seaport Village ankam. Seaport Village ist ein kleines, künstlich angelegtes “Dörfchen” am Wasser direkt vor Downton San Diego. Eigentlich ist ein ein nettes kleines Einkaufszentrum bestehend aus lauter kleinen Häuschen = Boutiquen und Restaurants. Ganz nett anszuschauen und praktischerweise genau vor dem Manchester Grand Hyatt Hotel, wo die CSUN11 stattfand. Und wie das Schicksal so wollte, war auch gerade Mittagspause und so konnte ich mein Lunch in netter Gesellschaft von Dirk, Christiane und Artur einnehmen. Sehr praktisch und vor allem, sehr sehr schön, so am Wasser in der Sonne.

Nachdem wir alle gesättigt waren und die anderen 3 sich der CSUN widmeten, wanderte ich weiter auf meiner Sightseeing Tour. Vorbei am Yachthafen, über das Kongress Zentrum bis hin zum Gaslamp Quarter. Als ich hier angekommen war, kamen mir bereits super viele Menschen in grünen Outfits entgegen. Ach ja, es war St. Patrick’s Day. Und anscheinend gibt es in San Diego besonders viele “Iren”. War auf jeden Fall ziemlich lustig und die Pubs füllten sich in Windeseile.

Ich hatten allerdings so platte Füße von meinem 4 Meilen Rundweg, dass ich mich ganz unirisch noch gerade so eben ins Hotel schleppen konnte wo ich dann auf Dirk gewartet habe. Unsere Nacht fing dann auch schon ziemlich früh an :-)

Aber das war auch ganz ok so, denn es stand ja noch sooooooo viel mehr auf dem Programm.

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Feb 17

Viel hat man schon von dieser berühmt berüchtigten Gefängnis Insel vor den Toren San Franciscos gehört, gesehen und gelesen. Nun wollte ich mir endlich auch einmal ein Bild davon machen (Dirk war schon vor 2 Jahren mal hier gewesen) und deshalb machten Dirk und ich uns Freitag auf den Weg um“The Rock”  zu besichtigen.

Dirk hatte einen Tag Urlaub und das Wetter meinte es besonders gut mit uns. Bei wundervollen 24°C schipperten wir also von San Francisco aus hinüber nach Alcatraz, der Insel, die bereits so Einiges erlebt hat.

So wurde “The Rock” von einem Fort und einem Leuchtturm zu einem Militärgefängnis, zu einem Staatsgefängnis bis hin  zu einem National Park. Und das ist Alcatraz bis heute. Für die Westküste der USA schon eine ganz beachtliche Geschichte, die sich hier erleben lässt. Auf www.AlcatrazHistory.com kann man sich ein wenig in die Geschichte einlesen und auch so Einiges über die Insassen erfahren.

Natürlich kommen die Meisten um das berüchtigte Gefängnis zu besichtigen in welchem auch Al “Scarface” Capone einsaß. Interessanterweise war Alcatraz nur von 1934 bis 1963 ein sog. “Federal Prison” aber auch in dieser kurzen Zeit saßen hier die wohl hochkarätigsten Kriminellen ihrer Zeit ein.

Geschlossen wurde es, da es Unsummen für den Erhalt verschlungen hat (man denke nur an die salzige Luft durch die Bay welche an den Gemäuern nagte) und sich der Umgang mit Kriminellen weg von dem Gedanken der “Bestrafung” hin zu “Resozialisierung” veränderte.

Als wir am Dock anlegten, bekamen wir erst einmal eine kleine Einleitung zur Insel von einem ParkRanger. Weiter ging es mit einer kleinen Tour, welche immer wieder inne hielt. Hier erfuhren wir ein paar der interessantesten Ausbruchsgeschichten.

Während des 29jährigen Betriebes gab es 14 Ausbruchsversuche (von insgesamt 36 Häftlingen wobei 2 es gleich zweimal versuchten). 23 Häftlinge wurden wieder eingefangen, 6 wurden erschossen bzw. kamen bei ihrem Ausbruchsversuch ums Leben und 2 Ertranken. Bis heute hat es offiziell niemand geschafft von Alcatraz zu fliehen, wobei es bis heute von 5 Flüchtlingen jede Spur fehlt. Sie gelten als vermisst aber sehr wahrscheinlich ertrunken. Aber nur um auf Nummer sicher zu gehen werden sie bis heute von FBI als “gesucht” gelistet und es besteht immer noch ein Haftbefehl für sie.

Ein paar der Ausbruchsgeschichten sind auch wirklich ziemlich faszinierend und kreativ, was das Planen und die Ausführung des Ganzen betrifft. Aber ich will ja niemandem den Spass des Selbsterlebens nehmen und darum spare ich mir hierzu weitere Ausführungen.

Nachdem wir ein paar Geschichten von dem Ranger gehört haben, begaben wir uns dann in das Gefängnis Gebäude und machten die Audio Tour. Sehr spannend! Ist schon unheimlich, wenn man sich die Zellen so anschaut und sogar selbst in die eine oder andere hinein geht.  Echt gruselig und man kann sich vorstellen, wie fürchterlich es für die Gefangenen hier gewesen sein muss. Immerhin konnten sie die Geräusche vom “Leben” in der City, nur ein paar Meilen entfernt hören und auch die Lichter der Stadt sehen. Aber heute, wenn man weiß, man darf wieder zurück fahren mit dem Boot, dann ist der Blick auf San Francisco die Bay Bridge und die Golden Gate Bridge einfachwundervoll.

Ganz besonders bei sooooo schönem warmen Frühlingswetter, wie wir es letzten Freitag hatten.

Dirk war ja schon vor 2 Jahren einmal dort gewesen, allerdings im Regen. Er meinte, dass das zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen gewesen seien und dass die Insel im Regen und Dunkelheit um noch so vieles gruseliger wäre als im Sonnenschein. Also mir persönlich hat es schon gereicht, wir sind uns aber dennoch einig darüber, dass wir irgendwann einmal auch die Nachtführung mitmachen wollen. Dann so richtig zum gruseln.

Es war jedenfalls einmal wieder ein sehr gelungener Ausflug.

Wer hierher kommt und die Alcatraz Tour machen möchte, hier gibt es alle Infos zu Tours und Tickets: http://www.alcatrazcruises.com/

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