Jan 30

Ich werde oft gefragt, wie denn der Winter so bei uns ist…nun ja…also “Winter” kann man dazu eigentlich nicht wirklich sagen.

Eigentlich erinnert es mehr so and Oktober/November in Deutschland. Es sollte eigentlich beginnend im Oktober ab und an mal regnen und im März/April dann wieder ganz aufhören wobei sich die “Hauptregenzeit” auf Dezember bis Februar erstreckt. Für den Rest der Zeit bedeutet es eigentlich nur, dass es auch mal regnen könnte, mehr nicht.

Nun ja, bisher war der Winter sehr sehr trocken, und auch wenn wir Nachts das eine oder andere Mal Temperaturen von 0 oder sogar -2 °C hatten, inklusive Frostwarnung und zugefrorenen Autofensterscheiben, so war es tagsüber meist recht mild mit Temperaturen von 10-20°C. Der Regen der hier sonst gewöhnlich fällt ist also eher ein warmer Regen ;-) . Aber  der sehr trockene Winter in diesem Jahr bereitet hier große Sorge, denn nur in diesen wenigen Monaten werden die Wasserreserven gefüllt und wenn kein Regen fällt, dann wird der Sommer ziemlich problematisch werden können, inklusive Wasserrationierung und ein gesteigertes Waldbrandrisiko.

Fehlende Niederschläge machen auch den Skigebieten in den Sierra Nevada Mountains große Probleme, denn wo kein Schnee, da keine Touristen. Und wo kein Schnee, da keine Schneeschmelze und damit kein Wasser für die Reservoirs…ein elender Kreislauf.

Aber es gibt auch Positives von dem milden Winter (mild ist er ja eigentlich immer, nur in diesem Jahr halt zusätzlich noch sehr sehr trocken). Der schöne Sonnenschein und die warmen Temperaturen locken gerne zu einen wunderbaren Tag am Strand.

Und so machten wir uns Samstag Mittag auf den Weg nach Fort Funstion im Süden von San Francisco. Hier ist es überdies Hunden erlaubt frei am Strand herum zu tollen und sich in die Fluten zu stürzen, was es nicht nur für uns sondern auch für Pepper zu einem idealen Ausflugsziel gemacht haben.

Bei wundervollen 20°C haben wir einen ausgiebigen Strandspaziergang mit T-Shirt und Sonnenbrillen unternommen und Dirk hat sich sogar mit Pepper gemeinsam in die Fluten gestürzt. Ok, nur mit den Füßen, aber das ist schon mutig genug wie ich finde.

Nach 2 1/2 Stunden in der Sonne durfte ich dann feststellen, dass hier auch im Januar ein Sonnenhut keine schlechte Idee ist und bevor sich meine Kopfschmerzen zu einem Sonnenstich ausweiteten, haben wir uns dann so richtig schön sandig wieder auf den Heimweg gemacht. Der Hund war überglücklich und total fertig. Wir waren kaum im Auto angekommen gingen bei Pepper auch schon die Lichter aus und wir könnten in Ruhe die Rückfahrt auf dem Highway 1 Richtung Süden an der Küste entlang in der untergehenden Sonne genießen.

Einfach herrlich!

Besonders wenn ich nun den Berichten aus der alten Heimat über fallenden Schnee und zweistelligen Minusgraden lauschen darf. ;-)

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Dec 08

Ja man glaubt es kaum, aber auch hier ist der Winter mittlerweile angekommen. Naja, beschweren können wir uns eigentlich nicht wirklich.

Wir haben seit Wochen schönsten Sonnenschein und die Nachmittage verwöhnen uns mit Temperaturen im zweistelligen Grad Celsius Bereich. Zwar gab es letzte Woche hier heftige Stürme (inklusive obligatorischen Riesenstrohmausfall in der Nähe von L.A.) und Frost Warnungen in der Bay Area, aber das findet meist in der Nacht und frühen Morgenstunden statt. Ja, kalt ist es dann wirklich und ich habe schon so manche Nacht den Wunsch nach einem energiesparend isoliertem deutschen Neubau mit doppelt- oder gar dreifachverglasten Fensterscheiben, Fußbodenheizung und/oder zumindest Zentralheizung verspürt, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert.

Nun denn, wir genießen jedenfalls unsere tägliche Dosis Sonne sehr, und auch der Hund findet es ganz fabelhaft. Insbesondere natürlich unsere ausgiebigen Spaziergänge in der nähren und weiteren Umgebung.

So waren wir z.B. letztes Wochenende in Tiburon.

Tiburon ist ein kleiner Ort nördlich von San Francisco und östlich von Sausalito, welcher auf einem kleinen Landzipfel direkt an der Bucht liegt.

Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf San Francisco und natürlich auch auf die Golden Gate Bridge, welche man von Sausalito aus kaum sehen kann.

Es geht eine Fähre rüber nach Angel Island, eine Insel mitten in der Bucht, welcher früher Immigration Zentren beherrbergte und militärische Einrichtungen. Heute kann man dort wunderbar wandern (was wir aus Erzählungen wissen, aber leider selbst noch nicht ausprobiert haben und was in Anbetracht des Hundeverbotes dort wohl auch nicht so schnell passieren wird) denn es gibt keine Autos dort.

In Tiburon selbst hatten wir dann einen schönen langen Spaziergang gemacht. Es gab ein Treffen von lauter Bearded Collies (so wie Pepper einer ist) und das war richtig witzig und für den Hund natürlich eine Mordsgaudi.

Wir hatten was zu Quatschen und einen wunderbaren Ausflug nach Tiburon.

Auf dem Rückweg gab es dann noch das obligatorische Fotoshooting vor der Golden Gate Bridge. Nicht dass wir von ihr nicht schon genug hätten, aber irgendwie finden wir die auch nach über 2 Jahren immer noch total schön.

Nun genießen wir noch die letzten sonnigen Tage bevor wir dann in Kürze für diverse Festivitäten nach Deutschland und die Schweiz reisen werden. Wir würden es sehr begrüßen, wenn für dieses Vorhaben Schneechaos, Fluglotsenstreiks, Blitzeis und andere Katastrophen ausbleiben könnten und wir nicht die Weihnachtstage irgendwo gestrandet auf einem einsamen, kalten Flughafen verbringen müssen.

Wir versuchen im Gegenzug auch etwas von dem Sonnenschein mitzubringen. Versprochen!

 

 

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Jun 18

Für viele Kalifornien Urlauber und Besucher ist es sicherlich eine der erstaunlichsten Erfahrungen auf ihrer Reise – das Wetter in San Francisco, der Bay Area und der Peninsula. Für alle die hier leben, ist es der tägliche Wahnsinn.

Ich spreche hier von den “Microclimates”.

Ein paar Meter, ein Häuserblock, ein Örtchen oder nur eine Straßenbiegung weiter und schon kann das Wetter ganz anders aussehen als eben gerade noch. Es kann durchaus vorkommen, dass z.B. in der South Bay im Sommer Temperaturen von 30°C erreicht werden und die Sonne vom Himmel brennt, während es in San Francisco kühle 18°C unter dichter Nebeldecke gibt.

Aber selbst hier in “the City” kann auch schon der nächste Häuserblock wieder im schönsten Sonnenschein erstrahlen, während 200 Meter weiter der dickste Nebel herrscht.

Auf Grund der Topographie und der Influenz des Pazifiks können hier in der Stadt von Block zu Block die Temperaturen durchaus  bis zu 5°C variieren.

Diese vielen unterschiedlichen Mikroklimas machen es einem ziemlich schwer, im Sommer die richtige Kleidung zu wählen oder etwa einen Ausflug zu planen.

Es ist schön häufiger vorgekommen, dass wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen von der South Bay aus ans Meer fahren wollten, aber auf dem Weg nach Santa Cruz plötzlich in der dicksten Nebelsuppe hingen. Anstatt California Feeling gab es dann Erinnerungen an Nordsee mit dickem Norwegerpulli.

Ja, ja der Nebel! Der berühmte Nebel. Wie Trockeneis wabert er an manchen Tagen so über die Santa Cruz Mountains. Das sieht richtig schön aus, allerdings nur, wenn man nicht gerade darunter, oder mittendrin steckt. Der Nebel ist so dick, dass es fast scheint als würden Rauchschwaden durch die Bäume ziehen. Unwirklich, unheimlich aber dennoch wunderschön.

Aber wie hat es der Hotel Concierge im Cobblestone Inn in Carmel bei unserer Ankunft in Kalifornien im August 2009 so schön beschrieben: “Manchmal ist es am morgen nebelig und der Nebel ist am Nachmittag verschwunden. Manchmal ist es am morgen sonnig und der Nebel kommt erst am Nachmittag. Manchmal ist es den ganzen Tag sonnig und der Nebel kommt erst am Abend und manchmal, ja manchmal bleibt der Nebel den ganzen Tag”

Nun gut, der Nebel ist es also auch meist, der die Temperaturen hier so maßgeblich beeinflusst. Hat man das Pech gerade unter einer Nebelbank zu sein, ist es eben kalt. Oder es herrscht einfach nur ein wirklich kalter Wind, der auch den schönsten Sonnentag zu einer frostigen Erfahrung machen kann.

Viele Touristen unterschätzen daher immer wieder unsere Mikroklimas und man sieht dann hunderte von ihnen in den Sommermonaten fröstelnd mit eiligst gekauften “I love San Francisco” Pullovern durch die Gegend zittern.

Man kann es ja immer und immer wieder sagen, dass Mai-September nicht die idealsten Monate für einen Sommerurlaub in der Gegend sind, weil es eben auch empfindlich kalt werden kann, aber es glaubt einem ja niemand.

Wir fahren jedenfalls niemals mehr ohne dicken Pullie, Jacke und Socken in die City oder ans Meer. Wir haben gelernt :-)

Ansonsten kann ich nur immer wieder ausdrücklich jedem Tourist raten, Ende September bis Ende Oktober hierher zu kommen. Es gibt kaum noch Nebel und in der City ist es genauso warm wie im Landesinneren. Man kann Sonnenbaden und die dicken Pullies sind wirklich nicht nötig (außer vielleicht auf hoher See beim Whale Watching oder am Abend am Strand).

Für das restliche Jahr sei allen Besuchen und denen die hier Leben geraten: “If you don’t like the weather, walk a few blocks or drive a few miles”.

Ein schöner Artikel hierzu vom SF Chronicle: http://articles.sfgate.com/2001-07-09/news/17608480_1_weather-fog-climatic

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Feb 01

Ok, ich weiß ich jammere auf hohem Niveau, aber wochenlanger Regen von diesem doofen El Niño nervt wirklich.

Zwar fällt in der Bay Area der meiste Regen in den Monaten zwischen November und Februar, aber nach zwei Jahren in London bin ich über sooooo viele Regentage einfach noch nicht hinweg. Wahrscheinlich brauche ich dazu einfach noch etwas. Wie mir berichtet wurde, würde man angeblich nach 6 Trockenmonaten den Regen sehnsüchtig erwarten.

Aha, das glaub ich erst im, sagen wir mal Oktober diesen Jahres :-)

Aber zurück zu El Niño.

Kalifornien hatte in den letzten drei Jahren eine große Dürreperiode, weshalb viele Frischwasserspeicher bedenklich niedrige Wasserlevel haben. Das Santa Clara Water Reservoir, von welchem wir also unser Wasser beziehen hatte bis kurz vor Weihnachten lediglich 42% seiner Kapazität ausgelastet. Mit Sorge schaute man also auf den kommenden Sommer und rechnete mit erheblichen Problemen in der Trinkwasserversorgung.

Da kam die Nachricht von dem herannahenden El Niño Wetterphänomen für die Wintermonate gerade recht. El Niño sollte also mehr Regen als üblich bringen, und so etwas zur Entspannung der sehr angespannten Wasserlage in der Bay Area beitragen.

Ich glaube, das hat er auch getan.

Wochenlang regnete es von morgens bis abends und dazwischen auch. Es handelte sich hierbei auch nicht um den fisseligen Nieselregen, nein, wenn es hier regnet, dann schüttet es.

Dazu kommt dann, dass es hier in Kalifornien keine richtige Straßenentwässerung gibt. Will heißen, überall stand das Wasser. Auf der Straße, in den Kurven, unter Brücken, auf den Gehwegen… also überall.

Wenn man nun mit dem Auto unterwegs war, hatte man teilweise das Gefühl eher zu schwimmen als zu fahren.

Viele Straßen mussten wegen Überflutung immer mal wieder gesperrt werden und in den Bergen sowie an der Küste rutschten reihenweise Hänge und Häuser ab.

Denn, im Sommer bei der großen Dürre gibt es immer wieder Waldbrände, die die Vegetation zerstören, welche die Hänge bei Regen festhalten würde. Also ein Teufelskreis.

Also wie gesagt, hier steht dann also das Wasser so herum und läuft nicht ab. Die Autofahrer verhalten sich als sei meterhoher Schnee auf der Straße und das ganze Wasser reflektiert sämtliche Lichter auf und um der Straße.

So bald es also dunkel wird, ist hier also alles bunt, leuchtend und ziemlich übel für Autofahrer.

Genau dieses Problem hat auch dazu geführt, dass ich mich gleich mal in die Unfähigkeit der Kalifornier bezüglich des Autofahrens eingereiht habe, indem ich einen Unfall gebaut habe. Zum Glück gab es nur Blechschaden und über den Rest mag ich nicht wirklich sprechen. Allein schon der zerknitterte Stolz macht es mir unmöglich ;-)

Nun gut, letzten Samstag gab es dann endlich die erste echte Regenpause. Sonne! Juchhuh! Du bist noch da! Sehr erfreulich und wirklich schön, endlich mal wieder ein paar Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren.

Und ich hoffe El Niño kommt so schnell nicht wieder.

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